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Die Bedeutung der Sprache Lessings in dem Lustspiel Minna von Barnhelm am Beispiel der Dialoge zwischen Minna und dem Major

Termpaper, 2004, 20 Pages
Author: Anonym
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V51521
ISBN (E-book): 978-3-638-47470-2

File size: 193 KB


Excerpt (computer-generated)

Seminar: „Von Minna von Barnhelm bis Mutter Courage“

SS 03

Die Bedeutung der Sprache Lessings in dem
Lustspiel „Minna von Barnhelm“
am Beispiel der Dialoge zwischen Minna und dem Major

 

 

 

Inhalt

1. Einleitung 1

2. Kurzbiographie von Gotthold Ephraim Lessing 2

3. Sprachanalyse der Dialoge zwischen Minna und dem Major 3

4. Gesamtwirkung der Sprache und Bedeutung des Werkes 16

5. Literaturverzeichnis 18

 

 

1. Einleitung

„Noch einmal also mit einem Worte: das Possenspiel will nur zum Lachen bewegen; das weinerliche Lustspiel will nur rühren, die wahre Komödie will beides.“1 So und so ähnlich spricht Lessing über die Komödie und ihr beabsichtigtes Ziel. Doch wie erreicht man als Autor, dass der Leser lacht oder gerührt ist? Sind es nicht die Worte in den Dialogen, die das Lustspiel lebendig erscheinen lassen? Hat Lessing dies mit seinem Lustspiel „Minna von Barnhelm“ aus dem Jahre 1763 erreicht?

Diesen und anderen Fragen möchte ich mit dieser Hausarbeit nachgehen. Nach einer kleinen Einführung in die Biographie von Gotthold Ephraim Lessing werde ich anhand ausgewählter Beispiele die Dialoge zwischen den beiden Hauptfiguren Minna von Barnhelm und dem Major von Tellheim hinsichtlich ihrer sprachlichen Gestaltungsmittel analysieren. Dabei werde ich versuchen die von Lessing verwendeten sprachlichen Mittel mit deren Bedeutung für das Lustspiel zu erklären, also Inhalt und Form miteinander zu verknüpfen. In kurzen Passagen werde ich die Geschichte dieses Lustspiels zwischen die zitierten Dialoge einfügen, um die Analyse nachvollziehbar zu machen. Besonders interessiert mich, wie und ob Lessing es schafft mithilfe kleiner sprachlicher Veränderungen die innere Wandlung der Personen aufzuzeigen.

Anschließend untersuche ich die erzielte Wirkung der „neuen“ Sprache Lessings auf den Leser. Was beabsichtigt er mit dieser Sprache und erreicht er seine beabsichtigte Reaktion? Mit dieser Hausarbeit möchte ich mich vor allem von der Sprachlichen Seite diesem Drama nähern und so zu einer kleinen Interpretation dieses Werkes zu gelangen.

Lessings Drama um den preußischen Major von Tellheim und das sächsische Fräulein von Barnhelm spielt am „22 August“ in einem Berliner Gasthof „Zum Könige von Spanien“. Die Handlung beginnt morgens und endet bereits am frühen Nachmittag. Verschiedene Räume des heruntergekommenen Gasthofes sind die Stätten des Geschehens. Das Jahr, in dem das Lustspiel passiert, wird nicht genannt. Jedoch gibt Lessing mit seinem Vermerk auf dem Titelblatt: „verfertigt im Jahre 1763“ den Hinweis, dass der Zeitraum am Ende des Siebenjährigen Krieges liegt. Lessing bedient sich hier einer kleinen Lüge, denn in Wirklichkeit wurde an dem Werk bis zum Jahre 1766 gearbeitet.2

2. Kurzbiographie

Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 als ältester Sohn des Pfarrers Johann Gottfried Lessing und seiner Frau Justine Salome, geb. Feller, in Kamenz in Sachsen geboren. Aus dieser Familie gingen zwölf Kinder hervor, davon waren zehn Söhne. Mit zwölf Jahren ging Lessing an die Fürstenschule St. Afra in Meißen und erwarb Kenntnisse der alten Sprachen und der Mathematik. Nach fünf Jahren verließ er, bereits ein Jahr früher als üblich, die Schule und nahm 1746 in Leipzig das Studium der Theologie auf, widmete sich aber nebenbei auch der Philosophie, Chemie, Mathematik, Archäologie und Philologie.

Im nächsten Jahr veröffentlichte er erste Gedichte und Erzählungen und verfasste seine ersten Lustspiele wie z.b. „Damon“ oder „Der junge Gelehrte“. 1748 wurde „Der junge Gelehrte“ mit Erfolg aufgeführt. Jedoch musste Lessing aufgrund des finanziellen Ruins der Schauspieltruppe nach Wittenberg fliehen, da er für diese gebürgt hatte. Die nächsten drei Jahre verbrachte er in Berlin, wo er als freier Schriftsteller und Journalist lebte. Werke wie „Die Juden“ und „Freigeist“ entstanden in dieser Zeit. Mit 22 Jahren siedelte Lessing wieder nach Wittenberg über, um den Magistergrad der Philosophie zu erwerben.3

Nach seiner Promotion am 29.April 1751 kehrte er nach Berlin zurück. Vier Jahre später stellte er das Trauerspiel „Miss Sara Sampson“ in Potsdam fertig und veranlasste dessen Uraufführung. Mit einem Schlag wurde Lessing berühmt. Durch den Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 musste er eine Europa- Reise mit dem Kaufmanns-Sohn Winkler abbrechen und besuchte Gleim in Halberstadt. Er zog nach Berlin und seine „Briefe, die neuste Literatur betreffend“ entstanden. In diesen erläuterte Lessing seine ästhetischen Ansichten, die ihn mehr und mehr von der französischen Literatur entfernten. Er verfasste Fabeln und den meisterhaften Essay über diese Literaturform.

[...]

3. Sprachanalyse der Dialoge zwischen Minna und dem Major

Nachdem der Major von Tellheim im ersten Aufzug seine Großzügigkeit bewiesen hat, indem er seinem Bediensteten Just trotz Geldnot die Schulden erließ, erfährt der Leser zunächst nicht den Grund von Tellheims Mittellosigkeit. Im ersten Gespräch mit ihrer Bediensteten Franziska lobt Minna von Barnhelm den Offizier Tellheim, mit dem sie verlobt ist wie sich später herausstellt.

[....]


1 Lessing, Abhandlungen von dem weinerlichen oder rührenden Lustspiele in Lessings Werke. Vollständige Ausgabe in 25 Teilen. , Hrsg. Julius Petersen und Waldemar von Olshausen. 20 Bde. Berlin/ Leipzig 1925-29, S.158, zitiert nach Jürgen Hein, Gotthold Ephraim Lessing, Minna von Barnhelm- Erläuterungen und Dokumente, Reclam Verlag Stuttgart, Stuttgart 1970, S. 91.

2 Vgl. Kröger, Wolfgang: Literaturwissen Gotthold Ephraim Lessing. Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH&Co. 1995, S. 37.

3 Vgl. Heidenreich, Sybille: Erläuterungen zu Gotth. E. Lessing Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück. In: Königs Erläuterungen und Materialien. 4. erweiterte Auflage. Hollfeld: Bange Verlag 1977.


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