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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 26 Pages
Author: M.A. Marc Brandstetter
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: University of Trier
Tags: Machtpolitik, Charakteristikum, Außenpolitik, Alexander, Großen, Jahren, Philipp, Alexander, Große
Year: 2004
Pages: 26
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47959-2
File size: 127 KB
In der Forschung finden die ersten Jahre der Königsherrschaft Alexanders des Gossen nur eine eingeschränkte Beachtung. Fast alle vorliegenden Werken schildern zwar die Griechenlandpolitik des jungen Königs, der Feldzug gegen das Perserreich nimmt im Verhältnis dazu jedoch einen weit größeren Raum ein. Dabei sind die Geschehnisse der Jahre 336 und 335 v. Chr. in ihrer Tragweite nicht zu unterschätzen. Alexander legte durch seine frühe Außenpolitik die Grundsteine für die erfolgreiche Expansion.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Trier, Fachbereich III: Alte Geschichte
Seminar: Philipp II. und Alexander der Große
Wintersemester 2003/2004
7. Fachsemester
„Machtpolitik“ als Charakteristikum der makedonischen
Außenpolitik unter Alexander dem Großen in den
Jahren 336 bis 335 v. Chr.
von: Marc Brandstetter
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung S. 3
II. Das Problem der Quellen S. 5
III. Systematische Sicherung der Macht durch Doppelstrategie S. 7
IV. Analyse der makedonischen Außenpolitik unter Alexander dem Großen S. 8
IV.1. Der erste Griechenlandzug 336 v. Chr. S. 8
IV.2. Feldzug gegen die Triballer und Illyrer 335 v. Chr. S. 10
IV.3. Der zweite Griechenlandzug 335 v. Chr. S. 12
V. Das Verhältnis Alexanders zum korinthischen Bund in den Jahren 336 und 335 v. Chr. S. 16
V.1. Die Frage der Nachfolge S. 16
V.2. Der korinthische Bund als Machtinstrument Alexander des Großen S. 19
VI. Fazit S. 21
VII. Bibliographie S. 25
VII.1. Primärquellen S. 25
VII.2. Sekundärquellen S. 25
VII.3. Monographien und Sammelbände S. 25
VII.4. Zeitschriftenaufsätze S. 26
I. Einleitung
In der Forschung finden die ersten Jahre der Königsherrschaft Alexanders des Grossen nur eine eingeschränkte Beachtung. Fast alle vorliegenden Werken schildern zwar die Griechenlandpolitik des jungen Königs, der Feldzug gegen das Perserreich nimmt im Verhältnis dazu jedoch einen weit größeren Raum ein. Dabei sind die Geschehnisse der Jahre 336 und 335 v. Chr. in ihrer Tragweite nicht zu unterschätzen. Alexander legte durch seine frühe Außenpolitik die Grundsteine für die erfolgreiche Expansion der nachfolgenden Jahre. Wichtig ist zunächst, dass es ihm gelang alle Emanzipationsbestrebungen der Hellenen zu unterdrücken und er so bedenkenlos den Krieg gegen die Perser aufnehmen konnte. Zum Zweiten konnte er die Leistungsfähigkeit seiner Truppen und seine militärischen Führungsqualitäten durch die erfolgreichen Feldzüge unter Beweis stellen, was ihm die bedingungslose Gefolgschaft seiner Armee sicherte. Nicht vergessen werden darf darüber hinaus die erfolgreiche Revision der Verträge von Korinth auf seinen Namen, wodurch sich der panhellenische Anspruch eines Rachekrieges gegen das Perserreich aufrecht erhalten ließ. Zudem waren die Griechen verpflichtet, ihm Truppen für den Feldzug zur Seite zu stellen. Selbst wenn diese in ihrer Gesamtheit im Verlauf der kompletten militärischen Unternehmung nur eine untergeordnete Rolle spielten, stachen doch einzelne Truppenkontingente aus der einfachen Masse heraus: Die attische Flotte beispielsweise wurde für die Überfahrt nach Kleinasien benötig, ohne sie wäre es Verzögerungen in Alexanders Planungen gekommen. Ebenso fiel der thessalischen Reiterei mit der Unterstützung der makedonischen Kerntruppen bei den Kampfhandlungen in Persien eine wichtige Aufgabe zu.
Im Folgenden will diese Arbeit versuchen, von Alexander das Bild eines Machtpolitikers zu zeichnen, der kühl kalkuliert und unbeirrbar seinen Weg verfolgt. Zu diesem Zweck wird besonders seine Griechenlandpolitik in den ersten beiden Jahren seiner Herrschaft analysiert werden. In chronologischer Abfolge werden seine beiden Züge zu den Hellenen und der Feldzug in die nördlichen und westlichen Nachbarprovinzen Makedoniens skizziert werden. Herangezogen für die Schilderung der Ereignisse werden dabei Quellenauszüge von vier Alexanderhistorikern: Flavius Arrianus, Diodurus Siculus, Plutarch und Pompeius Trogus im Auszug des Justin. Durch deren Lektüre lassen sich interessante Schlüsse über die taktische Vorgehensweise Alexanders gewinnen. Er folgt einer Doppelstrategie. Während er es verstand, Teile seiner Feinde durch den massiven Einsatz von Gewalt zu unterdrücken, schaffte er es aber auch durch ausgesprochene Milde den anderen Teil seiner Widersacher für sich und seine Sache zu gewinnen.
