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Nutzwertanalysen bei Standortentscheidungen

Subtitle: Ein kurzer Überblick

Termpaper, 2005, 19 Pages
Author: Timo Hensel
Subject: Economics / Business: General

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V50931
ISBN (E-book): 978-3-638-47039-1
ISBN (Book): 978-3-638-92064-3
File size: 232 KB

Abstract

1. Einleitung Die Standortentscheidung hat in den letzten Jahren nachhaltig an Bedeutung gewonnen. Insbesondere seit die zunehmende Globalisierung und die damit verbundenen politischen Veränderungen die Ländergrenzen zunehmend in den Hintergrund rücken ließen und die Weiterentwicklung der Transport- und Informationssysteme die Überwindung von großen Entfernungen zwischen verschiedenen Standorten erleichtert haben, stehen den heutigen Unternehmen weltweite Standortalternativen zur Verfügung. Auch innerhalb eines Landes sollte der Suche nach einem Standort ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sie eine unternehmerische Entscheidung darstellt, die wie die Wahl der Rechtsform den Aufbau und die Entwicklung des Betriebes mitbestimmt. Durch Grundstücks- und Baupreise hat sie direkten Einfluss auf die Investitionskosten und bestimmt auf Dauer Kostengrößen wie Transportkosten, Regionalabgaben und Löhne. Somit hat die Wahl eines Standortes einen langfristigen Charakter, kann den Erfolg eines Unternehmens nachhaltig positiv wie auch negativ beeinflussen und ist nur schwer, und meist verbunden mit hohen Kosten, revidierbar. Die nachfolgende Ausführung soll zeigen, wie mit Hilfe der Nutzwertanalyse bei der Standortsuche vorgegangen werden kann und wie möglichst alle wichtigen gewünschten Eigenschaften eines Standortes bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollten. Da die Standortwahl das zu Grunde liegende Problem ist, wird sich diese Hausarbeit zunächst mit dem Standort an sich befassen, bevor sie auf die Möglichkeiten der Lösungsfindung, bzw. die Anwendung der Nutzwertanalyse eingeht. Nach einem kurzen Überblick über die zwei grundlegenden historischen Standorttheorien wird erläutert, was unter dem Begriff der Standortwahl verstanden wird und welche Faktoren hierbei von Bedeutung sein können. Gerade für diese Faktoren haben sich sehr unterschiedliche Modelle mit differierenden Einteilungen entwickelt. Diese Arbeit legt aus- Nutzwertanalysen bei Standortentscheidungen schließlich eine sich an Behrens orientierte Gliederung der Standortfaktoren nach Beschaffung, Fertigung und Absatz zu Grunde. [...]


Excerpt (computer-generated)

Nutzwertanalysen bei Standortentscheidungen

von: Timo Hensel

 


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG 2

2.1. GRUNDLEGENDE THEORIEN 3

2.1.1 von Thünen 3
2.1.2 Weber  4

2.2 BEGRIFF UND WESEN 5
2.3 STANDORTFAKTOREN  7

2.3.1 Beschaffungsorientierte Standortfaktoren  7
2.3.2 Fertigungsorientierte Standortfaktoren  8
2.3.3 Absatzorientierte Standortfaktoren  8
2.3.4 Staatliche Standortfaktoren 9
2.3.5 „Moderne“ Standortfaktoren 9

2.4 ENTSCHEIDUNGSMODELLE BEI STANDORTWAHLEN 10

2.4.1 Analytisch-quantitative Modelle 10
2.4.2 Heuristisch-qualitative Modelle  11

3. NUTZWERTANALYSE ALS TEIL DER STANDORTWAHL 12

3.1 MERKMALE UND VORGEHENSWEISE  12

3.1.1 Zielkriterienbestimmung und -gewichtung 12
3.1.2 Teilnutzenbestimmung 14
3.1.3 Nutzwertermittlung 14

3.2 BEISPIEL EINER NUTZWERTANALYSE  14

4. KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG 16

5. LITERATURVERZEICHNIS 18



 

1. Einleitung

Die Standortentscheidung hat in den letzten Jahren nachhaltig an Bedeutung gewonnen. Insbesondere seit die zunehmende Globalisierung und die damit verbundenen politischen Veränderungen die Ländergrenzen zunehmend in den Hintergrund rücken ließen und die Weiterentwicklung der Transport- und Informationssysteme die Überwindung von großen Entfernungen zwischen verschiedenen Standorten erleichtert haben, stehen den heutigen Unternehmen weltweite Standortalternativen zur Verfügung.

