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Stationenlernen im Anfangsunterricht - Beobachtungen in einem 2. Schuljahr

Examination Thesis, 2003, 71 Pages
Author: Tanja Vorderstemann
Subject: Pedagogy: Common Didactics, Educational Objectives

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2003
Pages: 71
Grade: 2
Bibliography: ~ 54  Entries
Language: German
Archive No.: V51613
ISBN (E-book): 978-3-638-47536-5
ISBN (Book): 978-3-638-64529-4
File size: 869 KB
Notes :
Beobachtungen in einem zweiten Schuljahr empirische Arbeit


Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Stationenlernen im Anfangsunterricht“, eine Unterrichtsmethode, welche die Kinder zum selbstständigem Lernen anleiten soll und der Lehrerin eine Möglichkeit für binnendifferenzierten Unterricht und für eine optimale, individuelle Förderung der Schülerinnen bietet. Die Examensarbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der erste theoretische Teil beschreibt die Unterrichtsform Stationenlernen und befasst sich mit dem pädagogischen Konzept dieser Unterrichtsmethode. Es wird beschrieben, warum die Methode des Stationenlernens sinnvoll ist und welche Möglichkeiten sie für eine optimale Förderung bietet. Der zweite Teil beinhaltet Erfahrungsberichte zum Stationenlernen in einem zweiten Schuljahr. Beobachtungen und Analysen der Unterrichtsmethode werden mit dem eigentlichen pädagogischen Konzept dieser Methode verglichen. Ich möchte mit den Beobachtungen in einem zweiten Schuljahr herausfinden, wann die Lehrerinnen Stationenlernen als Methode einsetzen und ob und inwieweit das pädagogische Konzept des Stationenlernens in der Praxis umgesetzt wird bzw. werden kann. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie viel Selbstbeteiligung den Schülerinnen wirklich zugesprochen wird und wie differenziert die Aufgabenstellungen sind? Diese Fragen möchte ich durch eine teilnehmende Beobachtung in einem Stationsunterricht beantworten.


Excerpt (computer-generated)

Johann Wolfgang Goethe – Universität Frankfurt a.M.

Wissenschaftliche Arbeit
zur ersten Staatsprüfung
für das Lehramt der Grundschulen
im Fach Allgemeine Grundschuldidaktik

Stationenlernen im Anfangsunterricht -
Beobachtungen in einem 2. Schuljahr

eingereicht von

Tanja Vorderstemann

2003

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... 3

VORWORT ... 5

I EINLEITUNG ... 5

II THEORETISCHER TEIL ... 6

1 Offener Unterricht ... 6
1.1 Bedeutung des Begriffs ... 6
1.2 Formen des Offenen Unterrichts ... 8
1.2.1 Wochenplanunterricht ... 8
1.2.2 Freie Arbeit ... 9
1.2.3 Projektunterricht ... 10
1.2.4. Werkstattunterricht ... 10

2 Das Stationenlernen ... 11
2.1 Bedeutung des Begriffs ... 11
2.2 Ursprung und Entwicklung ... 12
2.3 Ausgangspunkt ... 12
2.3.1 Veränderte Kindheit ... 12
2.3.2 Grundsätze des Lernens ... 13
2.4 Pädagogisches Konzept ... 15
2.4.1 Selbstgesteuertes Lernen ... 15
2.4.1.1 Begriffsdefinition ... 15
2.4.1.2 Was ist Selbstgesteuertes Lernen? ... 17
2.4.1.3 Relevanz für den Unterricht ... 19
2.4.1.4 Voraussetzungen und Ziele ... 20
2.4.2 Innere Differenzierung ... 21
2.4.2.1 Begriffsklärung ... 21
2.4.2.2 Ziele und Bedeutung für den Unterricht ... 23
2.4.3 Handlungsorientierung ... 25
2.5 Organisation und Aufbau ... 28
2.6 Rolle der Lehrerin ... 30
2.7 Möglichkeiten und Chancen ... 31
2.8 Mögliche Probleme ... 35

