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Die Bedeutung von Freiarbeit und Montessori-Pädagogik in der Grundschule close

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Die Bedeutung von Freiarbeit und Montessori-Pädagogik in der Grundschule

Termpaper, 2004, 23 Pages
Author: Nathalie Reis
Subject: Pedagogy - Reform Pedagogics

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 1
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V50995
ISBN (E-book): 978-3-638-47074-2
ISBN (Book): 978-3-638-75139-1
File size: 193 KB

Abstract

1. Einleitung 1.1 Problemstellung In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit dem Thema Freiarbeit ausführlicher auseinander setzen, wobei die Bedeutung der Freiarbeit und der Montessori-Pädagogik in der Grundschule im Mittelpunkt stehen soll. Die Grundschule ist die einzige Schulform, die alle Kinder eines Jahrgangs gemeinsam besuchen und in dieser zusammen leben und lernen. Aufgrund dessen kommt dem Erziehungs-und Bildungsauftrag der Grundschule eine ganz besondere Bedeutung zu. Während der Grundschulzeit sollen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die die Kinder auf ihrem weiteren Lern- und Bildungsweg vorbereiten. Heutzutage ist eine zunehmende Heterogenität in Bezug auf die Lernvoraussetzungen in Grundschulklassen zu verzeichnen. Um die optimale Förderung eines jeden Kindes gewährleisten zu können, ist eine Öffnung des Unterrichts und der Einsatz differenzierter Lernangebote von dringender Notwendigkeit. Die "Freiarbeit" ist nicht nur eine Form Offenen Unterrichts, sie ist vielmehr "ein pädagogisches Konzept" (Wallrabenstein, W. / Drews, U.), das dem Anspruch auf individuelle Förderung des Kindes gerecht wird. An Montessorischulen ist die Freiarbeit grundlegender Bestandteil des Unterrichts und somit Zentrum der Montessori-Pädagogik. In dem sich an die Einleitung anschließenden zweiten Kapitel wird zunächst einmal die Frage nach den Ursprüngen und historischen Wurzeln der Freiarbeit gestellt, und in diesem Zusammenhang die reformpädagogische Bewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts thematisiert. Weiter wird im dritten Kapitel der Begriff des Offenen Unterrichts näher erläutert, woran sich dann eine ausführliche und grundlegende Auseinandersetzung und Definition des Begriffs der "Freiarbeit" anschließt. Des Weiteren wird gefragt, inwiefern sich die Rolle des Lehrers im Gegensatz zum traditionellen Unterricht verändert hat, und welche Folgen dies für Lehrer und Schüler mit sich bringt. Im Anschluss daran stellt sich die Frage, wie offene Lernsituationen im Rahmen der Freiarbeit auf die heterogenen Lernvoraussetzungen der Kinder reagieren können, und welche Möglichkeiten der Differenzierung die Freiarbeit bietet. Bevor dieses Kapitel mit der Frage schließt, ob Freiarbeit eine adäquate Unterrichtsform für jedes Kind ist, wird noch die Leistungsbeurteilung und die Qualität von Freiarbeit näher betrachtet. (...)


Excerpt (computer-generated)

Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut für Schulpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften
Seminar: Montessorimaterial in der Grundschule
Sommersemester 2004, 5. Semester

Die Bedeutung von Freiarbeit und
Montessori-Pädagogik in der Grundschule

von: Nathalie Reis

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung S. 3

2. Historische Wurzeln der Freiarbeit

2.1 Die Reformpädagogik als Ursprung der Freiarbeit S. 4

3. Freie Arbeit als eine Grundform Offenen Unterrichts

3.1 Zum Begriff des offenen Unterrichts S. 5
3.2 Was ist Freiarbeit? – Begriffsklärung S. 6
3.3 Die Rolle des Lehrers in der Freien Arbeit S. 8
3.4 Möglichkeiten der Differenzierung S. 9
3.5 Leistungsbeurteilung und Qualität von Freiarbeit S. 11
3.6 Freiarbeit – eine geeignete Unterrichtsform für jedes Kind? S. 13

4. Maria Montessori

4.1 Das Leben der Maria Montessori S. 14
4.2 Grundgedanken der Montessori-Pädagogik S. 16
4.3 Freiarbeit bei Maria Montessori S. 18

5. Schlussbetrachtung

5.1 Zusammenfassung S. 20
5.2 Ausblick S. 20

6. Literaturverzeichnis S. 23





 

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit dem Thema Freiarbeit ausführlicher auseinandersetzen, wobei die Bedeutung der Freiarbeit und der Montessori-Pädagogik in der Grundschule im Mittelpunkt stehen soll. Die Grundschule ist die einzige Schulform, die alle Kinder eines Jahrgangs gemeinsam besuchen und in dieser zusammen leben und lernen. Sie kann deshalb als einzige gemeinsame Sozialisationsinstanz bezeichnet werden. Aufgrund dessen kommt dem Erziehungs- und Bildungsauftrag der Grundschule eine ganz besondere Bedeutung zu.

