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Hausarbeit, 2005, 21 Seiten
Autor: Martin Thiele
Fach: Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Details
Institution/Hochschule: Universität Bayreuth
Tags: Lili, Marleen, Schreiben, Präsentieren, NS Kunst, Drittes Reich, Kultur, Nazis, Propaganda, Liebeslied, Kriegspropaganda, Hitler, NS, Volkslied, Kulturgut, Andersen, Lale, Schultze, Homogenisierung, Hitlerjugend, Jungvolk, Juden, Diskriminierung, Parteiprogramm, Heldentod, Laterne, Leip, Liedanalyse, Musik, Musikanalyse, Melodie, Text, Strophe, Marlene, Dietrich, Klang, Klangcharakte, NSDAP, Kriegslieder, Soldatenlieder, 3. Reich, Zink, Montage, Ton
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-47096-4
ISBN (Buch): 978-3-638-76486-5
Dateigröße: 217 KB
Diese Arbeite untersucht eines der bedeutendsten Lieder des vergangenen Jahrhunderts Lili Marleen - und beschäftigt sich mit seinem historischen Kontext. Die Arbeit wurde in drei Hauptthesen eingeteilt, welche sich mit dem Text, dem formellen Klangcharakter und dem propagandistischen und kriegerischen Aspekten auseinandersetzt.
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Zusammenfassung / Abstract
Im II. Weltkrieg haben sich Menschen gegenseitig erschossen, zerbombt und vergast. Die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen der Menschheitsgeschichte haben sich in dieser Zeit zugetragen und dennoch wurde dieses Lied „Lili Marleen“, von den sich gegenseitig mordenden Fronten, gehört. „Lili Marleen“ trug nicht nur dazu bei, sondern war Anlass, dass die Waffen im schwerwiegendsten Krieg, der sich je zugetragen hat, niedergelegt wurden, wenn auch nur für einige Minuten. Mit „Lili Marleen“ sind zahlreiche deutsche und internationale Namen verbunden, wobei weit mehr als nur der Autor Hans Leip (1893 – 1983), der Komponist Norbert Schultze (1911 – 2002) und die Sängerin Lale Andersen (1905 – 1972), eine individuelle Bearbeitung ihres Schaffens verdient hätten. In der folgenden Arbeit werde ich also weder die drei vorangegangenen Personen beleuchten, noch die genaue Entwicklung des Liedes bearbeiten. Das dieses Lied eine kaum vergleichbare Bedeutung hatte, ist nicht von der Hand zu weisen, doch welche Elemente machen „Lili Marleen“ einzigartig? Meine Kernfrage möchte ich in der Hausarbeit in drei Hypothesen bzw. Untergliederungen bearbeiten. Jene Aspekte sind nicht rigide voneinander zu trennen, können jedoch wie folgt deklariert werden. - Zum gemeinverständlichsten Lied unter den Soldaten wurde „Lili Marleen“ durch die textuellen Bezüge. - Die Beliebtheit des Liedes an allen Fronten ergab sich aus seinem formell ge-bräuchlichen Klangcharakter. - Die Popularität und Entwicklung des Liedes stand unter starken Einfluss der NSDAP. Aus persönlichem Interesse habe ich besonderen Wert auf den ersten der vorangegangenen Aspekte, den Text, gelegt. Weiterhin ist vorwegzunehmen, dass die folgende Untersuchung sich nicht auf die zahlreichen Übersetzungen in so gut wie jede Sprache, noch auf Satiren oder die erste kommerzielle Vertonung durch Rudolf Zink beziehen. Ich behandele in dieser Arbeit ausschließlich die Version Norbert Schultzes, welche Welterfolg erlangte.
Textauszug (computergeneriert)
Lili Marleen - zwischen Kriegspropaganda und Liebeslied
von: Martin Thiele
Sommersemester 2005, 2. Semester B.A.
