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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 31 Pages
Author: Christian Richter
Subject: Sociology - Methodology and Methods
Details
Institution/College: University of Mannheim (Fakultät Sozialwissenschaften)
Tags: Probleme, Befragung, Befragtenverhaltens, Erhebung, Daten, Netzwerke, Hauptseminar, Befragung, Befragtenverhalten
Year: 2003
Pages: 31
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 32 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47947-9
File size: 278 KB
Diese Hausarbeit und der daraus resultierende Hauptseminarschein ist fach- und diplomnotenrelevant (Studiengang Diplom Sozialwissenschaften).
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Excerpt (computer-generated)
Universität Mannheim, Fakultät Sozialwissenschaften
Hauptseminar Befragung und Befragtenverhalten
WS 2002/2003, 7. Semester
Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei
der Erhebung von Daten für ego-zentrierte Netzwerke
von: Christian Richter
Inhaltsverzeichnis
1. Ziel und Vorgehen 1
2. Einführung: Was ist Netzwerkanalyse ? 1
3. Das ego-zentrierte Netzwerk: 3
3.1. Namensgeneratoren 5
3.2. Reliabilität und Validität von Namensgeneratoren 7
3.3. Das Burt-Instrument und das Fische r-Instrument 9
3.4. Vergleich von Burt- und Fischer-Instrument und deren Auswirkungen auf Befragung 10
4. Genauigkeit von Befragtenangaben: 11
4.1. Aufgaben des Befragten 12
4.2. Abhängigkeit von Erinnerungsfähi gkeit 13
4.3. Abhängigkeit von sozialer W ahrnehmung 18
4.4. Wahrnehmung von Freundscha ftsbeziehungen 19
5. Abschließende Worte 24
6. Literaturangaben 26
1. Ziel und Vorgehen:
Ziel der vorliegenden Arbeit soll sein, einen Ausschnitt und damit einen Einblick in den Bereich der Probleme mit Befragung und beim Befragtenverhalten zu geben, die bei der Erhebung von Daten für die egozentrierte Netzwerkanalyse auftreten können. Deshalb werde ich als erstes versuchen darzustellen, was die Netzwerkanalyse aus macht (Abschnitt 2.). Darauf folgend wird die egozentrierte Netzwerkanalyse vorgestellt (Abschnitt 3. ). Danach wer de ich auf die zentralen Erhebungsinstrumente der ego-zentrierten Netzwerkanalyse, die Namensgeneratoren und Namens interpretatoren, eingehen (Abschnitt 3.1) und einen Ausschnitt der über sie geführten Diskussion, betreffend ihrer Validität und Reliabilität präsentieren (Abschnitt 3.2.) Zu m praktischen Verständnis werde ich die „grössten“ Stellvertreter dieser Erhebungsinstrumente kurz skizzieren (Abschnitt 3.3.) und dann vergleichenderweise auf deren Auswirkungen auf die Reliabilität und Validität von den mit ihnen erhobenen Netz werkdaten eingehen (Abschnitt 3.4.). Das die Genauigkeit der Angaben von Befragten auch in diesem Bereich der Sozialforschung eine bedeutende Rolle spielen, wird darauffolgend gezeigt (Abschnitt 4.). Die Anforderungen an die Daten für eine strukturelle Analyse stellen den Befragten vor schwierige Aufgaben (Abschnitt 4.1.) und die Forscher vor zusätzliche Probleme, die es zu verstehen und zu lösen gilt. Besonders wichtig erscheinen in der ego-zentrierten Netzwerkanalyse die Erinnerungsfähigkeit und die Wahrnehmung von sozialen Beziehungen. Deshalb möchte in Abschnitt 4.2. und 4.3. diese erläutern und dann exemplarisch auf die Wahrnehmung von Freundschaftsbeziehungen anhand einer Studie von Carley und Krackhardt (1996) eingehen (Abschnitt 4.4.). In Abschnitt 5. werden Schlüsse aus den betrachteten Forschungsergebnissen gezogen.
2. Einführung: Was ist Netzwerkanalyse?
Wie die konventionelle Sozialforschung geht auch die Netzwerkanalyse davon aus, das Sozialstrukturen mehr sind als die Summe ihrer Teile. Die Netzwerkanalyse soll dazu beitragen, eine Verbindung von Mikro- und Makrosoziologie herzustellen und eine Erweiterung der Analyse gesellschaftlicher Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für die ego-zentrierte Netzwerkanalyse Strukturen zu ermöglichen. Um diese Ziel zu erreichen, wird sie für die Erklärung individuellen und kooperativ en Handelns sowie für die Entstehung bzw. Veränderung von Strukturen herangezogen. Strukturen werden dabei als wesentliche soziale Eigenschaften begriffen und formal beschrieben. Die Netzwerkanalyse erlaubt es, zusammengesetzte und intern strukturierte Einheiten mit ihren emergenten, "systemischen" Eigenschaften zu beschreiben. Diese ergeben sich aus dem Beziehungsmuster der Elemente. Die Beziehung eines Netzwerkelements zu anderen Elementen des Netzwerks und die Einbettung des jeweiligen Netzwerkelements in eine Struktur sind somit die fokalen Untersuchungsgegenstände.
Strukturelle Analyse selbst impliziert, dass man aus den Beziehungsnetzen der Akteure eines Netzwerks abstrakte Sozialstrukturen, Rollen- und Positionsgefüge auf der Ebene von Gruppen, Organisationen oder Gesellschaften ableiten kann. Akteure können Individuen, Gruppen, Institutionen oder ganze Gesellschaften sein. Dabei muss ein soziales Netzwerk nicht identisch mit einer sozialen Gruppe sein, das heisst, dass klare Grenzen der Zugehörigkeit (, wie deskriptive oder askriptive Merkmale,) nicht vorhanden sein müssen. Grob lassen sich untersuchte Akteure in Individuen und Kollektive einteilen. Individuen können absolute, relationale, komparative und kontextuelle Merkmale zugewiesen werden. Kollektive können analytische (aus absoluten Merkmalen der Kollektivmitglieder errechenbar), strukturelle (die sich aus den relationalen Eigenschaften der Kollektivelemente errechnen lassen) und globale (die nicht auf die Merkmale der Mitglieder zurückgeführt werden können) Eigenschaften zugewiesen werden.
Ein Netzwerk ist somit definiert als eine abgegrenzte Menge von Elementen und der Menge der zwischen ihnen verlaufenden Beziehungen. Beziehungen lassen s ich hinsichtlich ihrer Form, Inhalte s und Intensität unterscheiden. Typische Analyseebenen, die über das einzelne Element hinausgehen sind die Dyade (ein Akteur-Paar), die Triade (drei mit einander verbundene Akteure), das ego-zentrierte Netzwerk, Cliquen oder Netzwerkcluster und Gesamtnetzwerke für die jeweils Merkmale erhoben werden können. Es findet sich in der Literatur eine Unterscheidung zwischen relationaler und positionaler Netzwerkanalyse. Positionale Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für die ego-zentrierte Netzwerkanalyse Analyse unterscheidet sich von der relationalen insofern, dass sie die Ähnlichkeit der sozialen Positionen untersucht, die sich in den sozialen Beziehungen zu anderen Akteuren und über alle untersuchten Beziehungstypen hinweg wiederspiegelt. Positionen in sozialen Netzwerken unterscheiden sich nach dem Muster der Aussenbeziehungen.1
Wie im Falle anderer sozialwissenschaftlicher Forschungsstrategien existieren mehrere Möglichkeiten der Datengewinnung, die je nach Art des untersuchten Netzwerks und der jeweiligen Fragestellung eine unterschiedliche Relevanz besitzen. Dabei unterscheidet sich die Art der Datenerhebung nicht wesentlich von konventionellen Techniken. Am gebräuchlichsten ist wohl der Fragebogen. Aber auch Interviews, Beobachtung, Archivdaten, Tagebücher und Experimente können benutzt werden und wurden benutzt. (vgl. Faust, Wassermann, 1994) Dies gilt auch für die Erhebung von egozentrierten Netzwerkdaten, wobei es hier besondere Formen der genannten Ar ten der Datenerhebung gibt, auf die ich im nächsten Abschnitt eingehen werde.
3. Das ego-zentrierte Netzwerk:
[...]
1 Die positionale Perspektive ist besonders für die Clusteranalyse interessant, da sie, im Gegensatz zur Cliqunanalyse, die Gesamtstruktur von Rollenbeziehungen verschiedener Cluster untereinander ermöglichen kann, ohne das Akteure eines Clusters intern miteinander verbunden sein müssen. (vgl. Pappi et al., 1987, S.696); Einen Üb erblick über die Methoden der positionalen Perspektive bietet Pattison, 199 3, S. 80-92.
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