Während der Grundschulzeit sollen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die die Kinder auf ihrem weiteren Lern- und Bildungsweg vorbereiten. Heutzutage ist eine zunehmende Heterogenität in Bezug auf die Lernvoraussetzungen in Grundschulklassen zu verzeichnen. Um die optimale Förderung eines jeden Kindes gewährleisten zu können, ist eine Öffnung des Unterrichts und der Einsatz differenzierter Lernangebote von dringender Notwendigkeit.

Die „Freiarbeit“ ist nicht nur eine Form Offenen Unterrichts, sie ist vielmehr „ein pädagogisches Konzept“1, das dem Anspruch auf individuelle Förderung des Kindes gerecht wird. An Montessorischulen ist die Freiarbeit grundlegender Bestandteil des Unterrichts und somit Zentrum der Montessori-Pädagogik. In dem sich an die Einleitung anschließenden zweiten Kapitel wird zunächst einmal die Frage nach den Ursprüngen und historischen Wurzeln der Freiarbeit gestellt, und in diesem Zusammenhang die reformpädagogische Bewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts thematisiert.

Weiter wird im dritten Kapitel der Begriff des Offenen Unterrichts näher erläutert, woran sich dann eine ausführliche und grundlegende Auseinandersetzung und Definition des Begriffs der „Freiarbeit“ anschließt. Des Weiteren wird gefragt, inwiefern sich die Rolle des Lehrers2 im Gegensatz zum traditionellen Unterricht verändert hat, und welche Folgen dies für Lehrer und Schüler mit sich bringt. Im Anschluss daran stellt sich die Frage, wie offene Lernsituationen im Rahmen der Freiarbeit auf die heterogenen Lernvoraussetzungen der Kinder reagieren können, und welche Möglichkeiten der Differenzierung die Freiarbeit bietet. Bevor dieses Kapitel mit der Frage schließt, ob Freiarbeit eine adäquate Unterrichtsform für jedes Kind ist, wird noch die Leistungsbeurteilung und die Qualität von Freiarbeit näher betrachtet. Im vierten Kapitel der vorliegenden Arbeit steht Maria Montessori, ihre Pädagogik und Auffassung von Freiarbeit im Mittelpunkt. Im Schlussteil wird neben einer Zusammenfassung ein Ausblick gegeben, der zum einen Konsequenzen Offenen Unterrichts verdeutlichen und zum anderen weitere vertiefende Fragen zum Thema „Freiarbeit und Montessori“ aufwerfen soll.

2. Historische Wurzeln der Freiarbeit

2.1 Die Reformpädagogik als Ursprung der Freiarbeit

Der eigentliche Ursprung der Freiarbeit liegt in der reformpädagogischen Bewegung, die Ende des 19. Jahrhunderts begann und Anfang des 20. Jahrhunderts endete. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stand die freiheitliche Entwicklung des Menschen im Mittelpunkt. Die damaligen pädagogischen Bemühungen, einen freien Menschen zu realisieren, wurden mit solch einem Engagement und Interesse verfolgt, woraus sich dann die reformpädagogische Bewegung entwickelte.

Die Reformpädagogik richtete sich im Wesentlichen gegen die autoritäre und nicht kindgemäße Schule und übte Kritik an der stark lehrplanorientierten Wissensvermittlung, am Leistungsdruck und der Gleichstellung individueller Lernvoraussetzungen und –bedürfnisse der Schüler. Im Laufe dieser Auseinandersetzung kam von Seiten der Reformpädagogen immer mehr die Forderung nach Freiheit des Individuums und einer Förderung der Selbstständigkeit auf. In diesem Zusammenhang bildete sich der Begriff der „Pädagogik vom Kinde aus“, welcher bis in die heutige Zeit ein zentraler Begriff der Reformpädagogik ist. Im ausgehenden 19. Jahrhundert versuchte man vermehrt die Ideen der „Pädagogik vom Kinde aus“ sowohl in die Erziehungs- als auch in die Unterrichtsarbeit einfließen zu lassen. Diese Reformansätze stehen nicht in direkter Verbindung mit der heutigen Definition von Freiarbeit, jedoch verfolgte die neue Arbeitsform „Freie Arbeit“ auch das Ziel die Schüler zu aktiven Lernern zu erziehen und sie ihren Unterrichtsstoff selbstständig erarbeiten zu lassen. Wie bereits erwähnt finden sich die eigentlichen Wurzeln der Freiarbeit in der Reformpädagogik Maria Montessori, welche im wesentlichen von den drei großen europäischen Pädagogen Maria Montessori, Celestin Freinet und Peter Petersen geprägt und beeinflusst wurden. Ihre unterschiedlichen Impulse sind gerade für die Freiarbeit in der heutigen Grundschule von großer Bedeutung.

3. Freie Arbeit als eine Grundform Offenen Unterrichts

3.1 Zum Begriff des Offenen Unterrichts

[...]


1 Wallrabenstein, W./ Drews, U.: Freiarbeit in der Grundschule. Offener Unterricht in Theorie, Forschung und Praxis. Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e. V., Frankfurt am Main 2002, S. 12.

2 Anm.: Zum Zwecke der Vereinfachung und im Sinne einer leichteren Lesbarkeit wird im gesamten Text die Bezeichnung „Lehrer“ bzw. „Schüler“ als geschlechtsneutral sowohl für männliche als auch für weibliche Personen verwendet.


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