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Entstehung der deutsch-finnischen "Waffenbrüderschaft" im Fortsetzungskrieg

Termpaper, 2005, 20 Pages
Author: Stefan Hansen
Subject: History - National Socialism, World War II

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V52440
ISBN (E-book): 978-3-638-48154-0
ISBN (Book): 978-3-638-76511-4
File size: 165 KB
Notes :
Wie kam es zur „Waffenbrüderschaft“ im Fortsetzungskrieg? Rückbesinnung auf eine deutsch-finnische Freundschaft oder politisches Kalkül?


Abstract

Schon während der Geburt der finnischen Republik in den Jahren 1917 bis 1918 kam es zu einer Anlehnung an das Reich und zu militärischer Hilfe Deutschlands. Das aus deutschen Diensten heimkehrende finnische Jäger-Bataillon, das an der deutschen Ostfront gegen Russland gekämpft hatte, bildete den Rahmen für die in Aufstellung befindliche Bauernarmee Mannerheims. Auch wenn der Kavalleriegeneral Mannerheim der deutschen Hilfeleistung kritisch gegenüber stand, kämpften Finnen und Deutsche Schulter an Schulter im Freiheitskrieg und errangen die Entstehung eines neuen unabhängigen Finnlands. Als dann nur zwei Jahrzehnte später im Zuge des Zweiten Weltkrieges sowjetrussische Streitkräfte finnisches Territorium überfielen, mussten die Finnen nach fast vier Monaten bemerkenswert heldenhafter Verteidigung einen harten Frieden annehmen. Nachdem es in diesem sogenannten Winterkrieg weder von Seiten des Völkerbundes noch von den Entente-Mächten Hilfeleistungen zugunsten Finnlands gegeben hatte, suchte die finnische Politik wenig später erneut eine Annäherung an Deutschland. Im Frühjahr 1941 trat das demokratische Finnland dann gänzlich auf die Seite des totalitären Deutschlands über. Die Frage, die in dieser Arbeit behandelt wird, lautet: Gab es zwischen Deutschland und Finnland eine tiefe Freundschaft, auf die sich die Finnen nach dem Winterkrieg zurück besinnten, oder handelte es sich dabei um ein reines Zweckbündnis, aus politischem Kalkül? Wurde Finnland vom Dritten Reich zur Teilnahme am Ostfeldzug gegen Sowjetrussland „überredet“ oder entsprach es den finnischen Interessen – wie kam es also zur so genannten "Waffenbrüderschaft"? Dabei konzentriert sich der Autor auf die Analyse der außenpolitischen Beziehungen Finnlands und insbesondere auf den Prozess der Annäherung an das „ungeliebte“ nationalsozialistische Deutsche Reich.


Excerpt (computer-generated)

Christian - Albrechts - Universität zu Kiel
Proseminar: Finnland und Estland im 20. Jahrhundert

Deutsch-finnische Waffenbrüderschaft im Fortsetzungskrieg

von: Stefan Hansen

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Die Situation vor dem Fortsetzungskrieg  4

2.1. Das deutsch-finnische und russisch-finnische Verhältnis  4
2.2. Die Entwicklung bis zur Zusammenarbeit  7

2.2.1. Finnlands Neutralitätspolitik vor dem Winterkrieg 7
2.2.2. Der Winterkrieg  8
2.2.3. Die deutsch-finnische Annäherung  10

2.3. Die deutsch-finnische Zusammenarbeit  11

3. Der Kriegsbeginn  14

4. Zusammenfassung  16

5. Literaturverzeichnis  19

5.1. Monographien  19
5.2. Sammelbände  20


 

 

1. Einleitung

Schon während der Geburt der finnischen Republik in den Jahren 1917 bis 1918 kam es zu einer Anlehnung an das Reich und zu militärischer Hilfe Deutschlands.1 Das aus deutschen Diensten heimkehrende finnische Jäger- Bataillon, das an der deutschen Ostfront gegen Russland gekämpft hatte, bildete den Rahmen für die in Aufstellung befindliche Bauernarmee Mannerheims.2 Auch wenn der Kavalleriegeneral Mannerheim der deutschen Hilfeleistung kritisch gegenüber stand, kämpften Finnen und Deutsche Schulter an Schulter im Freiheitskrieg und errangen die Entstehung eines neuen unabhängigen Finnlands.3 Als dann nur zwei Jahrzehnte später im Zuge des Zweiten Weltkrieges sowjetrussische Streitkräfte finnisches Territorium überfielen, mussten die Finnen nach fast vier Monaten bemerkenswert heldenhafter Verteidigung einen harten Frieden annehmen.

Nachdem es in diesem sogenannten Winterkrieg weder von Seiten des Völkerbundes noch von den Entente-Mächten Hilfeleistungen zugunsten Finnlands gegeben hatte, suchte die finnische Politik wenig später erneut eine Annäherung an Deutschland.4 Im Frühjahr 1941 trat das demokratische Finnland dann gänzlich auf die Seite des totalitären Deutschlands über.5 Die Frage, die in dieser Arbeit behandelt werden soll, lautet: Gab es zwischen Deutschland und Finnland eine tiefe Freundschaft, auf die sich die Finnen nach dem Winterkrieg zurück besinnten, oder handelte es sich dabei um ein reines Zweckbündnis, aus politischem Kalkül? Wurde Finnland vom Dritten Reich zur Teilnahme am Ostfeldzug gegen Sowjetrussland „überredet“ oder entsprach es den finnischen Interessen – wie kam es also zur Waffenbrüderschaft? Dabei wird auf eine Darlegung der genauen historischen Kriegsabläufe aufgrund des gesetzten Rahmens dieser Arbeit zu verzichten sein, um die Analyse der außenpolitischen Beziehungen Finnlands und insbesondere den Prozess der Annäherung an das „ungeliebte“ nationalsozialistische Deutsche Reich vertiefen zu können.

2. Die Situation vor dem Fortsetzungskrieg

2.1. Das deutsch-finnische und russisch-finnische Verhältnis

Der finnische Staat wurde vor dem Hintergrund eines Freiheits- und Bürgerkrieges geboren, „der auch Züge eines finnisch- russischen Krieges trug“6 und den der „weiße“ General Carl Gustav Freiherr von Mannerheim gegen die sozialistischen „roten“ Truppen des aufständischen Volksausschusses zu führen hatte.7

[...]


1 Erfurth, Waldemar: Der finnische Krieg 1941-1944, München 1978, S. 15.

2 Ebd., S. 14.

3 Ebd., S. 14.

4 Ebd., S. 22.

5 Jokipii, Mauno: Finnland und der Zweite Weltkrieg - eine historische Ortsbestimmung, in: Jäntti, Ahti / Holtkamp, Marion (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten, Marschall Mannerheim und die deutsch-finnischen Beziehungen 1939-1945. Berlin 1997 (Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland, Bd. 1), S. 21.

6 Röpstorff, Thomas: Finnland im Spannungsfeld der Großmächte 1939-1941, Kiel 1989, S. 2.

7 Jäntti, Ahti / Holtkamp, Marion (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten, Marschall Mannerheim und die deutsch-finnischen Beziehungen 1939-1945. Berlin 1997 (Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland, Bd. 1), S. 9.


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