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Scholary Paper (Seminar), 2006, 20 Pages
Author: Elisabeth Augustin
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Hörbarkeit, Zeitablaufs, Elfriede, Jelineks, Musik-Essays, Eine, Darstellung, Berücksichtigung, Arbeiten, Patricia, Jünger, Inhalte
Year: 2006
Pages: 20
Grade: 1
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48183-0
File size: 245 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Wien
TITEL DER LEHRVERANSTALTUNG:
Elfriede Jelinek und die Musik, PS Neuere dt. Literatur 100098
Wintersemester 2005/2006, 9. Semester
Die Hörbarkeit des Zeitablaufs. Zu Elfriede Jelineks
Musik-Essays. Eine exemplarische Darstellung unter
besonderer Berücksichtigung der Arbeiten über Patricia
Jünger und feministischer wie marxistischer Inhalte
von: Elisabeth Augustin
G l i e d e r u n g
1. Einleitung und biografische Anmerkungen zu Elfriede Jelinek 2
1.1. Der Essay – ein kurzer definitorischer Umriss 5
2. Charakteristika der Musik-Essays von Elfriede Jelinek 6
2.1. "Die Hörbarkeit des Zeitablaufs": Elfriede Jelineks Musikdefinition 9
3. Patricia Jünger: Die Komponistin und Freundin 13
3.1 Jelineks Essays über Patricia Jünger 14
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung und biografische Anmerkungen zu Elfriede Jelinek
Im Jahr 2004 ist Elfriede Jelinek der Literaturnobelpreis verliehen worden. In der Geschichte des Nobelpreises – Nobelpreise werden seit 1901 verliehen - ist sie die erst zehnte Frau, welcher diese höchste (und höchst dotierte) literarische Auszeichnung zugesprochen worden ist.1 Nicht erst seit der Nobelpreisverleihung ist Elfriede Jelinek in Österreich ein Thema. Politische Aktionen von Jelinek und politische Aktionen gegen Jelinek (zum Beispiel die Plakatkampagne der Wiener Freiheitlichen aus dem Jahr 19952) rückten sie oftmals in das Licht der Öffentlichkeit. Forschungen zum Werk von Elfriede Jelinek beziehen sich meist auf wenige Romane (zum Beispiel Michael 1972, Die Klavierspielerin 1988, Lust 1989) und einige Theaterstücke der Autorin. Wenig Beachtung schenkte die Forschung bis jetzt den Essays von Elfriede Jelinek. Und das, obwohl der Umfang der essayistischen Beiträge von Jelinek nicht gering ist. Das Werkverzeichnis von Pia Janke aus dem Jahr 2004 führt 14 Essays zum Themenbereich Musik an. Allein essayistische Texte, Reden und Stellungnahmen nehmen in der 629 Seiten starken Bibliografie 85 Seiten ein.
Die vorliegende Arbeit will sich den Musik-Essays von Elfriede Jelinek annähern. Besonderes Augenmerk wird bei der Analyse den Essays von Jelinek über die Komponistin und Dirigentin Patricia Jünger geschenkt. Als Primärquellen dienen vorrangig zwei Beiträge von Elfriede Jelinek über Patricia Jünger:
• Elfriede Jelinek: Im Namen des Vaters. In: profil, Jg 14 (1983), H. 50, S. 52-53.
• Elfriede Jelinek: Die Komponistin. In: Emma 6/1987, S. 33-36.
Um die beiden Essays jedoch in einen größeren Zusammenhang einbetten zu können, werden in die Analyse weitere Musik-Essays der Autorin einbezogen. Nach einer ersten Durchsicht des Materials hat es sich für die Arbeit als sinnvoll und ertragreich erwiesen, die Essays über Patricia Jünger auch unter einer marxistischen und feministischen Perspektive zu betrachten und auf andere Werke von Jelinek (zum Beispiel das Theaterstück Clara S.) und die Sekundärliteratur zu Elfriede Jelinek zu beziehen.
Das Kapitel abschließend, einige Anmerkungen zur Biografie von Elfriede Jelinek. Die biografischen Notizen sind vor allem dort interessant, wo sie Anknüpfungspunkte zum Themenbereich Musik eröffnen.3 Elfriede Jelinek wurde 1946 im steirischen Mürzzuschlag geboren und lebt seit 1966 als freie Schriftstellerin in Wien und München. 1967 ist ihr erster Lyrikband ′Lisas Schatten′ erschienen. Elisabeth Spanlang beschreibt Jelineks literarische Anfänge und führt für diese Zeit als prägend den Surrealismus und Expressionismus an. Die Gestaltung von Visionen und Träumen sowie surreale Bildwelten sind nach Spanlang kennzeichnet für die frühe Lyrik der Autorin.4 Der Dadaismus mit seinen Montageverfahren sowie die Pop-Art-Literatur, die ihre Stoffe vornehmlich aus den Massenmedien gewinnt, sind weitere Bezugspunkte für Jelineks eigenes Schaffen.5 Das 1964 begonnene Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien brach Jelinek ohne Abschluss ab. "Nach 1969 engagierte sich Elfriede Jelinek in der Studentenbewegung und in den Literaturdiskussionen um die Zeitschrift ′manuskripte′."6
Biografisch noch weiter zurück reichen Jelineks Bezüge zur Musik. Bereits als Jugendliche (seit 1960) studierte sie am Wiener Konservatorium Orgel, Blockflöte und Komposition. 1971 machte Jelinek am Konversatorium ihren Orgel-Abschluss. Sehr gute Musik-Kenntnisse und die Erfahrung, selbst Musik gemacht zu haben, sind für ihre Musik-Essays von Bedeutung. Auch in Jelineks literarischem Schaffen ist Musik und Künstlertum oftmals selbst Thema (zum Beispiel im Theaterstück ′Clara S.′) oder auch Motiv (zum Beispiel im Roman ′Die Klavierspielerin′) beziehungsweise ist Musik auch in Form von Zitaten vorhanden. Auch auf der Ebene des Stils lassen sich Parallelen ziehen. So spielen Rhythmus und Klang (umgesetzt unter anderem durch Alliteration, Wiederholung, Varianz) in Jelineks Prosastücken und Dramen durchwegs eine Rolle.
[...]
1 Vgl. FemBio. Frauen-Biographieforschung: Elfriede Jelinek. In: http://www.fembio.org/frauenbiographie/ elfriede-jelinek.shtml, 14.12.2205.
2 Anm.: Mehr Informationen und Bilder zur Plakataktion sind auf der Homepage von Elfriede Jelinek www.elfriedejelinek.com vorhanden. Siehe dazu den Unterpunkt ′Fotoalbum – Ein Gedicht′
3 Anm.: Die Informationen zur Biografie stammen vorwiegend aus dem KLG-Beitrag von Ulrike Haß (Quelle: Elfriede Jelineks Homepage), aus der FemBio-Datenbank (www.fembio.org) und aus dem Werk von Elisabeth Spanlang (Elfriede Jelinek. Studien zum Frühwerk. Wien VWGÖ 1992).
4 Vgl. Elisabeth Spanlang: Elfriede Jelinek: Studien zum Frühwerk. Dissertation. Wien: VWGÖ 1992, S. 40.
5 Vgl. ebd. S. 47.
6 Ulrike Haß: Elfriede Jelinek. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur - KLG, 59. Nachlieferung (1998), S. 1. Zit. nach: Homepage Elfriede Jelinek: http//www.elfriedejelinek.com, 14.12.2005.
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