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Autor: Nathalie Blum
Fach: Pädagogik - Medienpädagogik
Details
Tags: Bedeutung, Diskussion, Gewalt, Medien, Theorieentwicklung
Jahr: 2003
Seiten: 15
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 204 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47207-4
Textauszug (computergeneriert)
Die Bedeutung der Diskussion über Gewalt in den Medien für
die medienpädagogische Theorieentwicklung
von: Nathalie Blum
Inhaltsverzeichnis
1. Die aktuelle Gewaltdiskussion S.3
1.1 Die Definition von Gewalt S.3
1.2 Die Gewalt ist Realität S.4
1.3 Die Ursachen von Gewalt und ihre Faszination S.4
2. Theorien und Konzepte : ihre Ergebnisse und Schwierigkeiten S.5
2.1 Kognitionstheoretische Überlegungen zur Aggression S.9
(nach Moser)
1. Die aktuelle Gewaltdiskussion
Seit dem 17.01.2003 ist im Bundestag erneut die Diskussion entfacht, ob Gewalt-Videos, DVD’ s und Killerspiele verboten werden sollen. Anlaß für die erneute Diskussion war das Massaker von Erfurt am 26. 04.2002, bei dem der 19 jährige Robert S. während seines Amoklaufes 17 Menschen ( Lehrer und Schüler ) tötete. In seiner Freizeit spielte er Killerspiele, sah Gewaltvideos und vieles mehr. An diesem Massaker wurde ( wieder ) deutlich, welche extremen Wirkungen von Gewaltmedien ausgehen können, unter Berücksichtigung sozialer Kontexte und personeller Entwicklungen. Zwangsläufig stellt sich die Frage, was überhaupt unter Gewalt, insbesondere der Gewalt in den Medien, zu verstehen ist.
1.1 Die Definition von Gewalt
Gewalt als solches läßt sich verstehen, als ein subjektiver Akt der bloßen physischen Beschädigung, oder ein Angriff auf Leib und Leben. Diese Definition ist leider sehr einseitig und impliziert nicht die ganze Bedeutungsbreite des Begriffes.
Galtung versucht sich mit einer erweiterten Definition: „ Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflußt werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist, als ihre potentielle Verwirklichung. “ Galtung unterscheidet dabei sechs Dimensionen von Gewalt:
• physisch - psychisch
• negative - positive Einflußnahme ( Konsumgesellschaft übt Konsumzwang aus und belohnt bestimmte Verhaltensweisen )
• Existenz eines Objektes ( Atomtests, Umweltverschmutzung, Gewalt gegen Sachen )
• Existenz eines Subjektes ( personale, direkte oder strukturelle, indirekte Gewalt )
• intendiert - nichtintendiert ( wichtig für die Schuldfrage; Moralkodizes, die sich auf intendierte Gewalt beziehen, vernachlässigen die strukturelle Gewalt )
• manifest - latent ( latente Gewalt ist vor direkter Ausübung bereits vorhanden; z.B. im Fall von Diskriminierung )
( vgl. Vollbrecht 2001,S.166 f )
Bezogen auf Mediendarstellungen sieht die Definition des Begriffes Gewalt etwas anders aus. Kepplinger und Dahlem unterschieden 1990 in einem Gutachten der Gewaltkommission folgendes :
• Gewaltdarstellungen im engeren Sinn, Gewalt legitimierende Darstellungen im weiteren Sinn
• Darstellungen realer Gewalt, Darstellungen fiktionaler Gewalt
• Natürliche Gewaltdarstellungen, künstliche Gewaltdarstellungen
( vgl. Vollbrecht 2001, S.167 f )
1.2 Gewalt ist Realität
Gewalt ist in vielen Sendegattungen mit eingewoben. So findet man Gewaltszenen in Krimis, Western, Horrorfilmen, Thrillern, Reality-Shows, in den Nachrichten, Reportagen und vielem mehr. In so gut wie jedem Genre ist die Gewalt anzutreffen, dabei wird oft vergessen, daß die Gewalt die dargestellt wird ihren Ursprung in der Realität findet. Unser Zeitalter der Grausamkeit und Unsicherheit erfand die Atombombe und den Molotow- Cocktail, vervollkommnete die Technik des Terrors und - bei aller Progressbejahung- auch den Terror der Technik In den Bildmedien, aber auch auf Theaterbühnen, sinken stetig die Schamschwellen, sprengt die Mord-, Verletzungs- und Vergewaltigungslust alle Rahmen. Im Kampf um Einschaltquoten und Massenkundschaft setzt die Medienindustrie ( vor allem die Kinoindustrie und die privaten Fernsehanbieter ) bedenkenlos auf Obszönität und Gewalt.
1.3 Die Ursachen von Gewalt und ihre Faszination
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