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Autor: Markus Simeit
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Universität der Bundeswehr München (Pädagogik)
Tags: Arbeiterradiobewegung, Geschcihte, Medienpädagogik
Jahr: 2004
Seiten: 13
Note: Gut
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 289 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47288-3
Textauszug (computergeneriert)
Arbeiterradiobewegung
von: Markus Simeit
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Geschichtliche Einordnung
3. Die Entstehungsgeschichte
4. Die Spaltung der Bewegung
a. Der ARB
b. Der FRB
5. Das Ende der Bewegung
6. Resümee und Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis / Anhang
1. Vorwort
Mit dieser Seminararbeit möchte ich die Arbeiterradiobewegung und deren Auswirkungen auf die Medienarbeit darstellen. Sie dient vornehmlich der schriftlichen Fixierung meines Vortrages in der Veranstaltung vom 19. Februar 2004. Des Weiteren ist sie Grundlage für den Scheinerwerb für das Hauptdiplom im Studiengang Pädagogik. Zunächst erfolgt eine grobe Einordnung in den zeitlichen Rahmen, gefolgt von der Vorgeschichte der Bewegung. Anschließend möchte ich über die Gründung und Ursprünge der Bewegung weiter gehen bis zur Spaltung und schließlich dem Verbot der Splittergruppen der Arbeiterradiobewegung. Abschließen möchte ich meine Arbeit mit einem Resümee und einer Zusammenfassung über das Wirken der Arbeiterradiobewegung.
2. Geschichtliche Einordnung
Seinen Ursprung hat das Radio in der Betreuung von Soldaten im ersten Weltkrieg. Der Sender der Hauptfunkstelle Königswusterhausen diente zur „kriegsmoralischen Unterstützung der Frontsoldaten“1 und war damit eine Art Vorläufer des eigentlichen Rundfunks. Vornehmlich wurden über diesen Sender Musik- und Wortsendungen ausgestrahlt, welche die Soldaten über die aktuelle Lage im Krieg informieren sollten. Des Weiteren bestand die Absicht darin, den Soldaten die Heimat näher zu bringen, so dass sie neu motiviert wurden um dann in dem aussichtslosen Stellungskrieg weiter zu kämpfen. Peter Dahl bezeichnet den Sender als „Vorläufer dessen, was wir heute unter Rundfunk verstehen“2 Vor diesem Hintergrund beginnt also die Geschichte des deutschen Rundfunks 1917 mit der Betreuung deutscher Soldaten im ersten Weltkrieg.
Zunächst wird der Rundfunk nicht nur vom Staat sondern vor allem auch der Wirtschaft genutzt, ehe er dem Volk zugänglich gemacht wird. Als erster Funkdienst, welcher vom Staat und der Wirtschaft getragen wird, werden Börsen- und Warendotierungen über den Äther geschickt.3 Ein weiterer Nutznießer des neuen Mediums ist die Reichspost, bei welcher zunächst die Abhörgeräte „geleast“ werden mussten, bevor man sie auf dem freien Markt kaufen konnte. Mitte der 20er Jahre wurden diese Empfänger dann industriell gefertigt und die Funkindustrie blühte auf. Dabei ergaben sich allerdings auch hohe Preise für die Empfänger und angesichts der wirtschaftlichen Lage in Deutschland konnte sich nicht jeder diesen Luxus leisten. Ein weiteres Problem kam noch erschwerend dazu, denn als im Oktober 1923 der Rundfunk in Deutschland eingeführt wurde, musste eine Gebühr entrichtet werden. Nachdem man also zwei Reichsmark zahlte, erhielt man die „Genehmigung zur Einrichtung und zum Betrieb einer Funkempfangsanlage zum Privatgebrauch (dazu siehe Anhang)4 Zunächst gab es nur einen Sender, die Radio-Stunde AG, welchem nach der Entrichtung der Gebühr und der Beschaffung einer Empfangsanlage gelauscht werden konnte. Im Laufe der Zeit kamen dann bis 1926 noch acht weitere Sender hinzu, sowie die bekannte Deutsche Welle, ein überregionaler Langwellensender.5 Da nun aber wie bereits erwähnt der Empfang von Rundfunk zu damaliger Zeit ein Luxus war, eröffneten sich neue Möglichkeiten in den Genuss von Radio zu kommen, ohne sich ein teures Gerät zu beschaffen und ohne die hohen Gebühren zu entrichten.
3. Die Entstehungsgeschichte
Mit den Soldaten, die aus dem Krieg kamen wurde es nun möglich ohne großen finanziellen Aufwand Rundfunk empfangen zu können. Denn die Funker besaßen das technische Wissen und Verständnis, wie man Empfänger mit einfachen Mitteln günstig anfertigen konnte. Mit den selbst gebastelten Geräten entgingen die Arbeiter auch der Empfangsgebühr, wodurch sich das Vergnügen des Rundfunkabhörens als erschwinglich herausstellte. Damit immer mehr Menschen nun diesen günstigen Weg gehen konnten entstanden Bastelgruppen, welche sich deutschlandweit rasend schnell ausbreiteten. Um sich besser zu organisieren und ihre Ziele durch zu setzten, vornehmlich dem Arbeiter den Rundfunk zugänglich zu machen, schlossen sich die zunächst isoliert agierenden Bastelgruppen bald zum Arbeiter-Radio-Klub Deutschland e.V. zusammen (10. April 1924). Die Arbeiter standen den Radiosendungen kritisch gegenüber. So wurde beispielsweise die Staatsnähe und „Arbeiterferne“, die starke Orientierung an Regierung und Wirtschaft, sowie die Ignoranz gegenüber der proletarischen Natur heftig kritisiert.
[...]
1 Medien + Erziehung, H. 2/2003 Seite 113
2 Dahl, Peter, 1983, Seite 13
3 Medien + Erziehung, H. 2/2003 Seite 114
4 Medien + Erziehung H. 2/2003 Seite 114
5 Medien + Erziehung H. 2/2003 Seite 114
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