Inhaltsverzeichnis
1. PROLOG 3
1. 1. Vorüberlegungen 3
1. 2. Der historische Kontext - Massenhomogenisierung seit Kindesbeinen 4
2. DER TEXT „LILI MARLEEN“ 6
2. 1. Der Text selbst 6
2. 2. Textliche Abgrenzung zu anderen Liedern 7
2. 3. Hans Leip und die Entstehungsgeschichte 7
2. 4. Formelle Stilmittel 9
2. 5. Inhaltliche Entwicklung des Texts 10
3. MUSIKALISCHER KLANGCHARAKTER DES LIEDES 12
3. 1. Die Stimme einer Frau 12
3. 2. Volksliedelemente 13
4. DIE BEDEUTUNG DES LIEDES FÜR DIE NSDAP 14
4. 1. Musikalische Beeinflussung durch Kriegs- & Soldatenlieder 14
4. 2. Zwischen Liebeslied und Kriegslied 15
4. 3. Beziehung zwischen „Lili Marleen“ und der NSDAP 16
5. FAZIT 18
6. QUELLENVERZEICHNIS 20
6. 1. Literatur 20
6. 2. Internet 20
6. 3. Filmografie 21
1. Prolog
1. 1. Vorüberlegungen
„Die Fronten lagen sich sehr dicht gegenüber. […] Abends konnte man dann aus der Stellung mal langsam raus, um sich zu strecken, […] Und dann trat unser Wehrmachtsempfänger, das Verbindungsstück zur Heimat, in Aktion. Und Höhepunkt war gegen 22 Uhr die Sendung vom Sender Belgrad. […] Lale Andersen begleitet von einem Orchester der Luftwaffe. […] Und wenn wir dann abends in der Runde saßen, lautlos alle lauschend, dann ertönte plötzlich auf der anderen Seite, etwa 80 Meter entfernt, irgendwie ein Geräusch und eine Stimme war zu hören: ‚Comrades, louder please!’ Es waren die Engländer, und dieses Lied hatte sich längst auch bei ihnen durchgesetzt. Auf diese Weise hatten wir Abend für Abend eine echte Kampfpause, denn in dieser Zeit fiel kein Schuss und auch gleich danach blieb es noch ruhig.“ 1
Im II. Weltkrieg haben sich Menschen gegenseitig erschossen, zerbombt und vergast. Die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen der Menschheitsgeschichte haben sich in dieser Zeit zugetragen und dennoch wurde dieses Lied „Lili Marleen“, von den sich gegenseitig mordenden Fronten, gehört. Wie mein Eingangszitat beweist, trug „Lili Marleen“ nicht nur dazu bei, sondern war Anlass, dass die Waffen im schwerwiegendsten Krieg, der sich je zugetragen hat, niedergelegt wurden, wenn auch nur für einige Minuten.
Mit „Lili Marleen“ sind zahlreiche deutsche und internationale Namen verbunden, wobei weit mehr als nur der Autor Hans Leip (1893 – 1983), der Komponist Norbert Schultze (1911 – 2002) und die Sängerin Lale Andersen (1905 – 1972), eine individuelle Bearbeitung ihres Schaffens verdient hätten. In der folgenden Arbeit werde ich also weder die drei vorangegangenen Personen beleuchten, noch die genaue Entwicklung des Liedes bearbeiten. Das dieses Lied eine kaum vergleichbare Bedeutung hatte, ist nicht von der Hand zu weisen, doch welche Elemente machen „Lili Marleen“ einzigartig?
Meine Kernfrage möchte ich in der Hausarbeit in drei Hypothesen bzw. Untergliederungen bearbeiten. Jene Aspekte sind nicht rigide voneinander zu trennen, können jedoch wie folgt deklariert werden.
- Zum gemeinverständlichsten Lied unter den Soldaten wurde „Lili Marleen“ durch die textuellen Bezüge.
- Die Beliebtheit des Liedes an allen Fronten ergab sich aus seinem formell gebräuchlichen Klangcharakter.
- Die Popularität und Entwicklung des Liedes stand unter starken Einfluss der NSDAP.
Aus persönlichem Interesse habe ich besonderen Wert auf den ersten der vorangegangenen Aspekte, den Text, gelegt. Weiterhin ist vorwegzunehmen, dass die folgende Untersuchung sich nicht auf die zahlreichen Übersetzungen in so gut wie jede Sprache, noch auf Satiren oder die erste kommerzielle Vertonung durch Rudolf Zink beziehen. Ich behandele ausschließlich die Version Norbert Schultzes, welche Welterfolg erlangte.
1. 2. Der historische Kontext - Massenhomogenisierung seit Kindesbeinen
Nach der Machtübernahme der NSDAP von 1933 ging eine ausgeprägte Umwälzung durch das deutsche Reich. Der Ursprung dieser und letztendlich auch das propagandistische Kernstück der Nazi-Regierung waren gleich in den ersten wesentlichen Punkten des Parteiprogramms verankert.
„§ 1 Wir fordern den Zusammenschluss aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu einem Groß-Deutschenland.
§ 4 Staatsbürger kann nur der sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.“2
Auch wenn sich der erste Paragraf nur auf das außenpolitische Wirken eines „Groß- Deutschlands“ bezieht, erstreckt sich die Gleichmachung von allen „deutschen Volksgenossen“ durch das gesamte Parteiprogramm, sowie die gesamte Innen- und Außenpolitik der damaligen Regierung.
Buchstäblich von Kindesbeinen an, durchliefen die Jungen den Weg von der „kleinen Hitlerjugend“ (HJ) zum „Deutschen Jungvolk“ (DJ) und letztendlich weiter zur eigentlichen „HJ“, bei welcher die „Jugenddienstpflichten“ zur militärischen Vorbereitung finalisiert wurden.3 Einen ähnlichen Weg durchliefen natürlich die Frauen, welche jedoch schlussendlich beim „Bund deutscher Mädels“ auf den Lebensweg „Hausfrau und Mutter“ eingestellt worden sind.
[...]
1 Peters, Christian, „Lili Marleen. – ein Schlager macht Geschichte“, zit. n. Hoffmeister, Werner (ehemals Deutsches Afrikakorps), S. 9.
2 http://www.rechtsgeschichte.jku.at/Lehrveranstaltungen/Allgemeines/Lernbehelfe/
WS/09.Oesterreich%20unter%20dem%20Recht%20der%20Herrenrasse%20
(Nationalsozialismus)/parteiprogramm%20nsdap.pdf (28.07.2005)
3 Vgl. http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/organisationen/jugend/ (28.07.2005)
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