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Autor: Mirja Brandenburg
Fach: Kunst - Kunstpädagogik
Details
Tags: Symbole, Kinderzeichnung
Jahr: 2004
Seiten: 25
Note: bestanden
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 187 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47271-5
ISBN (Buch): 978-3-638-66157-7
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit widmet sich einer näheren Betrachtung des Symbolbegriffes und knüpft im Anschluss daran Verbindungen zur Kinderzeichnung. Ergänzend werden Künstler angeführt, die sich zu Beginn des 20.Jahrhunderts, als die Kinderzeichnungsforschung in Europa noch in den Kinderschuhen steckte, mit Kinderzeichnungen beschäftigten. Der Hauptteil der Arbeit widmet sich fachdidaktischen Bezugspunkten zu Gunter Otto, Maria Peters und Helga John-Winde.
Textauszug (computergeneriert)
Symbole in der Kinderzeichnung
von: Mirja Brandenburg
Fachsemester: 5.
1. Einführung 3
2. Das Symbol - Definitionsansätze nach Susanne Langer, Gunter Otto und Clemens Knobloch 4
3. Symbolisierung als anthropologisches Merkmal - Die Bedeutung von Symbolen für das Individuum 8
4. Künstler und Kinderzeichnungen 11
5. Ästhetik und Symbolisierung 14
6. Bezüge zur Fachdidaktik 16
6.1 Beurteilen, Interpretieren, Werten 19
6.2 Sinnliche Erfahrungen in Symbole übertragen - ein Unterrichtsbeispiel 21
7. Fazit 22
Literaturverzeichnis 25
1. Einführung
In meiner Arbeit möchte ich den Symbolbegriff näher betrachten und Verbindungen zur Kinderzeichnung knüpfen. Der Text widmet sich zunächst unterschiedlichen Symboldefinitionen. Auffassungen von Susanne Langer, Gunter Otto und Clemens Knobloch werden gegenübergestellt. Die Definitionen summieren sich in einem kurzen Überblick über die Kernthesen von Ernst Cassirer und Susanne Langer zur anthropologischen Bedeutung des Symbols. Es folgt eine Bezugnahme auf Künstler, die sich zu Beginn des 20.Jahrhunderts, als die Kinderzeichnungsforschung in Europa in den Kinderschuhen steckte, mit Kinderzeichnungen beschäftigten. Es wird insbesondere auf Intentionen Paul Klees und Joan Miros und deren individuellen Symbolbildungsprozesse eingegangen. Der Hauptteil der Arbeit widmet sich fachdidaktischen Bezugspunkten nach Theorien von Gunter Otto, Maria Peters und Helga John-Winde. Das Beurteilungssystem zur Kinderzeichnung von Helga John- Winde wird vorgestellt. Es folgt eine Betrachtung der Theorie von Gunter Otto zur Pluralität von Erkenntniswegen. Von Maria Peters wird ein Unterrichtsprojekt behandelt, dass das ästhetische Potential von Differenzen verdeutlichen soll. Da die Kinderzeichnung in Europa erst seit relativ kurzer Zeit wissenschaftlich betrachtet wird und noch viele Unklarheiten herrschen zur weltweiten Verbreitung symbolischer, anthropologischer und kultureller Merkmale innerhalb der Zeichnungen, wird meine Arbeit vorwiegend eine eurozentristische Perspektive einnehmen. Dies soll keineswegs zu einer Übertragung europäischer Phänomene auf andere Kulturkreise führen und daher in ständiger Bewusstheit gehalten werden. Eine Vernetzung internationaler Kinderzeichnungsforschung ist erforderlich, um Fehl- und Vorurteile, die aus diesem Übergewicht europäischer Forschungsergebnisse entstehen, geringer zu halten. Nach europäischen Vorstellungen dienen Symbole dem Menschen zum Welterschliessen. Beim Grosswerden setzen sich Kinder mit ihrer Umwelt auseinander, durch Geschichten, Spiel und Bilder wird die Welt zu ihrer Welt. Dies geschieht nicht durch bloße Übernahme, sondern nach kognitivistischen Theorien durch Verwandlung in Form von Assimilations- und Akkomodationsprozessen. Ein Schlüssel dazu sind symbolische Handlungen. Mediatisierungsprozesse spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Narrationen und Bilder von Kindern lassen zeittypische mediale Strukturen erkennen. Kinder nutzen kulturspezifische Medien um die Sedimente ihre Alltagserfahrungen symbolisch auszudrücken. Narrationen, Spiel und Zeichnungen haben hinsichtlich ihrer Symbole verschiedene mediale Bedingungen. Die Erforschung dieser Bedingungen steckt immer noch in den Anfängen. Die Beschäftigung mit Symbolbildungsprozessen kristallisiert sich jedoch als Grundlage für die Analyse von Kinderzeichnungen heraus. Auch aus diesem Grunde plädieren Fachdidaktiker wie Gunter Otto und Maria Peters für die Bedeutung von schulischer Förderung in Symbolbildungsprozessen. Nach Gunter Otto spielt der Symbolbegriff bei der Erklärung kindlicher Zeichenprozesse eine wichtige Rolle und ist schon häufig in der Literatur aufgegriffen worden. Jedoch ist die Problematik des Symbolisierens und Symbolverstehens fachdidaktisch noch nicht tief genug durchdrungen worden. Er verweist auf die anthropologischen Ansätze Cassirers und Langers, um die Bedeutung des Symbolisierens zu entschlüsseln. Für Otto kommt das Symbol-Lernen an den Schulen zu kurz. Die Schulen sind zu sehr auf wissenschaftliches Denken fixiert. Gerade die Erkenntnis von übertragenden Bedeutungen, die Beschäftigung mit Interpretierbarem und Vieldeutigem hält er für förderungsbedürftig. Abschliessend lässt die Thematik der Symbolbildungsprozesse Verknüpfungen zu anderen wissenschaftlichen Fachrichtungen wie Semiotik und Sozialpsychologie sinnvoll erscheinen, denn diese Wissenschaften sind im Begriff sich mit kognitiven und linguistischen Mitteln zu beschäftigen, die zur Bildung einer gemeinsamen Realität beitragen.
2. Das Symbol - Definitionsansätze nach Susanne Langer, Gunter Otto und Clemens Knobloch
Nach Susanne Langer bedeutet Symbolisieren, dass der Mensch die Fähigkeit hat ein Übergangsobjekt als Repräsentation für etwas anderes anzunehmen. Die menschliche Sprache hat im Gegensatz zum Tierruf eine repräsentative Form erlangt, „indem sie in viel höherem Maße Kooperation unter den Individuen zulässt und es möglich macht, die persönliche Aufmerksamkeit auf abwesende Gegenstände zu richten.“ (Langer; S. 40) Im Gegensatz zum Anzeichen, das unsere Sinne auf einen Gegenstand richtet, ist das Symbol die Repräsentation eines Gegenstandes. Unsere Aufmerksamkeit wird auf diesen abwesenden Gegenstand gerichtet. Erste Übergangsobjekte und somit Grundlage für alle symbolischen Übertragungen können der Schnuller oder das Schmusetuch sein. Die Objekte dienen dem Säugling ab dem 15. Lebensmonat zur Selbstberuhigung, er hat die Fähigkeit erlangt, Gefühle, die seine Mutter bei ihm auslöst, zu übertragen. Auch die Transformation von Gefühlen in Mimik und Gestik, also die Nutzung des eigenen Körpers als Medium ist ein Indiz für den Beginn des Symbolisierens. „Symbolisierung ist die wesentliche Tätigkeit des Geistes.“ (Langer; S.49)
Gunter Otto definiert Symbole zunächst nach anderen Kriterien. Für ihn sind Symbole Träger subjektiver Assoziationen, die wir mit Situationen und Gegenständen verknüpfen. Ein Symbol zeichnet sich damit durch Vieldeutigkeit und Interpretationsbedarf aus. Die Funktion der metaphorischen Bedeutungsübertragung, der Darstellung von unsichtbaren Zusammenhängen ist ihm wichtigstes Kennzeichen für ein Symbol. „In Symbolen wird ein Potential verdichtet, in dem mit Hilfe der Investitionen des Betrachters Bedeutungen gesucht, erspürt, gefühlt, erkannt werden müssen.“ (Otto, S.83)
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