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Scholary Paper (Seminar), 2005, 13 Pages
Author: Diplom-Journalist Robin Avram
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Bremen
Tags: Thedor, Adorno, Kulturindustrie, Medientheorie, Publizistik, Wandel
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48092-5
ISBN (Book): 978-3-638-77326-3
File size: 172 KB
Mein Studiengang nennt sich Internationaler Studiengang Fachjournalistik, mein Fachschwerpunkt ist Wirtschaft.
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Abstract
Adorno hat mit seinen Abhandlungen über die Kulturindustrie eine höchst kritische Analyse über die Integration der Kultur in das kapitalistische Verwertungssystem vorgelegt. Im Rahmen dieser umfassenden Gesellschaftskritik spielen die Medien eine zentrale Rolle: Sie sind für Adorno Vermittlungsinstanzen der Kulturindustrie, die letztendlich Herrschaft festigen und die Bürger zunehmend unfähig machen, autonom zu denken. Der radikale, aber auch ganzheitliche Ansatz Adornos Kritik ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten und wird von den Sozialwissenschaften nicht weiter verfolgt. Dabei liefert Adorno zahlreiche Beobachtungen, die sich heute – unter den veränderten Vorzeichen einer tatsächlich weitestgehend ökonomisierten Medienwelt – immer mehr bewahrheiten. In der vorliegenden Hausarbeit soll versucht werden, diese Parallelen sichtbar und bewusst zu machen.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule Bremen
Internationaler Studiengang Fachjournalistik
4. Semester, Sommersemester 2005
Thedor W. Adorno. Kulturindustrie klassisch - und heute?
von: Robin Avram
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundlegendes zum Verständnis 4
3. Adornos Verständnis von Kulturindustrie 4
3.1 Verflachung der Kultur 5
3.2 Fatales Amüsement 6
3.3 Herrschaftsstablisierender Massenbetrug 7
4. Kulturindustrie heute 7
4.1 Dialektische Herangehensweise 8
4.2 Die Macht des Medienkapitals 8
4.3 Einfluss der Werbeindustrie 9
4.4 Massenbetrug? 10
4.5 Medien als Bewahrer des status quo 11
5. Fazit 12
Quellen 13
1. Einleitung
Adorno hat mit seinen Abhandlungen über die Kulturindustrie, die er zum ersten Mal 1948 mit der Dialektik der Aufklärung an die Öffentlichkeit brachte, eine höchst kritische Analyse über die Integration der Kultur in das kapitalistische Verwertungssystem vorgelegt. Im Rahmen dieser umfassenden Gesellschaftskritik spielen die Medien eine zentrale Rolle: Sie sind für Adorno Vermittlungsinstanzen der Kulturindustrie, die letztendlich Herrschaft festigen und die Bürger zunehmend unfähig machen, autonom zu denken. Der radikale, aber auch ganzheitliche Ansatz Adornos Kritik ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten und wird von den Sozialwissenschaften nicht weiter verfolgt. In der öffentlichen Wahrnehmung ist Adorno, soweit bekannt, vorwiegend als bildungselitär und fatalistisch verschrien. Dabei liefert Adorno zahlreiche Beobachtungen, die sich heute – unter den veränderten Vorzeichen einer tatsächlich weitestgehend ökonomisierten Medienwelt – immer mehr bewahrheiten. In der vorliegenden Hausarbeit soll versucht werden, diese Parallelen sichtbar und bewusst zu machen.
