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Autor: Irene Orf
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Tags: Presse, Dritten, Reich, Proseminar, Medienlehre
Jahr: 2004
Seiten: 23
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 247 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47391-0
Textauszug (computergeneriert)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft
Proseminar I: Medienlehre
Fachsemester: 01, Wintersemester 2003
Die Presse im Dritten Reich (1933-1945)
von: Irene Orf
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Situation der Presse vor der Machtergreifung 1933 4
3 Bedeutung der Presse für die Nationalsozialisten / Medienpolitische Ziele 4
4 Gleichschaltung der Presse 5
5 Die vier Ebenen der Presselenkung 5
5.1 Institutionelle Ebene 5
5.2 Rechtliche Ebene 7
5.3 Wirtschaftliche Ebene 8
5.4 Inhaltliche Ebene 10
6 Lenkungsschwächen im System 12
7 Die Presse im Dritten Reich 13
7.1 Die NS-Presse 13
7.1.1 Die NS-Gaupresse 13
7.1.2 Die nationalsozialistische Parteipresse 14
7.1.3 Die Wochenzeitung das Reich 16
7.2 Die großen demokratischen Zeitungen 16
8 Möglichkeiten zum publizistischen Widerstand 18
8.1 Exilpresse 20
9 Fazit 21
Literatur 23
1 Einleitung
„Der Sieg einer Idee wird umso eher möglich sein, je umfassender die Propaganda die Menschen in ihrer Gesamtheit bearbeitet hat und je ausschließlicher, straffer und fester die Organisation ist, die den Kampf praktisch durchführt.“ (Adolf Hitler, Mein Kampf, hier München, 1943, S.203, zit. n. Fischer, 1982, S. 229) Das Thema „Die Presse im Dritten Reich“ könnte kaum besser auf den Punkt gebracht werden als mit den eigenen Worten desjenigen, der mit zahleichen Mithelfern – oder Mittätern - diese Epoche inszenierte und prägte. Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg stellen zweifellos einen ebenso tiefen wie dunklen Einschnitt in die Geschichte der Deutschen Presse dar. Es ist dies eine Epoche, die gezeigt hat, was geschehen kann, wenn die Presse der Macht einer Regierung untertan wird, für deren Ideologien missbraucht und auf diese Weise ein Mittel zur Manipulation eines ganzen Volkes wird. Aus der heutigen Sicht, besonders der Nachgeborenen, scheint es kaum fassbar und nachvollziehbar, wie es eine Regierung auf eine einerseits so barbarische und hetzerische, andererseits so systematisch und bis ins kleinste Detail geplante Art und Weise vermochte, gegen alle demokratischen Grundsätze das gesamte öffentliche Leben unter ihre Kontrolle zu bringen und jeden Widerstand im Keim zu ersticken.
Doch Unverständnis und vorschnelles Verurteilen ist oft die Folge von Unkenntnis. Am Beispiel der Presselenkung im Dritten Reich soll daher in folgender Arbeit der Versuch gemacht werden, durch das Aufzeigen von Fakten und das Darlegen der systematischen Vorgehensweise der damaligen Regierung dieses Unverständnis zumindest zu mildern und sich so der Gefahr der historischen Besserwisserei zu entziehen. Im ersten Teil der Arbeit soll die nationalsozialistische Idee der „Gleichschaltung der Presse“ erläutert werden und die damit verbundene Presselenkung auf den verschiedenen Ebenen aufgezeigt werden. Die Lenkungsschwächen dieses Systems sollen hierbei nicht ausgespart bleiben. Nach einem Überblick über die damalige Presselandschaft, sowohl über die NS-Presse als auch über die großen demokratischen Tageszeitungen, soll zum Schluss auf die Frage eingegangen werden, ob und in welcher Art und Weise es Möglichkeiten zur publizistischen Opposition gab.
2 Die Situation der Presse vor der Machtergreifung 1933
In politischen Krisenzeiten mit Zeitungsverboten zu operieren, hatte in Deutschland Tradition (Frei / Schmitz, 1989, S. 22). So gab es schon vor der Machtergreifung durch die NSDAP Gesetze, welche die Presse- und Meinungsfreiheit einschränkten. Hierunter fällt zunächst das Gesetz „Zum Schutz der Republik“ von 1922, welches die Reichsregierung dazu ermächtigte, gegen Ausschreitungen der revolutionären und staatsfeindlichen Parteipresse vorzugehen. Parteitreue Blätter waren in der Weimarer Republik nicht ungewöhnlich, das Gesetz zielte damals vor allem auf die linke Parteipresse ab (Frei / Schmitz, 1989, S. 22).
Besondere Bedeutung kam aber den in den Krisenjahren 1931 und 1932 (unter Rückgriff auf Artikel 48 der Weimarer Verfassung) erlassenen Pressenotverordnungen zu, nach denen Zeitungen, deren Artikel nach Ansicht des Staates bzw. der Partei die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdeten, bis zu acht Wochen verboten werden konnten (Pürer / Raabe, 1996, S. 68). Die NSDAP selbst verfügte schon Mitte der zwanziger Jahre über eine funktionierende „Reichspropagandaleitung“, zunächst unter Himmler, ab 1930 dann unter Goebbels. So veröffentlichte sie schon in dieser Zeit eigene Blätter, darunter seit 1927 die Zeitung Angriff, durch die sie ihre Hetzkampagnen besonders gegen die Juden an die Bevölkerung brachten und so auf sich aufmerksam machten.
3 Bedeutung der Presse für die Nationalsozialisten / Medienpolitische Ziele
Die Presse stellte für die Nationalsozialisten eines der wichtigsten Instrumente zur Massenbeeinflussung und Erziehung der Deutschen im Sinne ihrer Ideologie dar. Ihre politischen Ziele sollten durch Agitation, Stimmungsmache und Hetzkampagnen in die Bürger injiziert werden, die nichts anderes erfahren sollten als die Argumente der allein regierenden Partei, die selbst keiner Kontrolle unterlag (Toepser-Ziegert, 1984, Vorwort I Fritz Sänger, S. 11). So machten sich die Nationalsozialisten, kaum dass sie an die Macht gekommen waren, daran, sämtliche publizistischen Produkte und Produzenten in ihre Hände zu bringen, um so eine „größtmögliche ideologische Uniformität der Aussageinhalte“ (Fischer, 1982, S. 233) zu erreichen. Erklärtes Ziel der Propagandapolitik Goebbels’ war es, „dass die Presse so fein organisiert ist, daß sie in der Hand der Regierung sozusagen ein Klavier ist, auf dem die Regierung spielen kann“ (zit. n. Pürer / Raabe, 1996, S. 65).
4 Gleichschaltung der Presse
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