Dabei ist die Arbeit im einzelnen folgendermaßen aufgebaut: Zu Beginn werden die Alexanderhistoriker kurz vorgestellt und Widersprüche in den Quellen benannt. Erwähnung wird in diesem Zusammenhang auch die vermutlich einzige Primärquelle finden, die für die Thematik herangezogen werden kann. Auch hier gibt es einige Unsicherheiten, welche besondere Berücksichtigung verdienen. Anschließend wird die bereits angesprochene These der Doppelstrategie zur Sprache kommen, welche durch die chronologische Wiedergabe der Geschehnisse der Jahre 336 und 335 v. Chr. belegt werden wird. Das nun folgende Hauptkapitel beschäftigt sich sodann mit dem Verhältnis Alexanders zum Korinthischen Bund. Hier wird uns die Frage beschäftigen, inwieweit oder ob überhaupt die Nachfolge Philipps als Hegemon des Bundes nach dessen Tode vertraglich geregelt war. Ist der Gründungseid des korinthischen Bundes ein „ewiger Vertrag“ und Alexander damit zwangsläufig Nachfolger seiner Vaters oder war in dem Vertrag keine genaue Geltungsdauer festgeschrieben und Alexander erlangte den Titel des Hegemon erst nach seiner ordentlichen Wahl im Jahre 336 v. Chr.? Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig für die zweite Hauptthese: Alexander instrumentalisierte den Korinthischen Bund und benutzte ihn im Sinne seiner Machtpolitik. Enden soll meine Analyse schließlich mit einem kurzen Schlusskapitel, in dem ich meine Ausführungen noch einmal kurz zusammen fassen und die von mir gefundenen Ergebnisse vorstellen möchte.
II. Das Problem der Quellen
Die vorliegende Arbeit basiert im Wesentlichen auf vier Historikern. Im Einzelnen sind dies: Flavius Arrianus 1, Diodorus Siculus2, Pompeius Trogus im Auszug des Justin3, sowie Plutarch4. Hier wird nun das erste Problem hinsichtlich der Quellenlage deutlich. Es sind keine literarischen Primärquellen aus der Alexanderzeit erhalten. Die moderne Forschung hat sich jedoch umfassend mit den Sekundärquellen beschäftigt, zu denen auch die vier genannten Autoren gehören. Nach Jakob Seibert lassen sich Diodor und Justin (sowie Curtius Rufus) zur sogenannten „Alexander-Vulgata“ zusammenfassen.5 Unterstützung findet diese These u.a. bei Wolfgang Will. Er führt die genannten Autoren auf eine Hauptquelle (Kleitarch) zurück, wobei bei Diodor und Justin allerdings verschiedene Zwischenquellen Verwendung fänden. Folglich ist der historische Wahrheitsgehalt der Beiden von dem Wahrheitsgehalt der von ihnen verwendeten Quellen abhängig.6 Plutarch hingegen ist eigenständig zu sehen, obwohl auch in seinen Ausführungen Kleitarch vermutlich Eingang gefunden hat.7 Auch hier stellt sich das Problem der historischen Genauigkeit, denn er zeichnet von Alexander ein Phantasiebild, dass einen besonderen Vorbildcharakter für die römischen Kaiser übernehmen soll.8
[...]
1 Flavius Arrianus: Der Alexanderzug. Indische Geschichte. Griechisch und deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Gerhard Wirth und Oskar von Hinüber, München 1985.
2 Diodorus Siculus: Bibliotheké historiké (griechisch und englisch), Bücher XVI und XVII, übersetzt von C.L Sherman und C.B. Wells (Loeb Classical liberay VII und VIII), London 1963.
3 Pompeius Trogus: Weltgeschichte von den Anfängen bis Augustus. Im Auszug des Justin (deutsch). Eingeleitet, übersetzt und erläutert von Otto Seel, Zürich 1972.
4 Plutarch: Große Griechen und Römer (deutsch), übersetzt von Konrat Ziegler, Band 4, München 1980.
5 Seibert, Jakob: Alexander der Große (Erträge der Forschung Band 10), Darmstadt 1972, S. 26.
6 Will, Wolfgang: Geschichte Makedoniens. Band 2. Alexander der Große, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1986, S. 19ff.
7 Ebenda, S. 22.
8 Ebenda, S. 20.
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