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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 27 Pages
Author: Tobias Fröhner
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Tags: Welche, Folgen, Basel
Year: 2005
Pages: 27
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 48 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47678-2
File size: 1358 KB
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Excerpt (computer-generated)
Hochschule Nürtingen-Geislingen
Hauptseminararbeit VWL-Seminar
5. Semester / SS 2005
Welche Folgen hat Basel II?
von: Tobias Fröhner
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Gründe für die Reform von Basel I 2
3 Die drei tragenden Säulen von Basel II 3
3.1 Säule 1 - Mindesteigenkapitalanforderungen 3
3.1.1 Kreditrisiko 4
3.1.2 Operationelles Risiko 6
3.2 Säule 2 - Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess 7
3.3 Säule 3 - Erweiterte Offenlegungsvorschrift – Marktdisziplin 8
4 Folgen von Basel II für den Mittelstand und den Bankensektor 9
4.1 Folgen für den Mittelstand 9
4.1.1 Vermutete Kreditverknappung und generelle Verteuerung der Mittelstandskredite 9
4.1.2 Nutzenpotentiale eines Ratings für mittelständische Unternehmen 11
4.1.3 Auswirkung auf die Kunde-Bank-Beziehung 12
4.1.4 Möglichkeiten der Ratingverbesserung 12
4.2 Folgen für den Bankensektor 13
4.2.1 Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung deutscher Banken 13
4.2.2 Vorteile versus hohe Kosten 14
5 Fazit und Ausblick 15
Anhang 16
Literatur- und Quellenverzeichnis 17
1 Einleitung
„Mittelständler im Würgegriff der Banken“1, "Mit anderen Worten: Die kämpfen ums Überleben"2 oder „Basel II wird Finanzierungsbedingungen nicht verschlechtern“3. Angesichts solcher Schlagzeilen und Meinungen lässt sich erkennen, dass in der deutschen Öffentlichkeit eine hitzige Debatte über den „Segen oder Fluch?“ von Basel II4 geführt wird. Mit diesen Neuen Eigenkapitalvereinbarungen steht die Regulierung der Kreditwirtschaft, und damit das Bankenaufsichtsrecht, vor den bedeutendsten Änderungen seit Ende der achtziger Jahre.5 Nach rund sechsjährigen Verhandlungen haben die Notenbankgouverneure und Aufsichtsbehörden der zehn führenden Industrienationen (G10) die Neuen Eigenkapitalregeln für Banken6 im Juni 2004 verabschiedet. Ein bedeutender Meilenstein in der internationalen Harmonisierung der bankenaufsichtlichen Vorschriften ist damit erreicht worden.7
Offiziell wird die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung zwar erst Ende 2006 in Kraft treten, faktisch ist sie aber schon jetzt mehr als nur Theorie. Längst ist die Umstellung der Kreditwürdigkeitsprüfung auf „Rating“ weit fortgeschritten und Auswirkungen bei den umsetzenden Banken wie auch bei den kreditsuchenden Unternehmen lassen sich bereits heute erkennen.8 Nach HANKER wird im Zusammenhang mit Basel II Folgendes unter Rating verstanden: „Die Ermittlung der zukünftigen Fähigkeit eines Unternehmens zur vollständigen und termingerechten Tilgung und Verzinsung seiner Schulden. Ziel des Ratings ist es, die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredites festzustellen.“9 Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, die Folgen aufzuzeigen, welche die allgemeine Ratingpflicht im Einzelnen auf die Kreditlandschaft hat. Des Weiteren soll sie das Verständnis des Lesers für Basel II erhöhen und darstellen, dass Basel II auch als Chance zur nachhaltigen Verbesserung der Situation von Unter- nehmen dienen kann.
Sie gliedert sich dabei folgendermaßen: beginnend mit den Gründen für die Reform des Basel-I-Akkordes, werden zunächst Schwachstellen von Basel I angeführt und grundlegende Änderungen durch Basel II genannt. Kapitel drei geht anschließend eingehend auf die drei tragenden Säulen von Basel II ein. Dies soll dem Leser einen Überblick über die formellen Veränderungen geben. Ausgehend von diesen Veränderungen werden im folgenden Kapitel die bereits eingetretenen bzw. zu erwartenden Folgen für die Geschäftspolitik des Bankensektors und für die Finanzierung der Unternehmen dargestellt. Ferner sollen in diesem Zusammenhang auch Möglichkeiten der Ratingverbesserung erläutert und Finanzierungsalternativen genannt werden, bevor ein Fazit diese Arbeit abschließt.
2 Gründe für die Reform von Basel I
Als Meilenstein revolutionierte die Baseler Eigenkapitavereinbarung von 1988 - oder besser bekannt als Basel I - die internationale Finanzwelt und stellte eine Harmonisierung der bankaufsichtlichen Eigenkapitalanforderungen dar. Das Kreditgeschäft ist bekanntlich ein riskantes Geschäft, welches schnell auf Kosten der Bank gehen kann, sofern das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist seine Kredite zu bedienen. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zum Zusammenbruch und damit zur Insolvenz einer Bank führen.10 Basel I sieht deshalb in erster Linie den Schutz vor ernsten Krisen des internationalen Finanzsektors vor und schränkt riskante Kreditgeschäfte weitestgehend ein, indem sie eine pauschale Mindesteigenkapitalquote für Kreditinstitute von 8% auf die risikogewichteten Aktiva vorschreibt.11 Aber gerade diese recht einfache Regelung bringt die falschen Anreize mit sich. So vergeben Banken Kredite bevorzugt an Unternehmen mit schlechter Bonität, da sie bei diesen in der Regel höhere Kreditpreise durchsetzen können. Es scheint offensichtlich, dass dieser Anreiz destabilisierend und somit nicht erwünscht ist. Außerdem müssen Firmen mit guter Bonität die Risiken anderer finanziell mittragen (Quersubventionierung).12 Aus diesem Grund veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht 1999 die weitaus risikogerechtere Neue Eigenkapitalvereinbarung Basel II, um Basel I zu ersetzen. Diese neue Regelung soll eine stärkere Abhängigkeit der Eigenkapitalunterlegung von der Bonität des Kreditnehmers ermöglichen. Als Folge können die Kreditkosten für die Unternehmen unterschiedlich hoch ausfallen. Des Weiteren werden Faktoren, die sich auf die Bonität und somit auch auf den langfristigen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens auswirken, berücksichtigt. Zu nennen sind hierzu zum Beispiel die Qualität des Managements oder die Nachfolgeregelung. Basel II wird zunächst parallel eingeführt und soll dann schrittweise bis Inkrafttreten Ende 2006 die bisherige Regelung ersetzen.13
3 Die drei tragenden Säulen von Basel II
[...]
1 Kröger, M. (2002), elektronisch veröffentlicht unter URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/ 0,1518,220433,00.html (23.04.2005).
2 Peter Schommer, Handelsexperte bei Ernst & Young
3 Edgar Meister, Bundesbank-Direktoriumsmitglied
4 Basel Il, die Neue (Baseler) Eigenkapitalvereinbarung, der Basel-II-Akkord, die Basel-IIVereinbarung, das Basel-II-Abkommen werden im Folgenden synonym verwendet.
5 Vgl. Paul, S./ Stein, S./ Kaltofen, D. (2002), S. 533.
6 Banken, Bankensektor, Kreditinstitute und Institute werden im Folgenden synonym verwendet.
7 Vgl. Nacken, H.-P. (2003), elektronisch veröffentlicht unter URL: http://www.manager-magazin.de /unternehmen/mittelstand/0,2828,306160,00.html (09.05.2005).
8 Vgl. Herke, M.-D. (2002), S. 11, 17.
9 Hanker, P. (2003), S.168.
10 Vgl. Cramer, C. (2003), elektronisch veröffentlicht unter URL: http://www.faz.net/s/Rub62F5 F194D665462DAB5343BE9604DCA2/Tpl~Edossier~Sdo1~Ado1~E00C175DB20F44387AAF055D EA5F141F8.html (15.04.2005).
11 Vgl. Haunerdinger, M. (2003), S. 11; Paul, S./ Stein, S. (2002), S. 29.
12 Vgl. Hanker, P. (2003), S. 23; Vera, A. (2002), S. 28.
13 Vgl. Hanker, P. (2003), S. 23.
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