Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Mirja Brandenburg
Fach: Kunst - Kunstpädagogik
Details
Tags: Kinderzeichnungen, Kunstpädagogik
Jahr: 2004
Seiten: 28
Note: bestanden
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 175 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47270-8
ISBN (Buch): 978-3-638-66156-0
Zusammenfassung / Abstract
Kinderzeichnungen entsprechen nicht unserer Vorstellung von Kunst. Ein Kinderbild basiert nicht auf einem frei intendierten Schaffen, sondern auf einer biologischen Entwicklung, die dem kindlichen Schöpfer keine ästhetische Freiheit gewährt. Das Kind versucht mit seinen Zeichnungen die Wirklichkeit zu erfassen. Gemeint ist damit die subjektive Realität, die sich im Geist des Kindes entwickelt und die während seines Reifens ständigen Veränderungen unterliegt. Die gemeinsame Basis von Künstlern und Kindern ist jedoch das Verlangen nach Aussage, Ausdruck und schöpferischer Tätigkeit, auch der Drang nach Anerkennung spielt eine Rolle. Der Übergang von der „Kinderkunst“ zur Kunst des Erwachsenen ist fliessend und beginnt, wenn das Kind sich der Verbindung von seiner Innen- und Aussenwelt bewusst wird.
Textauszug (computergeneriert)
Kinderzeichnungen
von: Mirja Brandenburg
Fachsemester: 3.
1. Kinderzeichnungen und Kunst 3
2. Ornamentik in der Kinderzeichnung 3
3. Betrachtung von Kinderzeichnungen unter verschiedenen Aspekten 4
4. Umgang mit Kinderzeichnungen 5
5. Entwicklungsphasen der Kinderzeichnung 6
5.1 Die Schmier- und Sudelphase 7
5.2 Die Kritzelphase 7
5.3 Die Entdeckung der Farbe 9
5.4 Die Schemaphase 10
5.5 Die metrische Phase 11
6. Beidhändiges Zeichnen 12
7. Ethnische Besonderheiten von Kinderzeichnungen 12
8. Optik, Haptik und Motorik 13
9. Bildgebrauch 13
10. Selbstreflexion der Kinderzeichnung als autobiographische Erinnerungsarbeit 14
10.1 Auswertung des Fragenkataloges 14
11. Fazit 17
Literatur 19
Anhang 20
1. Kinderzeichnungen und Kunst
Kinderzeichnungen entsprechen nicht unserer Vorstellung von Kunst. Ein Kinderbild basiert nicht auf einem frei intendierten Schaffen, sondern auf einer biologischen Entwicklung, die dem kindlichen Schöpfer keine ästhetische Freiheit gewährt. „Das Ziel der scheinbar künstlerischen Entwicklung des Kindes ist nicht die Kunst, sondern die Wirklichkeit.“ (GRÖZINGER, S. 10) Das Kind versucht mit seinen Zeichnungen die Wirklichkeit zu erfassen. Gemeint ist damit die subjektive Realität, die sich im Geist des Kindes entwickelt und die während seines Reifens ständigen Veränderungen unterliegt. Auch die Phantasie des Kindes entspricht dabei seiner Realität. Die gemeinsame Basis von Künstlern und Kindern ist jedoch das Verlangen nach Aussage, Ausdruck und schöpferischer Tätigkeit, auch der Drang nach Anerkennung spielt eine Rolle. Der Übergang von der „Kinderkunst“ zur Kunst des Erwachsenen ist fliessend und beginnt, wenn das Kind sich der Verbindung von seiner Innen- und Aussenwelt bewusst wird.
