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Der Konflikt zwischen Theologie und Naturwissenschaft

Scholary Paper (Seminar), 2004, 14 Pages
Author: Björn Backhaus
Subject: Theology - Systematic Theology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V52115
ISBN (E-book): 978-3-638-47907-3

File size: 164 KB


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms- Universität, Katholisch theologische Fakultät
Seminar für Dogmatik und Dogmengeschichte
Proseminar: Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.
Einführung in die Konzeption und Probleme der Schöpfungstheologie
1. Semester, Sommersemester 04

Der Konflikt zwischen Theologie und Naturwissenschaft

von: Björn Backhaus

 


Inhaltsverzeichnis

1. Der Konflikt zwischen Theologie und Wissenschaft 1

1.1 Die Evolutionstheorie 2

1.1.1 Die Evolutionsthesen von Charles Darwin 3
1.1.2 Schöpfungslehre des Alten Testaments 3

2. Unterschiede zwischen der Evolutionstheorie und der Schöpfungslehre 5

2.1 Der Kreationismus 6
2.2 Creatio ex nihilo 7
2.3 Creatio continua 8
2.4 Abgrenzungs- bzw. Selbstimmunisierungsmodelle 8

3. Zum Abgrenzungsmodell 10

3.1 Integration der Schöpfungslehre in die Evolutionstheorie 12




 

1. Der Konflikt zwischen Theologie und Wissenschaft

„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde...“1 für Jahrhunderte galt diese Schöpfungslehre für die Entstehung der Welt und allen Lebens auf dieser. Und auch die ersten fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse von Kopernikus2, Galileo Galilei3 usw. mussten sich der Macht der Kirche fügen und ihre Erkenntnisse, die widersprüchlich zu denen der Kirche standen, widerrufen. Denn die Kirche sah, durch eine mögliche Widerlegung der theologischen Erkenntnisse, ihre Dogmen, durch die Erkenntnisse der aufblühenden Naturwissenschaft bedroht. Aber spätestens seit dem Charles Darwin4 1859 seine Evolutionstheorien vorstellte, wird die Schöpfungslehre der Theologie in Frage gestellt. Danach galten „(...) religiöses Wissen und naturwissenschaftliche Erkenntnisse als konkurrierende Wahrheiten.“5 Die Wissenschaft ging davon aus, dass sie die Religion „... langfristig durch exaktes Wissen ersetzen werden...“5 könne. Doch ist dem so? Dürr bestreitet dies und gibt einen scheinbaren Konsens zwischen der Theologie und der Naturwissenschaft an, dass „nach unserer heutigen Auffassung ist dieses Ziel prinzipiell unerreichbar. Denn religiöse Einsichten basieren auf ganzheitlicher, nicht objektivierbarer Wahrnehmung und naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf der Analyse kleiner Ausschnitte der Gesamtwirklichkeit.“5 Aber dennoch spricht Lüke von einem „faulem Frieden“6 in diesem Konflikt. Zwar sei das dieser Konflikt nun beigelegt, dennoch sei es nicht zu einem allgemein intellektuell anerkannten Ergebnis gekommen. Lüke führt an dieser Stelle ein Zitat von Karl Schmitz-Moormann an: „Der Streit ist zu Ende, aber nicht ausgetragen. Vielmehr ist das Interesse der Naturwissenschaft, die Theologie zu widerlegen, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr vorhanden, noch fühlt sich die Theologie von ihr bedroht.“6 Diese angesprochene Bedrohung der Theologie durch die Naturwissenschaft geht daher hervor, dass die Naturwissenschaft „zu Recht“7 aus dem Konflikt „als Sieger“7 des Konfliktes hervorgehe. Allerdings überschätze die Naturwissenschaft diesen Sieg, den diese versuche bzw. versuchte auf den allgemeinen Konflikt zwischen ihr und der Theologie auszuweiten.

1.1 Die Evolutionstheorie

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt in der Biologie die vorherrschende Lehrmeinung von der Unveränderlichkeit der Arten. Diese wurde aus der biblischen Schöpfungslehre abgeleitet. Diese Lehrmeinung änderte sich mit dem Erscheinen der von Charles Darwin dargelegten Evolutionstheorie. Die Evolutionstheorie, die konträr zu der Schöpfungslehre der Theologie steht, ist das Fundament der Naturwissenschaft, und durch ihre scheinbare Richtigkeit, die sich experimentell nachweisen lässt, u. a. auch Fundament für den Konflikt zwischen Theologie und der Naturwissenschaft. Die Evolutionstheorie basiert auf drei Prinzipien, die auf dem darwinistischen Modell aufbauen.

1. Das Prinzip der phänotypischen Variabilität. Nach diesem Prinzip unterscheiden sich Individuen in vielen Merkmalen.
2. Das Prinzip der differentiellen Tauglichkeit. Individuen vermehren sich, aber in der Abhängigkeit von den Bedingungen des jeweiligen Milieus sind die Vermehrungsraten verschiedener Phänotypen unterschiedlich hoch.
3. Das Prinzip der erblichen Tauglichkeit. Demnach gibt die Eltern Generation ihre Tauglichkeit, d.h. ihre Anpassung an das jeweilige Milieu, an ihre Nachkommen weitergeben.

1.1.1 Die Evolutionsthesen von Charles Darwin

Sämtliche Lebewesen haben die Fähigkeit zu exponentiellen Wachstum, d.h. sie vermehren sich stärker, als es zum Fortbestand der Population nötig ist. Die Population bleibt trotz Überproduktion stabil. Die Ressourcen, also das Nahrungsangebot und der Lebensraum sind begrenzt. Daraus schlussfolgerte Darwin, dass unter den Individuen ein Kampf ums Dasein stattfindet. Dieser Kampf ist nicht in erster Linie als aggressive Auseinandersetzung zu verstehen, sondern als Wettbewerb um die beste Reproduktionsfähigkeit. Die Nachkommen eines Elternpaares sind nicht hundertprozentig gleich. Jedes Individuum ist einzigartig. Ein großer Teil dieser individuellen Unterschiede ist erblich.

[...]


1 Die Bibel, Genesis 1,1.

2 Kopernikus, Nikolaus, poln. Astronom, 1473-1543 begründete das heliozentrische Weltsystem, in dessen Mittelpunkt die Sonne und nicht mehr die Erde, wie es in der Bibel steht.

3 Galilei, Galileo, ital. Pysiker, 1564-1642 untermauerte die Theorie des Kopernikus durch exakte Messungen und Beobachtungen. G. musste 1633 seine Beobachtungen widerrufen.

4 Darwin, Charles Robert, engl. Naturforscher, 1809-1882, Begründer der Evolutionstheorie. Darwin hatte auf einer fünfjährigen Reise um die Welt (1831-1836) eine Fülle von Beobachtungen aus dem Gesamtgebiet der Biologie, der Erdgeschichte und der Tier- und Pflanzengeographie gesammelt. Er beschrieb in seinem 1859 erschienen Buch „On the origin of species by means of natural selection” den Gedanken einer Abstammung der heutigen Lebewesen von früheren einfachen Formen und gab gleichzeitig eine einleuchtende Darstellung der Ursachen für die Evolution der Organismen.

5 Dürr, H.P., Gott, der Mensch und die Wissenschaft, Augsburg 1997, S. 7.

6 Lüke, U., „Als Anfang schuf Gott...“ – Biologie-Theologie: Zeit – Evolution- Hominisation, Paderborn 1997, S. 109.

7 Häring, H. Theologische Revue, Schöpfungstheologie – ein Thema im Umbruch, Münster 2001, S.198.


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