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Das Thema Sterben und Tod in Kinderbüchern - 'Leb wohl lieber Dachs' von Susan Varley

Termpaper, 2004, 22 Pages
Author: Sarah Unthan
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V51441
ISBN (E-book): 978-3-638-47413-9
ISBN (Book): 978-3-638-59729-6
File size: 176 KB

Abstract

Kinder begegnen dem Thema Sterben und Tod auf vielerlei Weise. Beobachtungen im Fernsehen, Gespräche der Erwachsenen über den Tod, Verlust eines Haustieres, der Großeltern oder eines anderen geliebten Menschen, konfrontieren sie frühzeitig mit diesem Thema. Diese schmerzlichen Erfahrungen sind für Kinder meist sehr schwer zu verarbeiten, und auch Erwachsene sind hiermit oft überfordert. Um als Lehrer die Trauer der Kinder nachvollziehen zu können, sollte man sich somit nicht nur mit wissenschaftlicher Literatur über die Themen Sterben und Tod befassen, sondern vor allem auch geeignete Wege finden, mit Kindern das Thema in angemessener Weise zu be- und verarbeiten. Gerade illustrierte Bücher können für Kinder eine Möglichkeit sein, die Angst vor dem eigenen bevorstehenden Tod, die Trauer nach dem Tod eines geliebten Lebewesens, aber auch die allgemeine Angst vor dem Tod aufzufangen. So kann ein sinnvoller Beitrag zur Trauerarbeit und gegen die Angst geleistet, vor allem aber auch den Kindern geholfen werden, ein angstfreies Konzept vom Tod zu bilden. In dieser Hausarbeit sollen nicht primär die wissenschaftlichen Hintergründe der Trauerverarbeitung und Angstvorstellungen bei Kindern im Vordergrund stehen. An erster Stelle steht hier die Analyse des Buches `Leb wohl lieber Dachs` von Susan Varley, unter dem Aspekt der Eignung als Bilderbuch zum Thema Sterben, Tod und Trauer. Zunächst folgt somit eine inhaltliche Analyse des ausgewählten Buches. Anschließend soll das Augenmerk auf der stilistischen Analyse liegen, um abschließend einige didaktisch-methodische Überlegungen anzustellen.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms Universität Münster
Institut für Deutsche Sprache und ihre Didaktik
Lesen und Schreiben in psychischen Krisensituationen
Sommersemester 2004

Das Thema Sterben und Tod in Kinderbüchern
′Leb wohl lieber Dachs′ von Susan Varley

von: Sarah Unthan

 


Inhalt

I Einleitung 3

II Buchanalyse 4

1. Inhaltliche Analyse 4

1.1 Inhaltsangabe 4
1.2 Authentizität der Sterbe- und Todesdarstellung 5
1.3 Veranschaulichungsgrad von Stimmungen 8
1.4 Plausibilität von Lösungs- und Bewältigungsstrategien 12
1.5 Kommunikations- und Interaktionsstrukturen 13
1.6 Offenheitsgrad bezüglich religiöser Wertmaßstäbe 14

2. Stilanalyse – Sprache/Form 14

2.1 Äußere Aufmachung 14
2.2 Aufbau/Struktur 15
2.3 Sprachanalyse 17
2.4 Bildanalyse 17

3. Didaktisch-methodische Überlegungen 18

III Literaturverzeichnis 22




 

I Einleitung

Kinder begegnen dem Thema Sterben und Tod auf vielerlei Weise. Beobachtungen im Fernsehen, Gespräche der Erwachsenen über den Tod, Verlust eines Haustieres, der Großeltern oder eines anderen geliebten Menschen, konfrontieren sie frühzeitig mit diesem Thema. Diese schmerzlichen Erfahrungen sind für Kinder meist sehr schwer zu verarbeiten, und auch Erwachsene sind hiermit oft überfordert. Um als Lehrer die Trauer der Kinder nachvollziehen zu können, sollte man sich somit nicht nur mit wissenschaftlicher Literatur über die Themen Sterben und Tod befassen, sondern vor allem auch geeignete Wege finden, mit Kindern das Thema in angemessener Weise zu be- und verarbeiten. Gerade illustrierte Bücher können für Kinder eine Möglichkeit sein, die Angst vor dem eigenen bevorstehenden Tod, die Trauer nach dem Tod eines geliebten Lebewesens, aber auch die allgemeine Angst vor dem Tod aufzufangen. So kann ein sinnvoller Beitrag zur Trauerarbeit und gegen die Angst geleistet, vor allem aber auch den Kindern geholfen werden, ein angstfreies Konzept vom Tod zu bilden.

In dieser Hausarbeit sollen nicht primär die wissenschaftlichen Hintergründe der Trauerverarbeitung und Angstvorstellungen bei Kindern im Vordergrund stehen. An erster Stelle steht hier die Analyse des Buches `Leb wohl lieber Dachs` von Susan Varley, unter dem Aspekt der Eignung als Bilderbuch zum Thema Sterben, Tod und Trauer. Zunächst folgt somit eine inhaltliche Analyse des ausgewählten Buches. Anschließend soll das Augenmerk auf der stilistischen Analyse liegen, um abschließend einige didaktisch-methodische Überlegungen anzustellen.

II Buchanalyse

1. Inhaltliche Analyse

Für die inhaltliche Analyse nutze ich größtenteils die Kriterien zur Analyse von Bilderbüchern für Kinder von Martina Plieth.1 Ich halte die Kriterien für sehr gelungen und denke, dass sie die wichtigsten Punkte zu Analyse von Bilderbüchern beinhalten.

1.1 Inhaltsangabe

Das Bilderbuch `Leb wohl lieber Dachs` beschreibt den Tod eines alten Dachses und den Umgang der zurückgebliebenen Tiere mit ihrer Trauer: Der Dachs ist bei allen Tieren im Wald sehr beliebt, da er sehr zuverlässig und immer hilfsbereit ist. Doch der Dachs ist sehr alt, und weiß, dass er bald sterben muss. Für ihn ist das in Ordnung, der Dachs hat keine Angst vor dem Tod. Er hat es auch bereits allen seinen Freunden erzählt und hofft, dass sie nicht allzu traurig sein würden, wenn es einmal soweit sei. Eines Abends schreibt der Dachs einen Brief und schläft dann ein. Er träumt von einem Tunnel, durch den er geht und davon, dass er ohne Schmerzen und ohne seinen Stock laufen kann. Am nächsten Morgen wundern sich die Tiere, dass der Dachs nicht wie sonst aus seinem Bau kommt. Schließlich erfahren sie von dem Fuchs von dem Tod des Dachses und dass er einen Abschiedsbrief an seine Freunde geschrieben hat. Die Tiere sind sehr traurig. Es wird Winter und danach Frühling, die Tiere besuchen einander und sprechen oft über den Dachs. Sie erinnern sich gegenseitig an die schöne Zeit und an die Fähigkeiten, die er ihnen allen beigebracht hat. Dem Maulwurf hatte er beigebracht, besonders geschickt mit der Schere umzugehen. Der Frosch war mit der Hilfe des alten Dachses zu einem hervorragenden Schlittschuhläufer geworden, jeder hatte etwas Einzigartiges von dem Dachs gelernt. Einzigartiges, das den Dachs in den Gedanken und Gefühlen seiner Freunde unsterblich macht. Diese Erkenntnis tröstet auch den Maulwurf, der am Ende des Buches über den Hügel schaut, wo er den Dachs das letzte Mal gesehen hatte. Dort verabschiedet er sich mit den Worten „Danke, Dachs“ - und er ist sich sicher, dass der Dachs ihn hört.

1.2 Authentizität der Sterbe- und Todesdarstellung

Im Folgenden werde ich der Frage nachgehen, wie die Einführung von Sterben und Tod im Werk erfolgt, welche typisch kindlichen Erfahrungsmomente sie widerspiegelt, und inwiefern die im Buch vermittelte Wirklichkeit der physisch-psychischen Wirklichkeit von Kindern entspricht.2

Jedes Kind schafft sich seine spezifischen Vorstellungen zur Entstehung von Krankheit und dem eventuell daraus resultierendem Tod. Zeitgenössische Autoren haben unterschiedliche Konzepte entwickelt, die in wesentlichen Teilen übereinstimmen. Sie sind meist auf unterschiedliche Altersstufen bezogen. Böcker3 beschreibt ein vierdimensionales Todeskonzept, dass sich im Laufe der kindlichen Entwicklung (in der angegebenen Reihenfolge) herausbildet. Dazu gehört zum einen die Nonfunktionalität. Sie beschreibt die Erkenntnis, dass alle lebenswichtigen Funktionen mit Eintritt des Todes aufhören. Als zweiter Aspekt wird die Irreversibilität genannt, die Erkenntnis, dass der Tod endgültig und nicht umkehrbar ist. An dritter Stelle steht die Universalität. Dieser Aspekt meint die Erkenntnis, dass alle Lebewesen sterben müssen. Als letztes wird die Kausalität genannt, das Wissen um die Todesursache. In der Geschichte `Leb wohl lieber Dachs` kann man einige dieser Aspekte widerfinden.

[...]


1 Plieth: Kind und Tod, S.136 ff.

2 Plieth: Kind und Tod, S.150

3 Böcker: Sterben und Tod, S.660


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