2. Ornamentik in der Kinderzeichnung
In den Frühformen der Kinderzeichnung treten während der Kritzelstufe die vier Ordnungen der elementaren Ornamentik zutage: die Reihung, die Kreuzung, der Wechsel und die Streuung. Die Wurzeln der Ornamentik liegen in der menschlichen Motorik und Haptik, die Ornamentik enthält somit unser ursprünglichstes Raum- und Körpergefühl. Die Entdeckung der Bedeutung von Kinderzeichnungen fand erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und somit in der Zeit der abstrakten Kunst statt. In der abstrakten Kunst wurde die Schönheit des Ursprünglichen entdeckt, elementare Ordnungsformen prägen die Werke bedeutender Künstler. Jedoch liegt hier auch die Gefahr die Erscheinungsformen der Kinderzeichnungen nicht als Grundpfeiler der modernen Kunst anzusehen, sondern sie selbst als Kunstwerke zu betrachten. Kinder durchleben die Ordnung unserer Formen im Rahmen ihrer Entwicklung. Ein Kind wiederholt jedoch nicht die Entwicklungsstufen der menschlichen Stile, sondern es „lebt vor und ausserhalb der Geschichte.“ (GRÖZINGER, S.57) „Unsere Erziehung bedeutet für das Kind mit jedem Fortschreiten zugleich ein Heraustreten aus einer allumfassenden Natur, die Geheimnis ist und bleibt.“ (GRÖZINGER, S.58) In der Ornamentik sind das Menschsein selbst, das Atmen, die Bewegung und unser Rhythmus verborgen. Die Grundformen sind im Kind wie in allen Kulturen veranlagt. In den Zickzacklinien einer Kinderzeichnung begegnet uns eine Wiederholung gleicher Elemente. Dieses Urphänomen wird in der Ornamentik Reihung genannt. Die Zickzacklinie hat seine akustische Entsprechung im Rhythmus. Auch der Puls oder das Atmen funktionieren nach demselben Prinzip des stetigen Fortschreitens, des stetigen Auf- und Abbaus. „Zickzack ist ja im Raum dasselbe wie Tick-Tack in der Zeit.“ (GRÖZINGER, S. 26)
3. Betrachtung von Kinderzeichnungen unter verschiedenen Aspekten
Kinderzeichnungen lassen sich unter unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachten. Sie geben wichtige Hinweise auf verschiedene Entwicklungen und damit zusammenhängende Fähigkeiten des Kindes. So lässt die Beobachtung der Feinmotorik Rückschlüsse zu auf die Bewegungsentwicklung und die Auge-Hand Koordination des Kindes. Aus der Betrachtung der Zeichnungen kann sich eine Empfehlung ergeben, ob eine Kind schulreif ist oder nicht, da die Bewegungsentwicklung eine wichtige Lernvoraussetzung für das Erlernen der Schriftsprache ist.
Kinder bewältigen beim Malen ihre Welt. Ihre Bilder können Ausdruck ihrer Gefühlslage sein, ihre Freuden, Wünsche und Ängste widerspiegeln. Die Untersuchung dieser Aspekte in den Kinderzeichnungen entspricht der Arbeit mit der therapeutischen Wirkung des Malens und Zeichnens. Verschiedene psychologische Tests basieren auf Kinderzeichnungen. Hier wird die Auskunft gebende Eigenschaft der Bilder zu diagnostischen Zwecken angewandt. Desweiteren kann das Malen und Zeichnen auch eine vorbeugende, psychohygienische Wirkung haben. Kinder stabilisieren hier ihren gedanklichen Horizont für die komplizierte Welt, die sie nach und nach entdecken. Die Kinder beschäftigen sich bildnerisch mit für sie bedeutsamen Aspekten aus ihrer Umwelt. In keinem Medium spiegelt sich Erleben und Verhalten von Vorschul- und Schulkindern so umfassend wider wie in den Kinderzeichnungen. Anhand von Kinderzeichnungsanalysen lassen sich somit Rückschlüsse auf Verhaltensweisen des Kindes ziehen. Kinder wollen aber auch gerne etwas produzieren, schön machen und den Erwachsenen nachtun. Dabei entwickeln sie ein Gefühl für Form, Farbe, Raum und Gestaltung. Es tritt die bildende, ästhetische Wirkung des Malens und Zeichnens zum Vorschein.
4. Umgang mit Kinderzeichnungen
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: