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Termpaper, 2004, 23 Pages
Author: Sarah Unthan
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology
Details
Tags: Lese-Rechtschreib-Schwäche, Förderung, Grundschulalter
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 24 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47414-6
ISBN (Book): 978-3-638-59778-4
File size: 168 KB
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Abstract
Fast jeder kennt einen Menschen, der große Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben hat. Analphabetismus wird in Deutschland mit recht guten Schul- und Weiterbildungs- Möglichkeiten bekämpft. Und doch gibt es Menschen, die trotz guter Schulbildung, hoher Intelligenz und guter Allgemeinbildung, nicht lesen und schreiben können. In diesem Zusammenhang wird in den Medien oft von "Legasthenie" oder "Lese-Rechtschreib-Schwäche" gesprochen. Schätzungen zufolge haben zwischen 5 und 20 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs Lese- Rechtschreibprobleme. Unter diesen Kindern gibt es solche, die Probleme haben, weil sie länger krank oder unkonzentriert waren, weil sie zuwenig geübt haben oder einfach von ihrer Entwicklung her noch nicht reif für das Lesen- und Rechtschreiben-Lernen sind. Aber es gibt auch Kinder die eine gravierende und andauernde Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, obwohl sie mindestens durchschnittlich intelligent sind. Gerade in der heutigen Gesellschaft, in der Lesen und Schreiben eines der höchsten Güter darstellt, ist das für Kinder die darunter leiden, eine große Belastung. Zwischen 3 und 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen der BRD leiden unter einer LRS, das bedeutet 200.000 Grundschulkinder können nicht ausreichend Lesen oder/und Rechtschreiben. [Schulte-Körne 2001,301] Doch was ist Lese-Rechtschreib-Schwäche genau und wie entsteht sie? Woran kann man erkennen, dass ein Kind in der Grundschule betroffen ist? Welche Bedeutungen und Folgen hat es für das Kind und das familiäre Umfeld? Kinder mit Lese-Rechtschreib-Problemen benötigen Hilfe von allen Seiten. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Lese- Rechtschreibschwäche bei Grundschulkindern. Zunächst sollen eine Definition und eine Begriffsabgrenzung der Legasthenie/Lese-Rechtschreibschwäche geschehen, um im Folgenden über mögliche Ursachen zu diskutieren. Aufzuführen. Neben der Abhandlung der Symptomatik und den Erscheinungsbildern im Grundschulalter werden dann kurz Therapie- und Fördermöglichkeiten aufgeführt.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische Willhelmsuniversität Münster
FB Erziehungswissenschaften
Institut für Erziehungswissenschaften
Seminar: Individuelle Förderung in der Grundschule
WS 2003/2004
Lese-Rechtschreib-Schwäche und individuelle
Förderung im Grundschulalter
von: Sarah Unthan
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Begriffsbestimmungen 4
3. Ursachen der LRS 5
3.1. Im weitesten Sinne neurologische Ursachen 6
3.1.1. Probleme bei der auditiven Wahrnehmung 7
3.1.2. Probleme bei der visuellen Wahrnehmung 7
3.1.3. Probleme bei der visu-motorischen Koordination 8
3.1.4. Kongenitale Ursachen 8
3.2. Weitere Ursachen 9
4. Erscheinungsbilder und Symptomatik 9
4.1. Im Vorschulalter 10
4.2. Im Grundschulalter 11
4.2.1. Schwierigkeiten bei der Graphem-Phonem Zuordnung 11
4.2.2. Probleme beim Zusammenschleifen von Phonemen 11
4.2.3. Schwierigkeiten bei der Phonem-Graphem-Beziehung 12
4.2.4. Schwierigkeiten beim Aufbau eines Sichtwortschatzes 13
4.2.5. Schwierigkeiten bei der Durchgliederung von Wörtern 13
4.2.6. Schwierigkeiten bei der Segmentierung von Wörtern 14
4.2.7. weitere Auffälligkeiten 14
5. Therapie- und Fördermöglichkeiten 15
5.1. Schulrechtliche Bestimmungen 15
5.2. Schulischer Bereich 17
5.3. Familiärer Bereich 18
5.4. Außerschulische Förderungsmöglichkeiten 20
6. Schluss 21
Quellenangaben 22
1. Einleitung
Fast jeder kennt einen Menschen, der große Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben hat. Analphabetismus wird in Deutschland mit recht guten Schul- und Weiterbildungs- Möglichkeiten bekämpft. Und doch gibt es Menschen, die trotz guter Schulbildung, hoher Intelligenz und guter Allgemeinbildung, nicht lesen und schreiben können. In diesem Zusammenhang wird in den Medien oft von „Legasthenie“ oder „Lese-Rechtschreib- Schwäche“ gesprochen.
Schätzungen zufolge haben zwischen 5 und 20 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs Lese- Rechtschreibprobleme. Unter diesen Kindern gibt es solche, die Probleme haben, weil sie länger krank oder unkonzentriert waren, weil sie zuwenig geübt haben oder einfach von ihrer Entwicklung her noch nicht reif für das Lesen- und Rechtschreiben-Lernen sind. Aber es gibt auch Kinder die eine gravierende und andauernde Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, obwohl sie mindestens durchschnittlich intelligent sind. Gerade in der heutigen Gesellschaft, in der Lesen und Schreiben eines der höchsten Güter darstellt, ist das für Kinder die darunter leiden, eine große Belastung. Zwischen 3 und 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen der BRD leiden unter einer LRS, das bedeutet 200.000 Grundschulkinder können nicht ausreichend Lesen oder/und Rechtschreiben. 1
Doch was ist Lese-Rechtschreib-Schwäche genau und wie entsteht sie? Woran kann man erkennen, dass ein Kind in der Grundschule betroffen ist? Welche Bedeutungen und Folgen hat es für das Kind und das familiäre Umfeld? Kinder mit Lese-Rechtschreib-Problemen benötigen Hilfe von allen Seiten. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Lese- Rechtschreibschwäche bei Grundschulkindern. Zunächst soll eine Definition und eine Begriffsabgrenzung der Legasthenie/Lese-Rechtschreibschwäche geschehen, um im folgenden über mögliche Ursachen zu diskutieren. Aufzuführen. Neben der Abhandlung der Symptomatik und den Erscheinungsbildern im Grundschulalter werden dann kurz Therapie- und Fördermöglichkeiten aufgeführt.
2. Begriffsbestimmungen
Der Begriff „Legasthenie“ wurde 1916 durch den Pädagogen Ranschburg geprägt. Er definierte Legasthenie als eine „Minderwertigkeit des geistigen Apparates“,1 aus welchem Grund sich die Kinder im schulpflichtigen Alter, (trotz normaler Sinnesorgane) das Lesen nicht korrekt aneignen könnten. Für Ranschburg stand fest, dass Schüler mit Lernschwierigkeiten dieser Art, auf Hilfsschulen gehören - eine Tatsache die bis in die siebziger Jahre bewirkte, dass diese Kinder auf eine solche Schule kamen. Auch heute noch sind die Thesen Ranschburgs das Verhängnis vieler Schüler. Viele Eltern, Lehrer und Mitschüler sind der Ansicht, Legastheniker könnten nicht das Gymnasium als weiterführende Schule besuchen.
In den folgenden Jahren entwickelten viele Pädagogen und Mediziner verschiedene Definitionen. In den 50er Jahren untersuchte Maria Linder legasthene Kinder, und kam zu der Erkenntnis, dass sie – entgegengesetzt zu der Annahme Ranschburgs - durchschnittlich bis überdurchschnittlich intelligent seien. Legasthenie wurde definiert als „ spezielle, aus dem Rahmen der übrigen Leistungen fallende Schwäche im Erlernen des Lesens ( und indirekt auch des selbstständigen fehlerfreien Schreibens) bei sonst intakter – oder im Verhältnis zur Lesefertigkeit – relativ guter Intelligenz.“2 Diese Definition lenkt also nicht nur das Augenmerk auf beeinträchtige Schreibleistungen, sie zeigt auch, dass legasthene Kinder durchaus durchschnittlich intelligent sind, und in anderen schulischen Bereichen nicht unbedingt negativ auffällig sein müssen. Renate Valtin brachte um das Jahr 1970 die Bedeutung des Milieus für die Entstehung der Legasthenie ins Gespräch. Sie wählte für einen Rechtschreibtest Schüler aus der zweiten und dritten Klasse aus, deren Leistungen den Noten 1 bis 5 entsprachen. Als Ursache für die auftretenden Lese-Rechtschreibprobleme fand sie Merkmale jener sozialen Schicht vor, die Kinder vernachlässigen. So schloss sie, dass neben endogener Disposition auch exogene Faktoren, wie zum Beispiel die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht Legasthenie begünstigen.3 Dem widersprechen zwar Erkenntnisse aus der schulischen Praxis, doch trotzdem darf auch die Rolle des Milieus keine untergeordnete sein. Kinder aus höheren sozialen Schichten haben (durch mehr finanzielle Mittel) einfach mehr Chancen auf (private) Förderung.
Bis heute finden sich immer wieder neue Definitionsversuche der Lese- Rechtschreibschwäche, medizinisch orientierte, aber auch pädagogisch orientierte. Vor allem aber wird heutzutage Wert auf die Tatsache gelegt, dass es den „ klassischen“ Legastheniker nicht gibt.
[...]
1 Schulte-Körne 2001,301
1 Ranschburg 1928, 88
2 Graf 1994, 4
3 Angermaier 1970, 35
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