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Die allgemeindidaktischen Modelle "Informationstheoretisch-kybernetische Didaktk", "Lernzielorientierte Didaktik" und "Kritisch-kommunikative Didaktik" - Abseits der "großen" didaktischen Modelle veralterte Denkansätze?

Autor: Wiebke Vieljans
Fach: Pädagogik - Allgem. Didaktik, Erziehungsziele

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 30
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 263 KB
Archivnummer: V52366
ISBN (E-Book): 978-3-638-48102-1

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Lehreinheit Erziehungswissenschaft
SS 2004, 2. Semester

Die allgemeindidaktischen Modelle
"Informationstheoretisch-kybernetische Didaktk",
"Lernzielorientierte Didaktik" und "Kritisch-kommunikative
Didaktik" - Abseits der "großen" didaktischen
Modelle veralterte Denkansätze?

von: Wiebke Vieljans

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  S. 2

2. Was ist ein didaktisches Modell?  S. 3

3. Ausgewählte allgemeindidaktische Modelle im Überblick  S. 4

3.1 Die informationstheoretisch-kybernetische Didaktik (v. Cube, Frank)  S. 4

3.1.1 Bedeutung von Lehrzielen, Lehrstrategien und Medien  S. 6
3.1.2 Zweck der Lernkontrolle S. 7
3.1.3 Kennzeichen des kybernetischen Ansatzes S. 8
3.1.4 Kennzeichen des informationstheoretischen Ansatzes S. 9
3.1.5 Planung von Unterricht S. 9
3.1.6 Kritische Einschätzung S. 10

3.2 Die lernzielorientierte/curriculare Didaktik (Möller) S. 11

3.2.1 Begriffsklärung curriculare Didaktik S. 10
3.2.2 Parallelen zu behavioristischen Ansätzen S. 11
3.2.3 Beschreibung von Lehrzielen S. 12
3.2.4 Ordnen und Auswählen von Lehrzielen S. 12
3.2.5 Kritische Einschätzung S. 13

3.3 Die kritisch-kommunikative Didaktik (Winkel) S. 18

3.3.1 Begriffsklärung kritisch/kommunikativ S. 19
3.3.2 Bedeutung der Kommunikationstheorie für den Unterricht  S. 20
3.3.3 Systematische Analyse unterrichtlicher Strukturen S. 21
3.3.4 Planung von Unterricht  S. 23
3.3.5 Beziehung zu anderen didaktischen Modellen  S. 24
3.3.6 Kritische Einschätzung  S. 25

4. Schlussfolgerungen  S. 27

5. Literaturverzeichnis  S. 29




 

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werden die drei allgemeindidaktischen Modelle informationstheoretisch-kybernetische Didaktik (nach Felix von Cube), lernzielorientierte Didaktik (nach Christine Möller) und kritisch-kommunikative Didaktik (nach Rainer Winkel) differenziert untersucht im Hinblick auf ihre Grundideen zu Lehrzielen, Lehrstrategien und Lernkontrolle, ihre Vorstellungen zur Unterrichtsplanung und ihre Parallelen zu anderen Ansätzen. Als Resümé schließt jedes Kapitel mit einer Zusammenfassung der Vor- und Nachteile des jeweiligen Didaktikmodells. In den Schlussfolgerungen soll beurteilt werden, inwiefern diese Modelle noch Gültigkeit besitzen oder ob sie überholt oder gar völlig abwegig sind. Es wurden diese drei Ansätze zur genaueren Untersuchung gewählt, da im Seminar „Ausgewählte Fragen der allgemeinen Didaktik“ des Sommersemesters 2004 bereits genauer auf die größeren und allgemein angesehen Modelle der Lerntheoretischen Didaktik („Berliner Modell“ nach Heimann/Otto/Schulz), der Lehrtheoretischen Didaktik („Hamburger Modell“ nach Schulz), der didaktischen Analyse nach Klafki sowie auch der kritisch-konstruktiven Didaktik eingegangen wurde. Als Grundvoraussetzung definierten wir Didaktik als Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens, und die drei Aufgaben der Didaktik als Planung, Analyse und Konstruktion von Unterricht. Bei einem geschichtlichen Abriss entdeckten wir, dass Comenius im 17. Jahrhundert in seiner „Didactica Magna“ die Jahrgangsklassen erfand und im Sinne einer Verbesserung der Allgemeinbildung allen alles lehren wollte. Während später die lerntheoretische Didaktik der 60er Jahre Bedingungsfelder (anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen) und Entscheidungsfelder (über Methoden, Ziele, Medien und Themen) des Unterrichts in den Mittelpunkt der Planung von Unterricht rückt, ist die lehrtheoretische Didaktik aus dem Jahr 1980 als deren Weiterentwicklung anzusehen, die bei der Planung von Unterricht zwischen Perspektiv-, Umriss-, Feinplanung sowie Planungskorrektur differenziert. Die Bildungstheoretische Didaktik, deren wichtigster Bestandteil die auf fünf Fragen aufbauende didaktische Analyse von Klafki ist, wurde später zur kritischkonstruktiven Didaktik weiter entfaltet. Gerade weil diese Ansätze zu den bekanntesten gehören und bei Lehramtsanwärtern bereits zum Grundwissen gehören sollten, sollen in dieser Arbeit drei weniger bekannte, kleinere allgemeindidaktische Modelle der letzten 30 Jahre untersucht werden, um schließlich beurteilen zu können, warum sich diese Modelle nicht haben durchsetzen können oder ob sie sogar zu unrecht häufig bei der Planung, Durchführung und Analyse von Unterricht nicht berücksichtigt werden.

