Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Thomas Oliver Schindler
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters)
Tags: Erziehung, Bildung, Alexanders, Großen, Vergleich, Alexanderromane, Lambrechts, Rodolf, Ulrich, Etzenbachs, Straßburger, Alexander
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47301-9
ISBN (Book): 978-3-638-69290-8
File size: 243 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
„Über die Adelserziehung im hohen Mittelalter ist nur wenig bekannt“. Das Wenige nun, das uns aus der Literatur über höfische Ausbildung bekannt ist, soll im Rahmen der Arbeit kurz zusammengefasst werden und drei zentrale Quellen, die zu diesen Erkenntnissen führten, vorgestellt und verglichen werden. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Erziehung und Bildung Alexanders des Großen in den drei mittelhochdeutschen Alexanderromanen von Lamprecht, Rudolf von Ems und Ulrich von Etzenbach. Obwohl den drei zu behandelnden Autoren sehr wohl die antiken Quellen als Vorlage dienten, änderten sie bestimmte Inhalte auf unterschiedliche Weise und aus unterschiedlichen zeitgenössischen Motiven. Zu jenen Inhalten zählen auch die Bereiche Erziehung und (Aus-)Bildung Alexanders zum künftigen Herrscher, welche in seine Kindheits- und Jugendgeschichte verstrickt sind. Diese Unterschiede im Ausbildungsabschnitt zu untersuchen und dadurch Schlussfolgerungen auf deren Motive ziehen zu können, soll Ziel der vorliegenden Arbeit sein. Dazu sollen die drei Werke auf strukturelle und inhaltliche Gemeinsamkeiten und Abweichungen hin untersucht, analysiert und das Ergebnis interpretiert werden. Um eigene Thesen und daraus resultierende Ergebnisse zu stützen und um ein breites Feld von Forschungsmeinungen zu repräsentieren, wird unterschiedliche Sekundärliteratur verwendet: Zunächst Überblickswerke von Trude Ehlert, Markus Stock, Thomas Klein, Herwig Buntz und das Verfasserlexikon zur Orientierung und für allgemeine Informationen; und im weiteren Literatur welche speziell die Kindheits- und Jugendgeschichte bzw. die Ausbildung, die Erziehung und das Herrscherideal zum Teil explizit für Alexander berücksichtigt von Elisabeth Lienert, Anja Russ, Hans Szklenar, Kugler Hartmut und Christoph Mackert.
Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität Wintersemester 2003 / 2004
Institut für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters
Proseminar: „Straßburger Alexander“
Alexanders Erziehung und Bildung im Vergleich der drei
mittelhochdeutschen Alexanderromane von Lambrechts,
Rodolf von Ems und Ulrich von Etzenbachs
von: Thomas Oliver Schindler
Gliederung
1. Einleitung 2
2. Hauptteil 4
2.1. Darstellung der Erziehungsgeschichte Alexanders in der Leitversion, Lamprechts „Straßburger Alexander“ 4
2.2. Darstellung der Bildungsgeschichte bei Rudolf von Ems und Vergleich mit der Leitversion 9
2.3. Darstellung der Bildungsgeschichte bei Ulrich von Etzenbach und Vergleich mit der Leitversion und Rudolfs Alexander 15
3. Zusammenfassung 19
4. Literatur 21
1. Primärliteratur 21
2. Sekundärliteratur 21
1. Einleitung
„Über die Adelserziehung im hohen Mittelalter ist nur wenig bekannt. Das liegt nicht zuletzt daran, daß die historischen Zeugnisse, die darüber Auskunft geben, noch nicht in dem erwünschten Umfang gesammelt und ausgewertet worden sind“1. Dieses Zitat Joachim Bumkes veranschaulicht den Untersuchungsbedarf sehr treffend, denn die wenigen Informationen über Bildung und Erziehung erschließen sich hauptsächlich aus literarischen Quellen wie unter anderem den mittelhochdeutschen Alexanderromanen, welche unter diesem Aspekt in deutlicherem Ausmaß untersucht werden müssen. Obwohl hier die antike Thematik Alexanders des Großen behandelt wird, rücken alle Autoren die Handlung jeweils mit unterschiedlicher Intensität in ein „erstaunlich mittelalterlich geprägte[s] Umfeld“2. Das Wenige nun, das uns aus der Literatur über höfische Ausbildung bekannt ist, soll im wesentlichen kurz zusammengefasst werden: Die Adligenerziehung war einerseits in Ritterlehre und Hoflehre, andererseits in Praxis und Theorie geteilt3. „Gut bezeugt ist es, daß die jungen Adeligen zur Erziehung [wohl oft] an einen anderen Hof geschickt wurden“, um dort als „Pagen und Edelknappen zu dienen“ und so ihre Ausbildung absolvierten4. Alle Quellengruppen verdeutlichen, daß die praktischen, sportlichen und militärischen Übungen5 den Hauptteil einnahmen. Neben der Praxis gab es die Theorie der Herrscher- und Hoflehre: darin beinhaltet waren Lehren der christlichen Tugenden (z.B. Barmherzigkeit, Wohltätigkeit, Güte, Freigiebigkeit, Demut, Maß), Verhalten in der Gesellschaft und Umgang mit Damen. Intellektuelle Ausbildung wurde in der klassischen Fürstenlehre selten praktiziert und so waren wohl viele Adlige auch nach ihrer Schulung noch Analphabeten, wohingegen meist nur thronfolgende Prinzen auch wissenschaftliche und literarische Lehre genossen. „In diesem Punkt haben sich […] höfische Dichter weniger streng an die Verhältnisse gehalten, indem sie verschiedentlich ihren Helden eine wissenschaftliche Ausbildung zukommen ließen.“ Thematisiert wurden bei ihnen u. a. reiche Fremdsprachenkenntnisse, Sprachgewandtheit der eigenen Sprache und musikalische Fähigkeiten6.
Zu jenen zusammengefassten Erkenntnissen trugen auch die Werke der drei hier zu behandelnden Autoren bei. Der älteste Autor ist Lamprecht, der sich selbst als Geistlichen (pfaffe) bezeichnete und dessen Alexanderroman um 1160 n. Chr. entstanden sein dürfte7. Lamprecht benutzte offensichtlich Alberic de Pisancon als Vorlage, außerdem waren ihm wohl die antiken Quellen bekannt8. Da die Originalversion verloren ist, liegen uns nur noch drei verschiedene Abschriften (die Versionen Vorau, Straßburg und Basel)9 aus verschiedenen Zeiträumen vor, welche Rückschlüsse auf das Original erlauben. In der vorliegenden Arbeit wird mit der ‚Straßburger Abschrift‘ (7.151Verse) als Leitversion gearbeitet werden, Vorau und Basel sollen, wenn überhaupt, nur vereinzelt bei relevanten Abweichungen erwähnt werden. Zweitältester Autor ist Rudolf von Ems, der sich als Dienstmann bezeichnete und wohl dem Stand der Ministerialität entstammte. Sein literarisches Wirken wird auf den Zeitraum 1220 –1250 n. Chr. datiert, in dem er auch sein Alexanderwerk in zwei Phasen mit insgesamt 21.643 Versen anfertigte. Seine Vorlagen wechseln mit Beginn der zweiten Arbeitsphase von der ‚Historia de preliis‘ zu Curtius Rufus ‚Historiae Alexandri Magni‘10. Ulrich von Etzenbach ist der dritte und letzte Autor, dessen Werk in der vorliegenden Arbeit untersucht werden wird. Wie aus seinen Werken hervorgeht, scheint er um 1253 – 1312 n. Chr. der erste deutschsprachige Dichter am böhmischen Königshof gewesen zu sein. Seinen 28.000 Verse umfassenden Alexander, dessen Vorlagen Walthers von Châtilillon Roman ‚Alexandreis‘11 und vereinzelt auch die ‚Historia de preliis‘ waren, widmete er den böhmischen Königen12 seiner Zeit. Vervollständigt wird sein Werk durch den ‚Alexander- Anhang‘, den er ausdrücklich als Nachtrag zur vorhandenen Dichtung präsentierte und dem böhmischen Landherrn Borso widmete.
Obwohl den drei zu behandelnden Autoren also sehr wohl die im antiken Stil gehaltenen Quellen als Vorlage dienten, änderten sie bestimmte Inhalte auf unterschiedliche Weise und aus unterschiedlichen mittelalterlichen Motiven. Zu jenen Inhalten zählen auch die Bereiche Erziehung und (Aus-)Bildung Alexanders zum künftigen Herrscher, welche in seine Kindheits- und Jugendgeschichte verstrickt sind. Diese Unterschiede im Ausbildungsabschnitt zu untersuchen und dadurch Schlussfolgerungen auf deren Motive ziehen zu können, soll Ziel der vorliegenden Arbeit sein. Dazu sollen die drei Werke auf strukturelle und inhaltliche Gemeinsamkeiten und Abweichungen hin untersucht, analysiert und das Ergebnis interpretiert werden.
