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Geschlechtsspezifischer Sprachgebrauch - Lakoffs Unsicherheitshypothese

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 17 Pages
Author: Annika Rönchen
Subject: English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 17
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V5138
ISBN (E-book): 978-3-638-13126-1

File size: 188 KB


Excerpt (computer-generated)

Geschlechtsspezifischer Sprachgebrauch

von Annika Rönchen

Inhaltsangabe

1. Einleitung S. 3

2. Lakoffs Unsicherheitshypothese S. 4

2.1 Merkmale der Frauensprache S. 4
2.1.1 Lexikalische Unterschiede S. 5
2.1.2 Syntaktische Unterschiede S. 6
2.1.3 Höflichkeit S. 7

2.2 Erklärungen und Schlüsse S. 7

3. Andere Studien S. 8

3.1 Brouwer et al. "Speech differences between women and men:
On the wrong track?" S. 9
3.2 Crosby, Nyquist "The female register: An empirical study of
Lakoff′s hypotheses" S. 10
3.3 Cameron, McAlinden, O′Leary "Lakoff in context: the social
and linguistic functions of tag questions" S. 12

Literaturverzeichnis S. 17

1. Einleitung

Bereits im 17. und 18. Jahrhundert untersuchten europäische Entdecker außereuropäische Sprachen auf Merkmale unterschiedlichen Sprachgebrauchs von weiblichen und männlichen Mitgliedern der jeweiligen Sprachgemeinschaft. Es wurden sowohl Unterschiede bezüglich gender festgestellt, d.h. unterschiedliche Formen von Adjektiven u.a. für feminine und maskuline Bezugsworte, als auch Unterschiede in der Sprache von Frauen und Männern.
Im 19. Jahrhundert prägte der Sprachforscher Frazer hierfür die Begriffe objective gender und subjective gender. Er nahm an, dass diese beiden Phänomene miteinander durch die historische Entwicklung verknüpft und nicht etwa Ausdruck von sozialen, psychologischen oder kognitiven Tendenzen seien, was später für plausibler gehalten wurde.
Die Studien regten jedoch auch im 19. Jahrhundert in Europa kein gesteigertes Interesse für dieses Thema an. Bei der Untersuchung der Sprachen fanden die Forscher sex-exclusive differentiation, also Sprachelemente, die entweder nur bei den Sprechern oder nur bei den Sprecherinnen auftraten, und sex-preferential differentiation, die bevorzugte Verwendung bestimmter Sprachelemente von Männern oder Frauen. Einen Zusammenhang zu ihrer eigenen Gesellschaft stellten die Wissenschaftler nicht her. Man war sich einig, dass sex-exclusive differentiation in europäischen Sprachen nicht vorkam. Andererseits hielt man die Tatsache, dass Frauen und Männer unterschiedlich sprechen, für so trivial und weitläufig bekannt, dass man sich nicht genötigt sah, diesen Punkt weiter zu verfolgen. Unter den Sprachforschern herrschte allgemein die Auffassung, dass die Frauen des europäischen Sprachraums auf ihre eigene Weise sprächen, "using trivial vocabulary, avoiding harsh and unseemly words, speaking a conservative form of the language, talking too much..." (Bodine, S. 131).
Erst 1954 machte Reik in einem Rückblick einen ersten ernsthaften Versuch, geschlechtsspezifische Sprachunterschiede im europäischen Sprachraum mit den "exotischen" Sprachen zu vergleichen. In den 70er Jahren kam neues Interesse für das Thema auf. Es wurden unter anderem im Zuge der Frauenbewegung Gründe und Konsequenzen für die Unterschiede im Sprachgebrauch untersucht.
Auch die amerikanische Linguistin Robin Lakoff stellte sich in "Language and Woman′s Place" von 1975 die Frage, was Sprache und Sprachgebrauch über die Ungleichheiten der Frauen- und Männerrollen in der Gesellschaft sagen können. Sie stellte die These auf, dass, obwohl es in der englischen Sprache kein Wort gibt, das ausschließlich von einem Geschlecht verwendet werden darf, sich der gesellschaftlich geringere Status der Frau in ihrer sich von der männlichen unterscheidenden Sprache widerspiegelt.
Als Reaktionen auf ihre Veröffentlichung erschienen in den folgenden Jahren viele Studien, die versuchten, Lakoffs Hypothesen zu bestätigen, zu widerlegen, oder einige Punkte genauer zu untersuchen. Lakoffs allgemeine und relativ ungesicherte Annahmen regten viele weiter führende Untersuchungen an und gaben den Anstoß, dieses Feld der Linguistik grundlegender zu erforschen.

2. Lakoffs Unsicherheitshypothese

Die amerikanische Linguistin Robin Lakoff stellte sich in den 70er Jahren die Frage, was der unterschiedliche Sprachgebrauch von Frauen und Männern über die Ungleichheiten ihres gesellschaftlichen Status aussagen kann. Da der Sprachgebrauch einer Person durch ihr soziales Umfeld bestimmt wird, kann man durch die Analyse der Sprache auch Aussagen über die Gesellschaft treffen.
Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen und Intuition untersuchte Lakoff ihren eigenen Wortschatz, den von Bekannten und den in den Medien vorkommenden auf Ungleichheiten von Frauen- und Männersprache. Sie kam mithilfe von Introspektion zu dem Schluss, dass Frauensprache durch gewisse Merkmale gekennzeichnet ist, die auf den Status der Frau in der Gesellschaft zurückzuführen sind. So müssen Frauen in der Regel zwei "Sprachen" beherrschen: die Frauensprache, die bei Frauen akzeptiert, bei Männern aber als lächerlich empfunden wird, und die Männersprache, die "neutrale" Sprache. Frauen haben oft die Wahl zwischen diesen beiden Varianten und müssen sich je nach Situation entscheiden, welche die angemessene ist.
Während die von den Männern verwendete Variante von Lakoff als neutral eingeschätzt wird, schreibt sie der Frauensprache eine bestimmte Wirkung auf den Zuhörer zu: Wer die Frauensprache benutzt, wirkt schwach, unentschlossen, nicht fähig, wichtige Entscheidungen zu treffen und unsicher.

[...]


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