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Autor: Ulrich Schulte
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Tags: Analyse, Verhältnisses, Dokumentarfilm, Authentizität, Kinofilm, Black, Fernsehfilm, Todesspiel
Jahr: 2006
Seiten: 96
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 44 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 558 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47493-1
Textauszug (computergeneriert)
Universität Paderborn
Diplomarbeit im Rahmen der Diplomprüfung für den Studiengang Medienwissenschaft
Analyse des Verhältnisses von Dokumentarfilm und Authentizität in dem Kinofilm „Black Box BRD“ und dem Fernsehfilm „Das Todesspiel“
vorgelegt von
Ulrich Schulte
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 1
Einleitung ... 3
1 Dokumentarfilm ... 5
1.1 Zum Gegenstand des Dokumentarfilms ... 5
1.2 Geschichte der Dokumentarfilmtheorie ... 9
1.2.1 Dokumentarfilmtheorie nach HOHENBERGER ... 12
1.3 Die Einordnung von BLACK BOX BRD und TODESSPIEL in die Vielfalt dokumentarischer Formen ... 14
2 Dokumentarfilm und Authentizität ... 21
2.1 Definition Authentizität ... 21
2.2 Inszenierung von Wahrheit und Wirklichkeit im Dokumentarfilm ... 24
2.3 Faktoren der Authentizität ... 27
2.3.1 Authentisierungsstrategien in dokumentarischen Formen ... 28
2.3.2 Authentisierungsstrategien in Spielfilmen ... 31
3 Dokumentarfilm in den Mediendispositiven Kino und Fernsehen ... 33
3.1 Dokumentarfilm im Dispositiv Fernsehen ... 34
3.2 Dokumentarfilm im Dispositiv Kino ... 37
4 Filmische Darstellung der RAF ... 40
4.1 Filmographie der RAF in deutschen Filmen ... 40
4.2 Einordnung der Filmemacher ANDREAS VEIEL, HEINRICH BRELOER und HORST KÖNIGSTEIN ... 46
5 Filmanalyse TODESSPIEL ... 49
5.1 Authentisierungsstrategien in TODESSPIEL ... 50
5.1.1 Das Re-Enactment ... 51
5.1.2 Das Zeitzeugen-Interview ... 56
5.1.3 Das Archivmaterial ... 58
5.1.4 Der Ton ... 62
5.1.5 Auswertung ... 63
6 Filmanalyse BLACK BOX BRD ... 66
6.1 Authentisierungsstrategien in BLACK BOX BRD ... 69
6.1.1 Das Re-Enactment ... 71
6.1.2 Das Zeitzeugen-Interview ... 73
6.1.3 Das Archivmaterial ... 76
6.1.4 Der Ton ... 79
6.1.5 Auswertung ... 80
Resümee ... 83
Abbildungsverzeichnis ... 87
Abkürzungsverzeichnis ... 88
Anhang ... 89
Zeittafel ... 89
Literaturverzeichnis ... 92
Quellenverzeichnis ... 95
Einleitung
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Medienlandschaft rasant geändert, denn die Digitalisierung hat ihren Einzug in die Filmproduktion gehalten, womit auch der Dokumentarfilm konfrontiert ist. Zudem verzerrt das enorme Aufkommen unterschiedlicher dokumentarischer Fernsehformate das Bild des Dokumentarfilms. In diesem Zusammenhang ist der Begriff Authentizität immer wichtiger geworden, weshalb sich seit einigen Jahren eine Vielzahl unterschiedlicher theoretischer Ansätze zu diesem Thema entwickelt haben.
Diese Arbeit soll daher das Verhältnis von Authentizität und Dokumentarfilm untersuchen und anhand der Filme BLACK BOX BRD von ANDREAS VEIEL und TODESSPIEL von HEINRICH BRELOER und HORST KÖNIGSTEIN aufzeigen, wie Authentizität im Dokumentarfilm entsteht oder entstehen kann. Es soll erörtert werden, wie wichtig es für den Film ist, authentisch zu sein, und welche Strategien in den unterschiedlichen dokumentarischen Formen angewandt werden, um Authentizität zu erzeugen. In diesem Kontext wird auch analysiert werden, ob das jeweilige Medium, mit dem der Film präsentiert wurde, einen Einfluss auf die Authentizität hat.
Beide Filme wurden ausgewählt, da sie einen engen thematischen Bezug zueinander haben, in unterschiedlichen Medien präsentiert wurden und weil es sich augenscheinlich um unterschiedliche dokumentarische Formen handelt, die miteinander verglichen werden. Der thematische Bezug beider Filme besteht in der Darstellung der terroristischen Vereinigung „Rote Armee Fraktion“ (RAF) und deren Mitglieder. Es hat im Laufe der Jahrzehnte, von der Gründung der RAF über deren offizielle Auflösung und darüber hinaus bis zum heutigen Tage, eine Vielzahl von Spiel- und Dokumentarfilmen gegeben, die sich inhaltlich auf den Gegenstand der RAF, deren Organisation, deren Wirken und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft bezogen haben. Die Komplexität des Themas verlangt aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit eine klare Schwerpunktsetzung, so dass nur zwei Filme intensiv analysiert werden können. Dies impliziert jedoch keine Wertung anderer Filme.
Die Filme BLACK BOX BRD und TODESSPIEL wurden zudem ausgewählt, da sie für das jeweilige Medium, in dem sie veröffentlicht wurden, eine hohe Zuschauerzahl und in Bezug auf das Thema auch das größte öffentliche Interesse aufweisen. BLACK BOX BRD ist vier Jahre nach TODESSPIEL uraufgeführt worden und ist somit als nachfolgender Film zu werten. VEIEL hat sich nach eigenem Bekunden von TODESSPIEL für seinen Film BLACK BOX BRD inspirieren lassen, eine Tatsache, die beide Filme folglich in eine enge Beziehung zueinander setzt.
Die Vorgehensweise innerhalb der Arbeit gliedert sich daher in einen definitorischen und theoretischen Teil, welcher zunächst den Gegenstand des Dokumentarfilms und die Theorien zum Dokumentarfilm erläutern soll, anschließend wird in diesem Zusammenhang der Authentizitätsbegriff betrachtet, wodurch die Verbindung von dokumentarischen Formen und Authentizität deutlich wird. Darauf folgend wird der Gegenstand des Mediendispositivs erörtert und in die Thematik der RAF eingeführt, die gleichzeitig auch die Überleitung bildet, um anschließend im praktischen Teil unter Einbeziehung der vorangegangenen Ausführungen die Filmanalyse von TODESSPIEL und BLACK BOX BRD durchzuführen. Hier erfolgt eine exemplarische Analyse der wichtigsten Stellen innerhalb der beiden Filme, wobei abschließend die gewonnenen Erkenntnisse im Gesamtkontext der Arbeit betrachtet werden.
1 Dokumentarfilm
Was ist überhaupt ein Dokumentarfilm? Bedingt durch den Boom dokumentarischer Fernsehformate stellt sich diese Frage heute eher als vor zehn Jahren. Seitdem sich zahlreiche Fernsehproduktionen mit dokumentarischem Charakter auf dem Fernsehmarkt finden lassen, ist die Einteilung von dokumentarischen Film- und Fernsehbeiträgen schwieriger geworden. Der Gegenstand des Dokumentarfilmes existiert jedoch bereits seit Beginn der Filmaufnahmen.
Es ist daher notwendig eine Erläuterung der Definition, Geschichte, Filmographie und der Theorie des Dokumentarfilmes durchzuführen, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Hierdurch erfolgt eine Abgrenzung des Dokumentarfilms von anderen Filmgenres, aber auch von den unterschiedlichen dokumentarischen Formen. Die Einteilung der Filme BLACK BOX BRD und TODESSPIEL in die unterschiedlichen dokumentarischen Formen ist dadurch möglich und zur weiteren Analyse erforderlich.
1.1 Zum Gegenstand des Dokumentarfilms
An dieser Stelle muss zunächst gesagt werden, dass die Definitionsfindung des Begriffes und des Gegenstandes „Dokumentarfilm“ recht schwierig ist, da im Laufe der Jahre immer wieder Zweifel an der Existenz eines Genres Dokumentarfilm laut geworden sind. Es gibt Überlegungen von Dokumentarfilmtheoretikern, die den Dokumentarfilm als eigenständiges Genre zu widerlegen versuchen.1 Dies wird auch in den Äußerungen des Medienwissenschaftlers Prof. Dr. HEINZ B. HELLER deutlich:
„Die nachfolgenden Überlegungen stehen im Zeichen des Zweifels, ob es überhaupt gerechtfertigt erscheint, vom Dokumentarfilm als einem Genre zu sprechen. Denn unter einem Genre, insbesondere einem Filmgenre, verstehen wir gemeinhin ein Ensemble von Werken, das in [sic] Hinblick auf Sujet, Dramaturgie und Ästhetik von einer relativ konstanten Regelhäufigkeit ist, wobei die ständige Variation des erkennbar Vertrauten für die Lebendigkeit und historische Beständigkeit eines Genremusters sorgt.“ 2
[...]
1 Vgl. Kreimeier, Klaus: Dokumentarfilm, 1892 – 2003. Ein doppeltes Dilemma. In: Jacobsen, Wolfgang; Kaes, Anton; Prinzler, Helmut: Geschichte des deutschen Films. 2. Aufl. Stuttgart: Verlag J.B. Metzler 2004, S. 431.
2 Heller, Heinz-B.: Dokumentarfilm als transitorisches Genre. In: Hoffmann, Kay; Keitz, Ursu-la (Hg.): Die Einübung des dokumentarischen Blicks. Marburg: Schüren Presseverlag 2001, S. 15.
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