Um eigene Thesen und daraus resultierende Ergebnisse zu stützen und um ein breites Feld von Forschungsmeinungen zu repräsentieren, wird unterschiedliche Sekundärliteratur verwendet: Zunächst Überblickswerke von Trude Ehlert, Markus Stock, Thomas Klein, Herwig Buntz und das Verfasserlexikon zur Orientierung und für allgemeine Informationen; und im weiteren Literatur welche speziell die Kindheits- und Jugendgeschichte bzw. die Ausbildung, die Erziehung und das Herrscherideal zum Teil explizit für Alexander berücksichtigt von Elisabeth Lienert, Anja Russ, Hans Szklenar, Kugler Hartmut und Christoph Mackert.
2. Hauptteil
[...]
1 Joachim Bumke: Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter.(Band2) 4. Aufl., München 1987, S. 433.
2 Verfasserlexikon: Nr. 9 (1995) Sp. 1259, s. v. Ulrich von Etzenbach.
3 D.h. Ritter- wie Hoflehre beinhalten beide Theorie und Praxis, z.B. hat Hoflehre praktische Teile wie Verhalten bei Tisch etc., Ritterlehre hat Theorieteile wie Taktik und Strategie.
4 Bumke: Höfische Kultur, S. 433f.
5 „Das Erlernen ritterlicher Reit- und Waffentechnik“ Bumke: Höfische Kultur, S. 433.
6 „Im Anhang zum >Alexander< von Ulrich von Etzenbach wurde sogar behauptet, daß nur adlige Abstammung zum kunstvollen von Saiteninstrumenten qualifiziere (1968ff.)“ Bumke: Höfische Kultur, S. 438.
7 Nach Lintzels Datierung, siehe Verfasserlexikon, Nr. 5 (1985) Sp. 495, s. v. Pfaffe Lambrecht.
8 Christoph Mackert: Die Alexandergeschichte in der Version des ‚Pfaffen‘ Lambrecht. Die frühmittelhochdeutsche Bearbeitung der Alexanderdichtung des Alberich von Bisinzo und die Anfänge Weltlicher Schriftepik in der deutschen Sprache. München 1999 (Beihefte zu Poetica; Heft 23). S. 171.
9 Die drei Versionen unterscheiden sich in Umfang, Vollständigkeit und Inhalt deutlich.
10 Verfasserlexikon: Nr. 8 (1992) Sp. 332, s. v. Rudolf von Ems.
11 auf Q. Curtius Rufus basierend, Verfasserlexikon: Nr. 9 (1995) Sp. 1258, s. v. Ulrich von Etzenbach.
12 Zunächst Ottokar II. und nach dessen Tod seinem Nachfolger Wenzel II.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Von Erdbeben, Greifenaugen und kundigen Männern - Kindheit und Erziehung in der mittelalterlichen Alexanderdichtung
Author: Martin LehmannnGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Die Relevanz der Semiotik für die Gestaltung von Slogans und Markennamen
Author: Diplom-Medienwirtin (FH) Nina LampretEconomics / Business: Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research, 2004 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Ich- und Ach-Laute. Korrektive Phonetik für fortgeschrittene bulgarische Lerner
Authors: M.A. Adriana Slavcheva, Sultan Al-FarsiGerman - German as a Foreign Language / Second Language, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Semiotische Codes in der Werbung - Plakative Zeichen in der Werbung
Author: Anne-Meike StukeGerman Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Über Franz Kafkas Roman "Der Verschollene" - Die Beziehung des Protagonisten Karl Roßmann zur restlichen Figurenwelt
Author: Stephanie MeyerGerman Studies - Modern German Literature, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Semiotik und Werbung - Analyse einer brasilianischen Printanzeige
Author: Marc BergerSpeech Science / Linguistics, 2007 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Frauenbildung im 18.Jh
Author: Bozena EsskaliGerman - History of Literature, Eras, 2000 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Die Semiotik als Grundlage zur Analyse von Werbeanzeigen
Author: Walter ScheufenSpeech Science / Linguistics, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Franz Kafkas Darstellung von Amerika im Roman "Der Verschollene" ("Amerika")
Author: Peter LoeksGerman Studies - Modern German Literature, 2001 Download as PDF-file for 4,99 EUR
„Das Erdbeben in Chili“ und Kleists Rezeption der Theodizee - Debatte von 1756
Author: Claudia SchöllGerman Studies - Modern German Literature, 2002 Download as PDF-file for 4,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: