Termpaper, 2005, 20 Pages
Author: Diplom-Pflegewirtin Tanja Marguerat
Subject: Sociology - Age and Aging
Details
Tags: Sozialisation, Alter
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47934-9
ISBN (Book): 978-3-638-77324-9
File size: 226 KB
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Abstract
In meiner beruflichen Laufbahn als Altenpflegerin beschäftige ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema der Sozialisation. Die dabei aufgetauchten Fragen über die Art des Sozialisationsprozesses älterer Menschen und vor allem, welche Rolle der Institution Altenheim zukommt, kann ich nur mit Vermutungen beantworten. Um diesen Fragen nach der Sozialisation älterer Menschen nachzugehen, werde ich in dieser Arbeit die verschiedenen Aspekte des Alters, die alterstheoretischen Ansätze und die gesellschaftlichen Betrachtungsweisen darstellen, sowie den Sozialisationsprozess im Alter erläutern. Ein Zitat von Arthur Schopenhauer lautet: „Das Alter hat die Heiterkeit dessen, der seine Fesseln los ist und sich frei bewegt“. Es soll am Ende dieser Arbeit sinngemäß für die neuen Herausforderungen des Alters stehen.
Excerpt (computer-generated)
Sozialisation im Alter
von
Tanja Marguerat
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Das Alter - was ist das? 3
1.1 Das kalendarische Alter 4
1.2 Das biologische Alter 5
1.3 Das soziale Alter 5
2. Theorien des Alterns 6
2.1 Aktivitätstheorie (Ausgliederungstheorie) 6
2.2 Disengagement -Theorie 7
3. Altern in unserer Gesellschaft 8
3.1 Altersstereotypen 9
3.2 Alter als Stigma 9
3.3 Altersspezifische Rollen und Normen 10
3.4 Gesellschaftliche Strukturen im Wandel 12
4. Sozialisation als lebenslanger Prozess 13
4.1 Sozialisation im Alter 13
4.1.1 Die Bedeutung des Ruhestands 14
4.2 Desozialisation im Alter 15
Schlussbetrachtung 17
Literaturverzeichnis 19
Einleitung
In meiner beruflichen Laufbahn als Altenpflegerin beschäftige ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema der Sozialisation. Die dabei aufgetauchten Fragen über die Art des Sozialisationsprozesses älterer Menschen und vor allem, welche Rolle der Institution Altenheim zukommt, kann ich nur mit Vermutungen beantworten. Um diesen Fragen nach der Sozialisation älterer Menschen nachzugehen, werde ich in dieser Hausarbeit die verschiedenen Aspekte des Alters, die alterstheoretischen Ansätze und die gesellschaftlichen Betrachtungsweisen darstellen, sowie den Sozialisationsprozess im Alter erläutern.
Ich habe darüber gelesen, dass in den verschiedensten Kulturen unserer Welt die alten Menschen in ihrer Gesellschaft einen höheren Stellenwert besitzen, größeren Einfluss und Autorität ausüben, ihnen mit Achtung und Ehrerbietung begegnet wird, als es in unserer Gesellschaft der Fall ist. Ein Beispiel dafür findet sich in der Literatur über das Alter in Naturvölkern und historischen Gesellschaften: Bei den Yaghans, einem bereits Ende des letzten Jahrhunderts ausgestorbenen, primitiven Volksstamm, genossen die alten Menschen die Achtung der Gemeinschaft bis ins hohe Alter. Stets wurden sie zuerst mit der dürftig vorhandenen Nahrung versorgt. Sie gaben ihre Erfahrungen an die Gemeinschaft weiter, hatten moralischen Einfluss und überlieferten das ungeschriebene Gesetz sowie die Traditionen des Stammes (vgl. DE BEAUVOIR 1972, Seite 34 f.).
Je fortgeschrittener eine Kultur ist, desto weniger Einfluss haben die alten Menschen in ihrer Gesellschaft und ihre soziale Teilhabe an dieser beschränkt sich zunehmend. In unserer westlichen Gesellschaft herrscht wenig Respekt einem alten Menschen gegenüber, sie besitzen wenig bis keine Autorität und werden sogar in eine Randgruppe gedrängt. Dieser niedrige Status ist ein wichtiger Bestandteil bei der Klärung, ob oder wie alte Menschen sozialisiert werden. Immerhin stellt der gelungene Sozialisationsprozess die Eingliederung von einzelnen Personen in ihre Gesellschaft dar.
Ein Zitat von Arthur Schopenhauer lautet: "Das Alter hat die Heiterkeit dessen, der seine Fesseln los ist und sich frei bewegt". Es soll am Ende dieser Hausarbeit sinngemäß für die neuen Herausforderungen des Alters stehen.
1. Das Alter - was ist das?
In diesem ersten Kapitel werden grundsätzliche theoretische Aspekte des Alters betrachtet. Dabei geht es um das kalendarische Alter, um das biologische Alter, das soziale Alter, sowie um alterstheoretische Ansätze.
Was bedeutet es, wenn wir von Alter, alt werden oder alt sein sprechen? Altern beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod eines jeden Menschen, was bedeutet, dass wir mit jedem Tag dem Tod näher kommen. Dabei durchlebt jeder Mensch seinen eigenen Lebenslauf, seine individuelle Biografie. Unterschiede im Alterungsprozess finden durch die unterschiedliche genetische Ausstattung, sowie durch soziale, geografische und politische Einflüsse statt.
Durch die Altersforschung wurde überzeugend nachgewiesen, dass das Altern kein homogener, also gleichförmig verlaufender Prozess ist, und dass dieser nicht nur zwischen sondern auch innerhalb einzelner Personen sehr verschieden sein kann. Mit dem Vorgang des Alterns werden u.a. Begriffe wie Gewinne und Verluste, Stabilität und Abbau in Verbindung gebracht. Aufgrund dieser verschiedenen Lebenslagen und Lebensstile, sowie der Altersschicksale und -stile, bedeutet das, dass es die Alten ebenso wenig gibt wie das Alter. Jeder Mensch erlebt sein Alter in gewisser Weise subjektiv (vgl. FILIPP/MAYER 1999, Seite 29-31).
In vielen Epochen und Kulturen war es nicht nötig das genaue Alter zu kennen, da es kaum altersspezifische Grenzen innerhalb einer Gesellschaft gab. Heute werden damit die Bausteine der sozialen Identität verbunden. Altersgrenzen bedeuten bestimmte Rechte und Pflichten, z.B. mit dem Erreichen eines bestimmten Mindestalters die Schulpflicht, das Recht den Führerschein zu erwerben oder sich an einer politischen Wahl zu beteiligen etc. Später ist man dann für manches zu alt und es gibt scheinbare Altersgrenzen, wie für die Geburt eines Kindes oder für bestimmte Verhaltensmuster wie Kleidung, Frisur etc. (vgl. WUNSCHEL 2004, Seite 75).
Im Kontext dazu entwickelte die amerikanische Gerontologin Bernice Neugarten schon 1981 die These einer alterslosen Gesellschaft. Neugarten umfasst damit das Auflösen der Altersgrenzen und fließende Übergänge von einem Lebensabschnitt zum Anderen. Dadurch gäbe es keine festen Regeln, wann ein Mensch zu heiraten habe oder Kinder bekommen darf. Allerdings wird die These in der gerontologischen Diskussion kritisch betrachtet, weil sie nur einen begrenzten Blickwinkel auf den allgemeinen Wandel der Gesellschaft bietet (vgl. ZEMAN 2000, Seite 20).
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