Termpaper, 2005, 19 Pages
Author: Claudia Faller
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Details
Tags: Qualitative, Forschung
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47107-7
File size: 96 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Pädagogisches Institut
Seminar: Empirie II-Narrationsanalyse Qualitative Forschung
Sommersemester 2005, 2. Semester
Qualitative Forschung
von: Claudia Faller
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Geschichte und theoretische Hintergründe qualitativer Forschung 4
1.1 Entwicklungsgeschichte 4
1.2 Theoretische Hintergründe - Das interpretative Paradigma 5
2. Grundannahmen und Kennzeichen qualitativer Forschung 7
3. Methoden der Datenerhebung in der qualitativen Forschung 9
3.1 Befragungsmethoden 10
3.1.1 Das Narrative Interview 10
3.1.2 Das Problemzentrierte Interview 11
3.1.3 Das Leitfadeninterview 12
3.1.4 Gruppendiskussionsverfahren 12
3.2 Beobachtungsverfahren 13
3.2.1 Teilnehmende Beobachtung 13
3.2.2 Nichtteilnehmende Beobachtung 14
3.3 Nichtreaktive Verfahren 14
4. Kritik an qualitativer Forschung 14
5. Gütekriterien qualitativer Forschung 15
5.1 Klassische Gütekriterien 15
5.2 Kriterien der qualitativen Forschung 16
Schlussbetrachtung 18
Literaturverzeichnis 19
Einleitung
Qualitative Forschung ist „eine der methodischen Säulen in der empirischen Sozialforschung“1. Es existiert jedoch keine „feste, allgemeingültige oder verbindliche Bestimmung“2 über das Verständnis qualitativer Forschung. Sie umfasst vielmehr eine Reihe von verschiedenen Methodologien und Forschungsverfahren. Qualitative Forschung geht davon aus, dass jede menschliche Handlung eine bestimmte Bedeutung für die betroffene Person besitzt und aufgrund dieser Bedeutung gehandelt wird. Sie setzt sich als Ziel, diese Bedeutung sozialen Handelns herauszufinden. Zu ihren Aufgaben gehört daher auch die Untersuchung von Lebenswelten in den verschiedenen alltäglichen Bereichen3. Die qualitative Forschung hat vor allem durch die Entwicklung eigener Forschungsmethoden in den 1980er Jahren an Bedeutung gewonnen. Methoden4 dienen einerseits dazu Wege aufzuzeigen, um ein Ziel zu erreichen, andererseits dazu Erkenntnisse zu gewinnen. Sie umfassen ein „System von Regeln, das einen [...] nachvollziehbaren Zugang zur sozialen Wirklichkeit sicherstellen soll“5. Zu den wichtigsten Forschungsmethoden in der qualitativen Forschung gehören die Befragung und die Beobachtung. Im Rahmen dieser Hausarbeit werde ich zu Beginn einen kurzen Überblick über die Entwicklung, die theoretischen Hintergründe, die Kennzeichen und Grundannahmen qualitativer Forschung geben. Im weiteren Verlauf werde ich mit den unterschiedlichen Formen der Befragung und der Beobachtung wichtige Methoden der Datenerhebung qualitativer Forschung vorstellen. Über die Kritik an qualitativen Verfahren werde ich dann anschließend zu den Gütekriterien kommen. Wobei zuerst die klassischen Kriterien erläutert werden und anschließend die für die qualitative Forschung neu definierten Kriterien dargestellt werden. Diese ermöglichen es der qualitativen Forschung eine feste Stellung „in der Landschaft der empirischen Sozialforschung“6 einzunehmen.