III Empirische Untersuchung ... 36

1 Methodologische Vorbemerkungen ... 36
1.1 Teilnehmende Beobachtung ... 37
1.2 Begründung der Methodenwahl ... 38
1.3 Auftretende Probleme ... 38

2 Analyse des Bedingungsfeldes ... 41
2.1 Situation der Schule ... 41
2.2 Situation in der Klasse ... 41

3 Analyse der Methodenumsetzung ... 42
3.1 Auswahl der Themen ... 43
3.2 Einsatz von Stationsarbeit ... 43
3.3 Beschreibung der Arbeitsstationen ... 44
3.3.1 Inhaltliche Zusammenstellung der Stationen ... 44
3.3.2 Räumliche Anordnung ... 48
3.3.3 Organisation ... 49
3.4 Umsetzung des pädagogischen Konzepts ... 49
3.4.1 Aspekt der Differenzierung ... 50
3.4.1.1 … bezüglich der Interessen ... 50
3.4.1.2 … bezüglich des Lerntempos ... 52
3.4.1.3 … bezüglich der Lernkanäle und Lernwege ... 55
3.4.2 Aspekt der Selbststeuerung ... 56
3.4.2.1 Selbstständiges Lernen und zeitliche Organisation ... 56
3.4.2.2 Mitbestimmen der Inhalte ... 58
3.4.2.3 Eigenständiges Problemlösen ... 59
3.4.2.4 Selbstständige Lernkontrolle ... 60
3.4.3 Handlungsorientierung ... 61

IV Zusammenfassung ... 62

V Reflexion ... 65

VI Literaturverzeichnis ... 67

 

VORWORT
Einleitend zur vorliegenden pädagogischen Arbeit sei darauf hingewiesen, dass diese nach den Regeln der neuen Rechtschreibung verfasst wurde. Wörter, die nach der alten Rechtschreibung geschrieben wurden, sind aus Artikeln, Aufsätzen, ..., entnommen und lediglich zitiert worden. Zitatnachweise und Literaturhinweise erfolgen direkt im Text und können mit Hilfe des alphabetischen Literaturverzeichnisses nachgeschlagen werden.

Außerdem verwende ich aus Gründen der besseren Lesbarkeit in der gesamten Arbeit ausschließlich eine geschlechtliche Form. Ich habe mich dabei für die feminine Form entschieden, da ich die empirische Untersuchung in der Klasse einer Lehrerin durchgeführt habe.

I EINLEITUNG
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Stationenlernen im Anfangsunterricht“, eine Unterrichtsmethode, welche die Kinder zum selbstständigem Lernen anleiten soll und der Lehrerin eine Möglichkeit für binnendifferenzierten Unterricht und für eine optimale, individuelle Förderung der Schülerinnen bietet.

Ich habe mir während meines Studiums des Öfteren die Frage gestellt, was genau hinter der Unterrichtsmethode des Stationenlernens steckt und wie Lehrerinnen diese Chance nutzen. In meinen Praktika hatte ich leider keine Gelegenheit, einen Stationsunterricht mitzuerleben. Wenn ich Lehrerinnen nach dem Konzept des Stationenlernens fragte und von ihnen wissen wollte, ob sie die Methode nutzen, bekam ich immer eine verneinende Antwort. Dies sei zuviel Arbeitsaufwand, der sich nicht lohnen würde. Oder aber man sagte mir, „mit der Klasse geht das nicht, die sind viel zu undiszipliniert und unselbstständig.“ Meine Neugier wurde geweckt, und mündete in die Frage, wann und ob Lehrerinnen überhaupt diese Methode anwenden und wie sie das pädagogische Konzept für ihren Unterricht und die Förderung der Schülerinnen nutzen.