Die Arbeit ist dabei wie folgt gegliedert: Vorangestellt sind ein paar Hintergründe, die die Schärfe der Ansichten Adornos verständlicher machen sollen. Im zweiten Schritt werden die zentralen Grundzüge der Kritik an der Kulturindustrie dargelegt und gedeutet. Die Relevanz und Aktualität dieser Kritik soll anhand von einigen aktuellen Beispielen im dritten Teil überprüft werden. Die These, die bei der Arbeit an dem Text untersucht werden soll, richtet sich nach der Diktion Adorno und lautet:
„Die Massenmedien sind allein auf den Profit fixierte Unternehmen, die ihre Konsumenten betrügen und zur Stabilisierung der Herrschaftssysteme beitragen.“
2. Grundlegendes zum Verständnis
Um die radikale und düstere Kritik, die in der Dialektik der Auklärung an den gesellschaftlichen Zuständen und der Kulturindustrie geübt wird, richtig einordnen zu können, vorab ein paar Worte zu den Voraussetzungen und Beweggründen Adornos. Die Dialektik der Aufklärung entstand zur Zeit der schlimmsten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs in West Los Angeles, dem Exil, in welches die Marxisten und Juden Horkheimer und Adorno vor der Naziherrschaft flüchten mussten. Die beiden Intellektuellen, denen die deutschsprachige Kultur so gut wie alles bedeutete, mussten einerseits mit erleben, wie ihr Heimatland zugrunde ging und waren zum anderen mit der völlig fremden amerikanischen Kultur, die insbesondere durch Hollywood gerade ihren weltweiten Siegeszug antrat, konfrontiert. Das Buch trägt der Situation Rechnung, dass Vernunft und Aufklärung, die beiden Werkzeuge aller Intellektuellen, außer Kraft gesetzt schienen und die Welt, die die beiden kannten, vor dem Untergang stand. Desweiteren sollte beachtet werden, dass Adornos Kulturverständnis von einer ungleich höheren Wertschätzung geprägt war, als es heutzutage der Fall ist. Während wir uns heute freuen, wenn wir inmitten seichter Unterhaltung und Zerstreuung gute und informative Beiträge finden, galt für Adorno noch, dass „die Kunst ein Versprechen auf gültige und brauchbare neue Erfahrungen ablieferte, dessen Nicht-Einhaltung er als Betrug“ (Steinert:1998, S.) wahrnahm.
Dennoch sollte nicht der Fehler gemacht werden, die Kulturindustrie-Kritik Adornos lediglich auf die Zustände im Zweiten Weltkrieg zu beschränken. Adorno entwickelte seinen Kulturindustrie-Ansatz schon in den 20er Jahren anhand von Beobachtungen über Gebrauchsmusik. Nach seinen Erfahrungen in den USA, wo er im von Paul Lazarsfeld geleiteten „Radio Research Project“ von 1941 bis ´43 die Wirkung von Musik auf verschiedene Hörergruppen untersuchte, sah er seine Überlegungen über die Kulturindustrie bestätigt und weitete sie von der Musik auf die in der „Dialektik der Aufklärung“ beschriebenen Bereiche aus. In zwei Aufsätzen von 1953 über das Fernsehen präzisierte er seine Schlussfolgerungen. Im Resumé über Kulturindustrie von 1963 fasste er seine Ansichten noch einmal zusammen.
3. Adornos Verständnis von Kulturindustrie
Das Bestreben Adornos war es, mit dem Begriff Kulturindustrie prägnant den Vorgang zusammenzufassen, durch den Kultur in der kapitalistischen Ökonomie in das Alltagsleben der Masse überführt wird. In dem Begriff sind im ursprünglichen Sinn alle Akteure dieses System eingeschlossen.
„Als Kulturindustrie bezeichnet Adorno das globale und zugleich ausdifferenzierte Netzwerk der Kulturvermittlung in der gegenwärtigen Gesellschaft. Dazu gehören die auf den Status von Gütern heruntergebrachten Kulturgüter (...), die Kulturwaren, der Kulturmarkt und der Kulturkonsum. Zum System der Kulturindustrie zählen sowohl die Medien der Massenkommunikation (...), als auch solche Institutionen der Kulturverbreitung wie das Theater, die Museen, Festivals, der Buchmarkt, aber auch diverse Sparten des Sports und andere Einrichtungen des Hobby- und Unterhaltungswesens.“ Stefan Müller-Doohm 1996:199f
Die Kulturindustrie ist laut Adorno eine kapitalistische Erscheinung, denn ihre Entwicklung ist einerseits an die Technisierung, andererseits an die Rationalisierung und Standardisierung der Produktion (Fordismus) gekoppelt. Diese Verwertungsmaßstäbe gelten in der Kulturindustrie für alle geistigen Gebilde. Der Gehalt und die stimmige Gestaltung hätten in diesem System nicht mehr Vorrang. Vielmehr sei das vorrangiste Kriterium, wie gut sich etwas verkaufen lasse. Diese Entwicklung werde bewusst herbeigeführt:
[...]
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