Auch innerhalb eines Landes sollte der Suche nach einem Standort ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sie eine unternehmerische Entscheidung darstellt, die wie die Wahl der Rechtsform den Aufbau und die Entwicklung des Betriebes mitbestimmt. Durch Grundstücks- und Baupreise hat sie direkten Einfluss auf die Investitionskosten und bestimmt auf Dauer Kostengrößen wie Transportkosten, Regionalabgaben und Löhne. Somit hat die Wahl eines Standortes einen langfristigen Charakter, kann den Erfolg eines Unternehmens nachhaltig positiv wie auch negativ beeinflussen und ist nur schwer, und meist verbunden mit hohen Kosten, revidierbar.

Die nachfolgende Ausführung soll zeigen, wie mit Hilfe der Nutzwertanalyse bei der Standortsuche vorgegangen werden kann und wie möglichst alle wichtigen gewünschten Eigenschaften eines Standortes bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollten. Da die Standortwahl das zu Grunde liegende Problem ist, wird sich diese Hausarbeit zunächst mit dem Standort an sich befassen, bevor sie auf die Möglichkeiten der Lösungsfindung, bzw. die Anwendung der Nutzwertanalyse eingeht. Nach einem kurzen Überblick über die zwei grundlegenden historischen Standorttheorien wird erläutert, was unter dem Begriff der Standortwahl verstanden wird und welche Faktoren hierbei von Bedeutung sein können. Gerade für diese Faktoren haben sich sehr unterschiedliche Modelle mit differierenden Einteilungen entwickelt. Diese Arbeit legt aus- Nutzwertanalysen bei Standortentscheidungen schließlich eine sich an Behrens orientierte Gliederung der Standortfaktoren nach Beschaffung, Fertigung und Absatz zu Grunde. Sie wurde lediglich noch um „moderne“ Standortfaktoren ergänzt und führt die staatlichen Faktoren separat auf. Die Begründung für diese Wahl liegt neben der nachvollziehbaren Einteilung in der geschichtlichen Fortführung der grundlegenden Standorttheorien (von Thünen Weber Behrens). Nach der Klassifizierung und Erklärung des Entscheidungsmodells „Nutzwertanalyse“ folgt ein fiktives Beispiel zur Erläuterung1, gefolgt von einer kritischen Auseinandersetzung.

2. Standortwahl als Entscheidungsproblem

2.1. Grundlegende Theorien

2.1.1 von Thünen

Die erste bedeutsame wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Problem der Standortwahl erfolgte 1826 durch Johann Heinrich von Thünen mit seinem Werk „Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie“. In dieser Arbeit beschrieb von Thünen in Bezug zur Landwirtschaft den Zusammenhang und die Abhängigkeit zwischen den bis zu diesem Zeitpunkt als allein maßgeblich angenommenen gegebenen Bodenbeschaffenheiten und der neuen Idee einer ökonomischen Beeinflussung bei der Wahl des Standortes (und „der Art der Bodennutzung“). Er kreierte das Modell des „isolierten Staates“2 und erläuterte mit dessen Hilfe die Konsequenzen, die sich neben den natürlichen Bodengegebenheiten auch aus der Entfernung von Anbaufläche zu Konsumort ergeben. Der für diese Arbeit relevante Schluss aus seiner Theorie ist, dass sich der Produktionsstandort transportintensiver1 oder leicht verderblicher Güter in unmittelbarer Nähe zum Konsumort befinden muss. Je weiter der Standort vom Konsummarkt entfernt ist, desto mehr muss sich bei möglichst sinkenden Arbeitskosten das Verhältnis von Erlösen zu Transportkosten zugunsten des Erlöses verändern.2 Oberstes Kriterium für die Wahl des Standortes wäre somit das Ergebnis dieses Verhältnisses.

2.1.2 Weber

[...]


1 Leider war keines der angeschriebenen, teilweise auf Standortsuche spezialisierten Unternehmen bereit, eine reale Nutzwertanalyse zur Verfügung zu stellen.

2 autarker, kreisförmiger Staat mit einem Konsumzentrum in der Mitte; gleiche Bodenverhältnisse/Klima, ausschließlich gleichwertige Landverbindungen; Transportkosten steigen proportional zu Gewicht und Entfernung

1 im Verhältnis zum Wert ein kostenintesiver Transport

2 vgl. Behrens: Allgemeine Standortbestimmungslehre, S. 3ff


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