Die Examensarbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der erste theoretische Teil beschreibt die Unterrichtsform Stationenlernen und befasst sich mit dem pädagogischen Konzept dieser Unterrichtsmethode. Es wird beschrieben, warum die Methode des Stationenlernens sinnvoll ist und welche Möglichkeiten sie für eine optimale Förderung bietet. Der zweite Teil beinhaltet Erfahrungsberichte zum Stationenlernen in einem zweiten Schuljahr. Beobachtungen und Analysen der Unterrichtsmethode werden mit dem eigentlichen pädagogischen Konzept dieser Methode verglichen.

Ich möchte mit den Beobachtungen in einem zweiten Schuljahr herausfinden, wann die Lehrerinnen Stationenlernen als Methode einsetzen und ob und inwieweit das pädagogische Konzept des Stationenlernens in der Praxis umgesetzt wird bzw. werden kann. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie viel Selbstbeteiligung den Schülerinnen wirklich zugesprochen wird und wie differenziert die Aufgabenstellungen sind? Diese Fragen möchte ich durch eine teilnehmende Beobachtung in einem Stationsunterricht beantworten.

II THEORETISCHER TEIL
1 OFFENER UNTERRICHT
1.1 BEDEUTUNG DES BEGRIFFS
Offener Unterricht benennt einen Unterricht, der die Kinder mit ihren Lernmöglichkeiten, ihren Einstellungen, und mit ihrer Begeisterung für die Sache in den Mittelpunkt stellt.

Der Begriff „Offener Unterricht“ ist dabei nicht klar einzugrenzen, es handelt sich nicht um ein ausgearbeitetes Konzept, sondern vielmehr um einen Sammelbegriff, der die unterschiedlichsten Reformansätze mit dem Ziel eines veränderten Umgangs mit dem Kind vereinigt (vgl. Wallrabenstein, 1993).

Stationenlernen, Wochenplanarbeit, Werkstattarbeit, Projektarbeit, Freie Arbeit sind offene Unterrichtsformen, die sich neben anderen „lernprozessfördernden Arrangements als Bestandteile des Offenen Unterrichts etabliert“ haben (Krieger, 2000, S. 5). Offenheit bedeutet zum einen Schülerorientierung, d. h. „offen“ zu sein „gegenüber den lernrelevanten Bedürfnisse der Kinder“ in der Schule (Krieger, 2000, S. 5). Die einzelnen Kinder mit ihren Interessen und ihren Lernmöglichkeiten müssen dabei berücksichtigt werden.

Zum anderen meint offener Unterricht eine gewisse Selbsttätigkeit von Schülerseite her. Die Lehrerin hat die Aufgabe, durch differenzierte und individuelle Lernangebote die Kinder auf den Weg des selbstgesteuerten Lernens zu bringen. Die Lehrerin sollte das Kind „zu einer größtmöglichen Selbststeuerung seiner Lernprozesse [...] befähigen“ (Krieger, 2000, S. 5).

Ziel der offenen Unterrichtsformen ist, dass die Schülerinnen durch Kritikfähigkeit und Selbstvertrauen zu selbstständigem Handeln und Lernen erzogen werden. Dies ist innerhalb des lehrerzentrierten Frontalunterrichts nur selten der Fall. Die Schülerinnen lernen nebeneinander her und das gemeinsame Lernen kommt weitgehend zu kurz.

Der Begriff „Offenheit“ sollte aber auch für die Lehrerin selbst stehen. Das bedeutet, dass die Lehrerin „offen“ dafür ist, Erfahrungsräume auch außerhalb des Klassenzimmers und der Schule in ihren Unterricht mit einzubeziehen. Das kann mit den Begriffen „ganzheitliches“ oder „lebensnahes Lernen“ bezeichnet werden. Die Lehrerin sollte das alltägliche Leben, die Umwelt außerhalb der Schule mit aufgreifen und an die Lernumwelt der Kinder anknüpfen (vgl. Krieger, 2000, S. 5f).

[...]


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