2. Was ist ein didaktisches Modell?

Im folgenden dritten Teil dieser Arbeit wird der Begriff „didaktisches Modell“ in dem von Herwig Blankertz (1975) eingeführten Sinn benutzt, was drei Kriterien beinhaltet:1

1. Ein allgemeindidaktisches Modell ist ein erziehungswissenschaftliches Theoriegebäude zur Analyse und Modellierung didaktischen Handelns in schulischen und nichtschulischen Handlungszusammenhängen.
2. Ein allgemeindidaktisches Modell stellt den Anspruch, theoretisch umfassend und praktisch folgenreich die Voraussetzungen, Möglichkeiten, Folgen und Grenzen des Lehrens und Lernens aufzuklären.
3. Ein allgemeindidaktisches Modell wird in seinem Theoriekern in der Regel einer wissenschaftstheoretischen Position (manchmal auch mehreren) zugeordnet.

Didaktische Modelle stützen sich also auf bestimmte, ihnen eigene Grundannahmen, und orientieren sich an bestimmten Kriterien wie den obigen, sind jedoch nicht allgemeingültig. Sie ordnen dem Unterrichtsgeschehen Begriffe zu, von denen Lehrerinnen und Lehrer ausgehen sollen und bieten somit eine Hilfestellung für die Unterrichtsplanung. Da die meisten didaktischen Modelle historisch entstanden sind, besitzen sie auch nur eine zeitlich begrenzte Gültigkeit, bis sie wieder überholt sind. Ziel eines jeden didaktischen Modells kann es nur sein, den komplexen Sachverhalt des Unterrichtsgeschehens zu erfassen sowie die Planung, Entwicklung und Durchführung zu stützen. Allerdings sind sie der Methodik übergeordnet und können somit nicht unmittelbar auf den konkreten Unterrichtsablauf zielen. Auch können sie kaum mehr als den Rahmen beschreiben, in dem didaktisches Handeln begründet und strukturiert werden kann, bleiben daher also recht formal. Zusätzlich sollen didaktische Modelle eine Reihe von Funktionen erfüllen, die nach Hanna Kiper (2001) folgendermaßen bestimmt werden können:2

• Herstellung von Übersicht und Ordnung
• Verringerung von Komplexität
• Richtungsweisend für die pädagogische Forschung
• Handlungsorientierung

Umstritten ist jedoch, ob die didaktische Modelle leisten, was sie versprechen. Einerseits werden sie als „Feiertagsdidaktiken“ beschimpft (Meyer 1980), weil sie Unrealistisches über die Voraussetzungen des Unterrichts annehmen, andere halten sie immerhin für Problematisierungshilfen, wieder andere halten ihre Aufgabe nur für „Unterrichtsrezepte“ (Grell/Grell 1979).3

In der Literatur findet man nicht nur die eine, für alle Schulformen gültige allgemeine Didaktik, sondern eine Vielzahl. Die bekanntesten Allgemeindidaktiken, auch für die Lehrerausbildung, sind die in den 60er Jahren ausformulierte bildungstheoretische Didaktik (Klafki), die in den 60er Jahren an der pädagogischen Hochschule Berlin entstandene Lerntheoretische Didaktik (Heimann, Otto, Schulz), die dann in den 70er Jahren an der Uni Hamburg von Otto und Schulz zur lehrtheoretischen Didaktik weiterentwickelt wurde, sowie die in den 80er und 90er Jahren entstandene konstruktivistische Didaktik (Kersten Reich, Edmund Kösel). Viele Ausbilder setzen heute die grobe Kenntnis eines dieser Modelle voraus. Nur wenige sind neu hinzugekommen, und nur schwer konnten diese sich in der Praxis der Lehrerausbildung etablieren.4

3. Ausgewählte Allgemeindidaktische Modelle im Überblick

3.1 Die Informationstheoretisch-kybernetische Didaktik (v. Cube, Frank)

[...]


1 Jank/Meyer: Didaktische Modelle (2002), S. 35

2 Jank/Meyer a.a.O., S. 35 f.

3 vgl. Jank /Meyer a.a.O., S. 36

4 vgl. Jank/Meyer a.a.O., S. 36 ff.

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