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Autor: Nicole Singler
Fach: Wirtschaft - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Sozial- und Wirtschaftsgeschichte)
Tags: Geschichte, Kaffees, Schwerpunkt, Berliner, Kaffeehauskultur, Mittelseminar
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 293 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47229-6
Zusammenfassung / Abstract
1669 schrieb Madame de Sévigné: „Das Kaffeetrinken ist eine Mode, die ebenso wie der moderne Schriftsteller Racine der Vergangenheit anheimfallen wird.“. Diese Hausarbeit wird untersuchen, ob Madame de Sévigné Recht behielt, oder ob sich der Kaffee-Kult doch noch erhalten hat. Die Geschichte des Kaffees ist eine lange, interessante, zuweilen auch lustige Geschichte, welche allerdings viele Vermutungen über die Anfänge beinhaltet. Denn gesicherte Quellen darüber, wer den Kaffee entdeckte und wo dies geschah, gibt es nicht. Sicher ist, dass es schon ein langer Weg war, bis der Kaffee seinen heutigen Namen hatte. Chaube, caova, coffee, kavak, qahwah, kahveh waren alles Namen für den fertig zubereiteten Kaffee. Und auch die Bohne und der Strauch besaßen im 16. Jahrhundert viele unterschiedliche Bezeichnungen wie z. B. Bun, Buna, Bunc. Erst ca. 200 Jahre später setzten sich die heutigen europäischen Begriffe durch. Eigenschaften wie Wachheit, schnelles Reaktions- und Kombinationsvermögen sind Ursache und Anlass dafür, dass der Kaffee Einzug in die bürgerliche Gesellschaft hielt und Bier und Wein von der täglichen Getränkekarte verdrängte.
Textauszug (computergeneriert)
Die Geschichte des Kaffees mit dem
Schwerpunkt Berliner Kaffeehauskultur
von: Nicole Singler
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Kaffeelegenden 3
III. Die Verbreitung des Kaffees vom Orient bis nach Europa
a) Die Wurzeln des Kaffees 4
b) Die Verbreitung in Europa und Deutschland 7
c) Der Ersatzkaffee 10
IV. Die Geschichte der Berliner Kaffeehäuser – vom „Café Royal“ zu „Starbucks“ 10
V. Fazit und Ausblick 18
VII. Quellenverzeichnis 19
VIII. Literaturverzeichnis 19
I. Einleitung
1669 schrieb Madame de Sévigné: „Das Kaffeetrinken ist eine Mode, die ebenso wie der moderne Schriftsteller Racine der Vergangenheit anheimfallen wird.“.1 Diese Hausarbeit wird untersuchen, ob Madame de Sévigné Recht behielt, oder ob sich der Kaffee-Kult doch noch erhalten hat. Die Geschichte des Kaffees ist eine lange, interessante, zuweilen auch lustige Geschichte, welche allerdings viele Vermutungen über die Anfänge beinhaltet. Denn gesicherte Quellen darüber, wer den Kaffee entdeckte und wo dies geschah, gibt es nicht. Sicher ist, dass es schon ein langer Weg war, bis der Kaffee seinen heutigen Namen hatte. Chaube, caova, coffee, kavak, qahwah, kahveh waren alles Namen für den fertig zubereiteten Kaffee. Und auch die Bohne und der Strauch besaßen im 16. Jahrhundert viele unterschiedliche Bezeichnungen wie z. B. Bun, Buna, Bunc. Erst ca. 200 Jahre später setzten sich die heutigen europäischen Begriffe durch. Eigenschaften wie Wachheit, schnelles Reaktions- und Kombinationsvermögen sind Ursache und Anlass dafür, dass der Kaffee Einzug in die bürgerliche Gesellschaft hielt und Bier und Wein von der täglichen Getränkekarte verdrängte.
