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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 25 Pages
Author: Livia Janos
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: LMU Munich (Deutsche Philologie)
Tags: Arabische, Deutschen, Etymologie, Sprachkontakt
Year: 2005
Pages: 25
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47574-7
File size: 305 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig - Maximilians - Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Studiengang: Germanistische Linguistik
Semesterzahl: 6
Das Arabische im Deutschen
von: Livia Janos
Inhaltsverzeichnis
1. Abkürzungsverzeichnis 2
2. Einleitung 3
3. Die semitischen Sprachen 4
3.1. Die arabische Sprache 5
4. Der Weg der arabischen Wörter ins Deutsche 7
5. Arabische Lehnwörter im Deutschen 10
6. Schluss 21
7. Bibliographie 22
8. Anhang 24
8.1. Abbildung: Die semitischen Sprachen 24
1. Abkürzungsverzeichnis
akkad. akkadisch
altind. altindisch
arab./ar. arabisch
asp. altspanisch
dtsch. deutsch
engl. englisch
frz. französisch
griech./gr. griechisch
it. italienisch
kopt. koptisch
lat. lateinisch
pers. persisch
pg. portugiesisch
rum. rumänisch
russ. russisch
sp. spanisch
sskr. sanskrit
türk. türkisch
„Wer sich selbst und andere erkennt
wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen“
Johann Wolfgang v. Goethe
2. Einleitung
Kulturelle, wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen Sprachgemeinschaften beinhalten stets den Kontakt der beteiligten Sprachen Dies führt auf die Dauer zu einem intensiven Prozess der gegenseitigen Beeinflussung der jeweiligen Sprachen. Im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung weist daher jede Sprache durch die Berührung mit anderen Sprachen Neuerungen in ihrem Sprachsystem, vor allem in ihrem Wortschatz auf. So wie beispielsweise der Kontakt mit der römischen Kultur den Germanen römische Güter und Erfindungen brachte, deren lateinische Bezeichnungen als Lehn- und Fremdwörter1 auch ins Deutsche eingingen. Der Ursprung vieler diesen Entlehnungen liegt aber in historischer und geographischer Hinsicht viel weiter, nämlich im Arabischen. Die sehr bewegte Geschichte und die territoriale Ausbreitung des arabischen Raumes zeigten sich nicht nur in starken politischen und kulturellen, sondern auch in sprachlichen Einflüssen auf jene Regionen, die der Islamisierung unterworfen waren, und auch auf die europäischen Völker insgesamt. Mit der Berührung fremder Kulturen wanderten nicht nur orientalische Kulturgüter, sondern auch zahlreiche Begriffe und Wörter, welche zuvor in den Sprachen des Abendlandes nicht zu finden waren.
Obwohl es zu keiner direkten Berührung zwischen dem Deutschen und dem Arabischen kam, landeten die orientalischen Wörter auf dem Umweg über mehrere andere europäische Sprachen schließlich auch in unserem Wortschatz. In der Fachliteratur finden sich – mehr oder weniger einheitliche – Auffassungen, auf welche Art und Weise die einzelnen Wörter ins Deutsche gefunden haben. Im Hauptteil der vorliegenden Arbeit soll anhand einer Anzahl von Beispielen der teilweise recht lebhafte Diskurs aufgezeigt werden.
Nach einer kurzen Schilderung von historischen Hintergründen bietet dieser Beitrag weiterhin eine Zusammenstellung von Wörtern, die aus der arabischen Sprache zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Wegen in die deutsche Sprache gekommen sind. Wegen der großen Zahl geeigneter Beispiele beschränkt sich dieser Teil auf eine Auswahl arabischer Wörter, die im deutschen alltäglichen Sprachgebrauch mit großer Frequenz vorkommen, oder Begriffe aus einigen Fach- und Sondersprachen, die in unseren Grundwortschatz Eingang gefunden haben. Zur Behandlung und Einordnung von Wörtern aus einer fremden Sprache, ist es unerlässlich, sich zunächst eine Übersicht ihres sprachlichen Stammbaums zu verschaffen. Aus diesem Grund wird hier eine kurze genetische Gliederung der semitischen Sprachfamilie, mitunter des Arabischen vorgestellt.
3. Die semitischen Sprachen
Arabisch wird zur Familie der semitischen Sprachen gerechnet. Die semitischen Sprachen gehören zur afroasiatischen Sprachfamilie, oder wie sie früher benannt wurde, der Hamito-Semitischen. Neben dem Semitischen gehören dazu noch Ägyptisch, zu welchem sich die altägyptische Sprache (nämlich Koptisch2) einordnen lässt, Libysch- Berberisch in Nord- und Nordwestafrika, deren Sprache das Tuareg ist, dann Kuschistisch in Äthiopien und letztendlich Tschadisch, das in Westafrika gesprochen wird. (Vgl. Lipioski 1997: 41)
Die wichtigste Untergruppe sind die semitischen Sprachen mit einer Vielzahl alter Kultursprachen. Die ältesten, heute ausgestorbenen Sprachen der semitischen Gruppe gehen auf das 3. Jahrtausend v.Chr. zurück. Zu ihnen gehören auf dem ostsemitischen Zweig u.a. Akkadisch und Phönizisch, oder die semitischen Sprachen von Äthiopien, wie beispielsweise Amharisch. In den westsemitischen Zweig wird dagegen Aramäisch eingeordnet. Obwohl es teilweise vom Arabischen verdrängt wurde, wird es trotzdem noch heute in Syrien als Gelehrten-, Handels- und Sakralsprache gesprochen. Die bedeutendsten Sprachen dieser Gruppe sind Hebräisch und Arabisch. (Vgl. Lehmann 2002 und Wikipedia 2005).3
Im Altertum bewohnten Völker mit semitischen Sprachen lediglich die arabische Halbinsel. Völkerwanderungen und die phönizische Kolonisierung brachten sie nach Mesopotamien bis an die Küsten des westlichen Mittelmeers. (Vgl. Wikipedia 2005) Heute erstreckt sich das Verbreitungsgebiet vom Persischen Golf im Osten bis zum Atlantik im Westen, vom Nordostafrika bis Somalia und Äthiopien im Süden. (Vgl. Störig 1997: 268)
[...]
1 Der sprachwissenschaftliche Unterschied zwischen Lehn- und Fremdwörter wird in dieser Arbeit nicht näher behandelt. Die Grenzen zwischen ihnen sind in meisten Fällen bei den orientalischen Wörtern verschwommen.
2 Das Ägyptische wurde durch Arabisch als Umgangssprache ersetzt, Koptisch lebt in der Kirchensprache weiter. Die Forschung ist nicht einig darüber, ob es doch innerhalb der semitischen Familie einzuordnen ist. (Vgl. Lehmann 2002)
3 Eine tabellarische Einteilung der semitischen Sprachen siehe im Anhang.
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