1. Geschichte und theoretische Hintergründe qualitativer Forschung
1.1 Entwicklungsgeschichte
In Deutschland setzte die Diskussion um qualitative Forschung Mitte der 1970er Jahre ein. Anfänge qualitativer Denkweisen können in der Pädagogik jedoch schon im 18. Jahrhundert bei Trapp und Niemeyer ausgemacht werden. Schon sie betonten die „Bedeutung biographischer und ethnographischer Ansätze für eine Theorie und Praxis der Erziehung“7. Es ist also nicht neu, dass Lebensläufe, Biographien und das Beobachten, welches ein wichtiges Datenerhebungsverfahren qualitativer Forschung darstellt, die „empirischen Grundlagen“8 in der Pädagogik bilden. Durch die Entwicklung biographischer Methoden in der Psychologie und der Pädagogik kam es in den 1920er Jahren zu einem Aufschwung qualitativer Forschung in Deutschland. Dennoch war die geisteswissenschaftliche Pädagogik Anfang des 20. Jahrhunderts die dominierende pädagogische Richtung und bestimmte mit ihren unterschiedlich ausgeprägten hermeneutischen Methoden bis in die 1960er Jahre das Denken der Erziehungswissenschaften9. In den 1950er Jahren entwickelten sich, zuerst in den USA und England dann auch in Deutschland, empirisch-quantitative Verfahren, die schon einige Jahre später das Verständnis der Erziehungswissenschaften bestimmten10. Unter Hervorhebung der fehlenden Praxisrelevanz der quantitativen Verfahren kam, zuerst in der amerikanischen Soziologie, Anfang der 1970er Jahre die Kritik an quantitativen Methoden auf11. Auch in Deutschland setzten kurz darauf die Diskussionen um eine Wiederbelebung der qualitativen Forschung ein. Es wurden Versuche unternommen um qualitative, in Abgrenzung von quantitativen Verfahren zu etablieren12. Dieses Umdenken von quantitativen hin zu qualitativen Vorgehensweisen bezeichnet Mayring als „Qualitative Wende“13. Anzeichen dafür sieht er zum einen in der Weiterentwicklung der Biografieforschung, die ein immer wichtiger werdendes Feld qualitativer Analyse wurde.
Zum anderen in der Formulierung des interpretativen Paradigmas nach P. Wilson. Hierbei bezog man sich auf den Symbolischen Interaktionismus und die Ethnomethodologie14. In den 1970er und 1980er Jahren drehten sich die Diskussionen hauptsächlich um die Angemessenheit und die Vor- und Nachteile quantitativer bzw. qualitativer Forschung. Beide Ansätze wurden gegenübergestellt und durch „Gegensatzpaare wie flexibel - fixiert, konkret - abstrakt, subjektiv - objektiv gekennzeichnet“15. Durch die Veröffentlichung von Publikationen und Handbüchern, aber vor allem durch die Entwicklung eigener Forschungsmethoden, besonders zu nennen sind das Narrative Interview von Fritz Schütze und die Objektive Hermeneutik von Ulrich Oevermann, gewann die qualitative Forschung Anfang der 1980er Jahre an Bedeutung16.
1 STEINKE, Ines: Kriterien qualitativer Forschung. Ansätze zur Bewertung qualitativer empirischer Sozialforschung. Weinheim, München 1999. S. 9.
2 Ebd., S. 15.
3 KRÜGER, Heinz-H.: Einführung in Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft. Opladen 1997. S. 202.
4 vom griech. Wort methodos (deutsch: Entlanggehen eines Weges). Vgl. KRÜGER, Heinz-H. 1997. S. 177.
5 KRÜGER, Heinz-H. 1997. S. 177.
6 STEINKE, Ines. 1999. S. 10.
7 KRÜGER, Heinz-H. 1997. S. 202.
8 Ebd.
9 Vgl. Ebd.
10 vgl. MAYRING, Philipp: Einführung in die Qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken. Weinheim und Basel 20025. S. 17.
11 FLICK, Uwe: Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. Hamburg 1995. S. 17.
12 KÖNIG, Eckard / ZEDLER, Peter. Theorien der Erziehungswissenschaft. Einführung in Grundlagen, Methoden und praktische Konsequenzen. Weinheim und Basel 20022. S.155.
13 MAYRING, Philipp: Einführung in die Qualitative Sozialforschung. 20025. S. 9.
14 siehe Kapitel 1.2 vgl. MAYRING, Philipp: Eine Anleitung zu qualitativem Denken. 20025. S. 10.
15 KÖNIG, Eckard/ ZEDLER, Peter. 20022. S.155.
16 FLICK, Uwe. 1995. S. 18.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Aspekte konzeptioneller Mündlichkeit in der Chat-Kommunikation
Author: Florian HoffarthGerman Studies - Linguistics, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Bildungsmarketing
Author: Dipl. Sozialpädagoge Sascha JochumPedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Wissensmanagement in Organisationen - Ein (erwachsenen-)pädagogisches Handlungsfeld?
Author: Marten HornbostelPedagogy - Adult Education, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Hermeneutik
Author: Janine KempinPedagogy - Science, Theory, Anthropology, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Empowerment – Schlagwort oder realistische Perspektive?
Author: Kerry HerrmannSocial Pedagogy / Social Work, 2007 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Bedarfsermittlung
Author: Tina HermannPedagogy - Adult Education, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Wissensmanagement: Problemfelder und Hintergründe
Author: Stefan SchmidPedagogy - Media Pedagogy, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Öffentlichkeitsarbeit
Author: Miriam BryantSocial Pedagogy / Social Work, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: