Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Tatiana Hammerl
Fach: Germanistik - Gattungen
Details
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen
Tags: Märchenstrukturen, Vergleich, Theorie, Vladimir, Propp, Märchen, Klassenzimmer
Jahr: 2004
Seiten: 16
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 223 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47856-4
Textauszug (computergeneriert)
Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachbereich Germanistik
Seminar: Das Märchen im mehrsprachigen Klassenzimmer
Datum: 22.03.04
Märchenstrukturen im Vergleich -
nach der Theorie von Vladimir Propp
von
Tatiana Hammerl
L1- Deutsch, Geographie, Biologie, Englisch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 3
2. Märchen und Märchenforschung S. 3
3. Der strukturalistische Ansatz nach Vladimir Propp S. 4
3.1 Abgrenzung S. 4
3.2 Die 31 Funktionen der handelnden Figuren S. 6
3.3 Zum Umgang mit Propps Theorie S. 8
4. Übertragbarkeit des Ansatzes auf andere Märchen S. 9
4.1 Inhaltliche Zusammenfassungen der Märchen
"Der Teufel und seine Großmutter" und "Däumeling" S. 10
4.2 Analysen der Märchen S. 12
4.3 Ergebnisse S. 13
5. Literaturverzeichnis S. 16
1. Einleitung
Die folgende Ausarbeitung stellt eine Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung Märchen dar. Zunächst werde ich kurz den Begriff "Märchen" und deren Forschung erläutern, bevor ich den strukturalistischen Ansatz der Märchenforschung von Vladimir Propp vorstelle. Anschließend werde ich etwas zu dem Umgang mit dem strukturalistischen Ansatz von Propp aus der Sicht von Max Lüthi sagen. Abschließend werde ich die Übertragbarkeit des Ansatzes von Propp auf zwei nichtrussische Märchen untersuchen und erläutern.
2. Märchen und Märchenforschung
Märchen sind Erzählungen in kurzer, abgeschlossener Form und beinhalten oftmals imaginäre Handlungen, ebenso wie phantastische und wundersame Elemente, die sich eindeutig von der Realität unterscheiden. Sie sind weder räumlich noch zeitlich festgelegt.
Im Märchen vorkommende Personen sind Zauberer, Hexen, Feen, Gnome, Geister, Zwerge, Riesen, Drachen, sprechende Tiere, eingreifende Naturgewalten, verwunschene Menschen etc. Zumeist wird auf Figurenebene ein typisierender Kampf von Gut gegen Böse ausgetragen, wobei am tröstlichen Ende das Gute siegt. Hier zeigt sich der Symbolcharakter dieser Textart. So sind Märchen in enger Beziehung zur Fabel sowie zu Mischformen wie Novellen und Schwänken zu sehen und tragen genau wie diese häufig eine Lehre oder Lebensweisheit mit sich.
Märchen sind aus mündlicher Überlieferung entstanden, daraus folgt, dass die Art und Weise des Vortrags, die Gestik und Mimik, sowie der Charakter des Vortragenden mit seiner Kunst zur Improvisation von entscheidender Bedeutung für die Wirkung auf das Publikum ist.
Hinweise auf Formen märchenhafter Literatur finden sich in den Überlieferungen der meisten Hochkulturen, insbesondere bei den Ägyptern, den Babyloniern, den Griechen und den Römern. Erste Märchensammlungen veröffentlichten die Italiener Gianfrancesco Straparola (in den Jahren 1550 - 1553) und Giambattista Basile (1634 - 1636) sowie die Franzosen Antoine Galland (1704 - 1717) und Charles Perrault (1697). Die Veröffentlichung des Letzteren bildete auch die Grundlage für die in Deutschland (1812 - 1815) von den Brüdern Grimm publizierten ,,Kinder- und Hausmärchen", eine der heute bekanntesten Zusammenstellungen. (Encarta Enzyklopädie, 2000)
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Märchen verläuft in unterschiedliche Richtungen. Die Brüder Grimm beschäftigten sich ausführlich mit der Entstehung der Märchen, welche sie auf Mythen und Heldensagen zurückführten. Sie gehören zu den literaturwissenschaftlichen Märchenforschern. "Die psychologische Märchenforschung bemüht sich um die Aufdeckung der überindividuellen seelischen Vorgänge, die sich im Märchen spiegeln" (Lüthi, 1985, 106). Auch Carl Gustav Jung griff diesen Gedanken auf, versuchte aber so, tiefenpsychologische Einblicke in die Gefühlswelt des Menschen und das Unterbewusste zu bekommen. "Die eigentlichen Betreuer des Märchens sind weder die Literaturwissenschaftler noch die Psychologen, sondern die Volkskundler" (Ebenda, 108).
Weiterhin gibt es Untersuchungen zu Form und Stil von André Jolles oder zu Erscheinungsformen des Märchens von Max Lüthi. In der Einordnung und Formbestimmung sind zwei wesentliche Positionen zu unterscheiden. So teilte der Finne Antti Aarne Märchen nach ihren Inhalten ein, deren diverse Ausführungen und Varianten er entsprechend zuordnete. Demgegenüber formulierte der russische Märchenforscher Vladimir Propp 31 Funktionen von handelnden Personen in einem Märchen, die in nahezu jedem russischen Zaubermärchen wieder zu finden und für eine differenzierte Märchenforschung bestimmend seien.
3. Strukturalistische Märchenforschung nach Vladimir Propp
3.1 Eine Abgrenzung
Vladimir Propp wählt einen Ansatz zur Märchenforschung, in dem er Gesetzmäßigkeiten innerhalb verschiedener Märchen untersucht und bestimmt. Er macht die Gesetzmäßigkeiten an inhaltlichen Strukturen fest und definiert sie allgemein, um sie in anderen Märchen wieder finden zu können. Propp stützt seine Ergebnisse auf eine Sammlung russischer Zaubermärchen, welche von Alexander Afanasev zusammengestellt worden ist.
[....]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: