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Kinder- oder Erwachsenentaufe? Ein systematisch-theologischer Argumentationsgang

Autoren: Marina Lerch, Daniela Scheerer
Fach: Theologie - Systematische Theologie

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 25
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 193 KB
Archivnummer: V51005
ISBN (E-Book): 978-3-638-47082-7

Zusammenfassung / Abstract

1 Einleitung Die Kindertaufe ist heute weit verbreitet. Sie ist eigentlich eher die Regel als die Ausnahme. Man kann fast sagen, dass sie schon zu einer Sitte geworden ist. In unseren Gemeinden gehört es sich einfach, dass man sein Kind taufen lässt. Oft wissen die Menschen gar nicht, was es eigentlich bedeutet, getauft zu werden. Die meisten nennen, wenn sie gefragt werden, nur den Aspekt, dass man mit der Taufe in die Gemeinde aufgenommen wird. Die Kindertaufe wird als Ritus betrachtet, der jedoch kaum hinterfragt wird. Genau aus diesem Grund geht es in dieser Hausarbeit darum, in einem systematisch-theologischen Argumentationsgang das kontroverse Thema „Kinder- oder Erwachsenentaufe?“ zu erarbeiten. Zunächst wird dazu erläutert, wie Tauftheologie und Taufpraxis zu neutestamentlicher Zeit aussahen und was sich aus dieser Perspektive für die Kindertaufe ergibt. Im nächsten Teil der Hausarbeit wird dann ein Überblick über die historische Entwicklung der Taufpraxis gegeben. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Positionen dreier wichtiger Theologen zum Thema „Kinder- oder Erwachsenentaufe?“ dargestellt. Im vierten Teil dieser Hausarbeit wird Luthers Position näher beleuchtet, im fünften Teil die von Karl Barth. Die letzte Position, die in dieser Hausarbeit genauer betrachtet werden soll, ist die von Wilfried Härle. Bei der Untersuchung der unterschiedlichen theologischen Standpunkte wird jeweils zunächst das Taufverständnis der einzelnen Theologen deutlich gemacht. Auf dieser Grundlage wird dann überprüft, ob der jeweilige Theologe sich für oder gegen die Kindertaufe ausspricht und wie er seine Position begründet. Den Abschluss dieser Hausarbeit bildet ein Vergleich der drei theologischen Standpunkte in Bezug auf das Thema „Kinder- oder Erwachsenentaufe?“ und eine eigene Stellungnahme.

Textauszug (computergeneriert)

Kinder- oder Erwachsenentaufe?
Ein systematischtheologischer Argumentationsgang

von: Marina Lerch und Daniela Scheerer

WS 2003 / 2004, 3. Semester
 

 


Inhalt

1 Einleitung 2

2 Taufe im Neuen Testament 3

2.1 Taufpraxis 3
2.2 Tauftheologie 4
2.3 Fazit zur Frage der Kindertaufe 8

3 Überblick über die historische Entwicklung der Taufpraxis 9

4 Position von Martin Luther 13

4.1 Taufverständnis 13
4.2 Kindertaufe? 15

5 Position von Karl Barth 15

5.1 Taufverständnis 15
5.2 Kindertaufe? 17

6 Position von Wilfried Härle 19

6.1 Taufverständnis 19
6.2 Kindertaufe? 20

7 Vergleich und eigene Stellungnahme 21

8 Literaturverzeichnis 24

8.1 Quellen 24
8.2 Hilfsmittel 24
8.3 Sekundärliteratur 24


 

 

1 Einleitung

Die Kindertaufe ist heute weit verbreitet. Sie ist eigentlich eher die Regel als die Ausnahme. Man kann fast sagen, dass sie schon zu einer Sitte geworden ist. In unseren Gemeinden gehört es sich einfach, dass man sein Kind taufen lässt. Oft wissen die Menschen gar nicht, was es eigentlich bedeutet, getauft zu werden. Die meisten nennen, wenn sie gefragt werden, nur den Aspekt, dass man mit der Taufe in die Gemeinde aufgenommen wird. Die Kindertaufe wird als Ritus betrachtet, der jedoch kaum hinterfragt wird. Genau aus diesem Grund geht es in dieser Hausarbeit darum, in einem systematisch-theologischen Argumentationsgang das kontroverse Thema „Kinder- oder Erwachsenentaufe?“ zu erarbeiten. Zunächst wird dazu erläutert, wie Tauftheologie und Taufpraxis zu neutestamentlicher Zeit aussahen und was sich aus dieser Perspektive für die Kindertaufe ergibt.

Im nächsten Teil der Hausarbeit wird dann ein Überblick über die historische Entwicklung der Taufpraxis gegeben. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Positionen dreier wichtiger Theologen zum Thema „Kinder- oder Erwachsenentaufe?“ dargestellt. Im vierten Teil dieser Hausarbeit wird Luthers Position näher beleuchtet, im fünften Teil die von Karl Barth. Die letzte Position, die in dieser Hausarbeit genauer betrachtet werden soll, ist die von Wilfried Härle. Bei der Untersuchung der unterschiedlichen theologischen Standpunkte wird jeweils zunächst das Taufverständnis der einzelnen Theologen deutlich gemacht. Auf dieser Grundlage wird dann überprüft, ob der jeweilige Theologe sich für oder gegen die Kindertaufe ausspricht und wie er seine Position begründet. Den Abschluss dieser Hausarbeit bildet ein Vergleich der drei theologischen Standpunkte in Bezug auf das Thema „Kinder- oder Erwachsenentaufe?“ und eine eigene Stellungnahme.

2 Taufe im Neuen Testament

2.1 Taufpraxis

Die Taufe ist bereits von Beginn an im Urchristentum praktiziert worden. In der Apostelgeschichte werden die ersten christlichen Taufen mit der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten verbunden. Hier wird noch von einigen anderen Taufen an zahlreichen Orten erzählt, was zeigt, dass Paulus das Getauftsein aller Christen voraussetzt. Die Taufe wird nirgends im Neuen Testament im Hinblick auf Notwendigkeit und Sinn hinterfragt, sondern scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein.

Die Taufe im Urchristentum zeichnet sich dadurch aus, dass man sich nicht selbst taufen konnte, sondern ein Täufer die Taufe durchführte. Dieser Täufer musste vorher prüfen, ob es irgendeinen Grund zur Verweigerung der Taufe gab. In der Regel erfolgte die Taufe durch Untertauchen in fließendem Wasser. Nur ausnahmsweise genügte das Übergießen des Kopfes mit Wasser zur Taufe. Es war üblich, dass der Täufer beim Untertauchen den Namen Jesu anrief. Etwas später wurde dann „im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes“1 getauft. Vor der Taufe legte der Täufling ein Taufbekenntnis ab, welches zunächst einfach besagte „daß Jesus der Herr ist“2. Das Taufbekenntnis war zunächst die einzige Voraussetzung, die der Täufling erbringen musste. Als sich aber nach und nach eine geregelte Missionspraxis entwickelte, wurde zusätzlich eine Unterweisung des Täuflings in die Glaubensgrundlagen vor der Taufe notwendig. Wichtiges Element der Taufe war die Verleihung des Heiligen Geistes, die durch Handauflegung durch den Täufer erfolgte. Je nach Tauftradition kann die Geistverleihung vor oder nach der Taufe mit Wasser erfolgen. Bei der Geistverleihung vor der Taufe verstand man den Geist als endzeitliches Wirken von Christus, das in Gottes Dienst stellt. Die Taufe konkretisiert dieses Wirken danach. Bei der Geistverleihung nach der Taufe sah man den Geist als Gabe, die zu neuem Verhalten fähig macht. Das zentrale Geschehen in der Taufe beinhaltet zuallererst den Aspekt der Umkehr und der Sündenvergebung. Das zweite wichtige Moment der Taufe ist der Rückbezug auf Jesus Christus.

Getauft wird im oder auf den Namen Jesu Christi. Die Namensformel kann zweierlei bedeuten. Sie kann meinen, dass „in der Erwartung einer zukünftigen Verbindung des Täuflings mit Jesus“3 getauft wird und dass man mit der Taufe in ein „Verhältnis der Zugehörigkeit, des Eigentums zu Jesus“4 tritt (finales Verständnis). Es kann aber auch gemeint sein, dass die Taufformel die „Taufhandlung in Bezug zum Christusgeschehen, des näheren zu Botschaft, Tod und Auferweckung Jesu“5 setzt und „den Täufling den heilvollen Auswirkungen dieses Geschehens“6 unterstellt (kausales Verständnis). Beide Bedeutungen müssen zusammen gedacht werden, denn die Teilhabe am Heilsgeschehen ist gleichzeitig auch Versetzung in den Herrschaftsbereich Christi und so in ein Eigentumsverhältnis zu ihm. Der dritte zentrale Aspekt des Taufgeschehens ist die Verleihung des Geistes als Gabe. Mit dieser Verleihung des Heiligen Geistes bekommt der Getaufte bereits „Anteil an den Kräften der kommenden Welt“7. Die letzte wichtige Komponente der Taufe ist nun die Aufnahme des Täuflings in das endzeitliche Gottesvolk, was den Aufnahme- und Initiationscharakter der Taufe deutlich macht. Durch die Taufe konstituiert sich die neue Gemeinschaft der Kirche.

2.2 Tauftheologie

[...]


1 Mt 28,19; Did 7,1.

2 Röm 10,9.

3 Roloff: Neues Testament, 294.

4 Heitmüller: Im Namen Jesu, 127.

5 Roloff: Neues Testament, 294.

6 Ebd.

7 Roloff: Neues Testament, 295.

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