II. Kaffeelegenden
Wie kam es dazu, dass man die Bohnen des Kaffeestrauches röstet, mahlt und dann mit heißem Wasser aufbrüht? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es bisher nicht. Dafür ranken sich aber viele verschiedene Legenden um die Geschichte des Kaffees. So erzählt z. B. Peter Lummel in seinem Buch „Kaffee – Vom Schmuggelgut zum Lifestyle-Klassiker; Drei Jahrhunderte Berliner Kaffeegeschichte“: „Ein brennender Kaffeestrauch oder zufällig ins Feuer gefallene Kaffeesamen sollen – eine von vielen Legenden vom Ursprung des Getränkes – gebildete Mönche in Äthiopien im 14. Jahrhundert darauf gebracht haben, den zweigeteilten Kirschkern (Bohne) über dem Feuer zu rösten, abzukühlen, zu mörsen und mit heißem Wasser zu vermischen. Das ideale Getränk war entdeckt, um sich bei nächtlichen Exerzitien und Gebeten besser wach halten zu können!“2
Faustus Naironus Banesius schrieb 1671 in seinem Traktätlein vom Kaffee, dass es einst einen Kamel- oder Ziegenhirt gab, der sich darüber beklagte, dass seine Tiere keine Ruhe fanden. Er befragte den Prior. Dieser war der Meinung, dass das Futter der Tiere die Ursache beherberge. Der Hirt und zwei Mönche machten sich auf den Weg und fanden eine strauchartige Pflanze, die sie nicht kannten. Sodann bereiteten sie aus der Pflanze einen Aufguss und kosteten ihn. „Ohne das geringste Bedürfnis nach Schlaf verbrachten sie die ganze Nacht in einem angeregten und glücklichen Seelenzustand.“3 Seitdem wurde der Kaffee für die Mönche im Kloster gekocht und Gäste durften kosten. Da die Gäste häufig Kaufleute auf der Durchreise waren, nahmen sie den Kaffee mit auf ihre Wanderschaft und verbreiteten ihn so im gesamten Orient.
Ähnliches erzählt auch der Autor Mark Pendergrast. Er weiß von dem Ziegenhirt Kaldi zu berichten, welcher seine Ziegen des Abends immer mit einem schrillen Pfiff auf seiner Flöte zum Heimgehen bewegte. Eines Abends aber pfiff er, und keine Ziege kam. Er machte sich auf die Suche und fand die Ziegen, auf den Hinterbeinen tanzend, in der Nähe eines Strauches mit roten Beeren. Er sah, dass die Ziegen sich an Beeren und Blättern gütlich taten, probierte selbst ein Paar und bemerkte, wie sich ein Kribbeln im ganzen Körper ausbreitete und er das Bedürfnis hatte, zu tanzen und zu singen. Er ging nach Hause, erzählte den Vorfall seinem Vater. Dieser habe, so Pendergrast, die Geschichte seines Sohnes verbreitet und so den Weg für den Beginn der Kaffeegeschichte geebnet.4
Eine weitere Legende aus dem 13. Jhd. erzählt von der Lebensrettung Omars in der Wüste. Omar verliebte sich in die schöne Tochter des Kalifen und wurde deshalb in eine einsame Steinwüste verbannt. Das einzig Essbare, was er fand, war ein Strauch mit roten Beeren. Er nahm die Beeren auf seiner weiteren Wanderung mit und kochte sie mit Wasser auf. Der Trunk verlieh ihm neue Lebensgeister und heilte seinen Aussatz. Er traf auf einen kranken Einsiedler und heilte ihn mit Hilfe des heißen Getränks. Der Einsiedler zog weiter nach Mokka und berichtete dort von seiner Heilung. Dies kam dem Kalifen zu Ohren. Er erkannte in dem „Wunder“ Allahs Größe und Omars Unschuld. Omar durfte in die Stadt zurückkehren.5
Es wird auch vom Propheten Mohammed berichtet, welcher den Genuss berauschender Getränke untersagte. Mohammed wurde krank. Da erschien ihm der Erzengel Gabriel mit einer Schale dampfender, dunkler Flüssigkeit. Mohammed trank und war gesund. So kam es, dass er diese Flüssigkeit, den Kaffee, als Ersatz für Bier und Wein empfahl.
III. Die Verbreitung des Kaffees vom Orient bis nach Europa
a) Die Wurzeln des Kaffees
[...]
1 Zitiert nach: Heise 1987, S. 37
2 Lummel 2002, S.9
3 Heise 1987, S. 10
4 vgl. Pendergrast 2001, S. 21f.
5 vgl. Café/KaffeeKult, S. 3
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