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Soziales Lernen in der Grundschule. Ein fächerübergreifender Bildungsauftrag

Termpaper, 2004, 32 Pages
Author: Isabell Kallis
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 32
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V52499
ISBN (E-book): 978-3-638-48200-4
ISBN (Book): 978-3-638-66217-8
File size: 294 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit enthält zunächst eine genaue Begriffsbestimmung des Sozialen Lernens (spontanes und gestaltetes soziales Lernen, Bedeutung in der GS, Zentrale Inhalte). Im weiteren Verlauf werden diaktisch methodische Möglichkeiten wie Gesprächskreise, szenische Darstellungen und Interaktionsspiele vorgestellt. Weiterhin werden die Themenbereiche Klassengemeinschft und Konfliktlösung als Teile des Sozialen Lernens behandelt.


Excerpt (computer-generated)

Soziales Lernen in der Grundschule.
Ein fächerübergreifender Bildungsauftrag

von: Isabell Kallis

 


Inhalt

1. Begriffsbestimmung

1.1 Definition und Zielsetzung des Begriffes „soziales Lernen“
1.2 Bedeutung des sozialen Lernens
1.3 Spontanes und gestaltetes soziales Lernen
1.4 Zentrale Inhalte des sozialen Lernens in der GS

2. Didaktische und methodische Möglichkeiten

2.1 Der Gesprächskreis

2.1.1 Organisation des Gesprächskreises

2.2 Szenische Darstellung
2.3 Bewegung und Körperarbeit
2.4 Interaktionsspiele

2.4.1 Lernziele
2.4.2 Schritte zur Durchführung

3. Die Klassengemeinschaft

3.1 Schulbeginn- die Klasse als Gruppe Fremder
3.2 Außenseiter
3.3 Möglichkeiten der Förderung der Gruppendynamik

4. Der Umgang mit Konflikten

4.1 Die Dilemmamethode

4.1.1 Beispiel „Der Kuchen“
4.1.2 Struktur einer Dilemmastunde

4.2 Weitere Möglichkeiten

4.2.1 „Eine großzügige Spende“
4.2.2 Erlernen von Konfliktlösestrategien

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis


 


 

1. Einleitung

Die Bedeutung und Notwendigkeit sozialen Lernens wird sowohl von Theoretikern als auch von Praktikern immer wieder betont. Es ist jedoch tatsächlich ein „Stiefkind“ der Schule, das gegenüber anderen Zielsetzungen vernachlässigt wird. Das liegt an der Entwicklung von Schule und Unterricht. Schulen sind zu Stätten des Lehrens und Lernens ausgebaut worden, in denen das kognitive Lernen im Vordergrund steht. In unserer heutigen, das Individuum betonenden Gesellschaft kommt es gerade darauf an, die kooperativen Fähigkeiten und Bereitschaften auszubilden, wenn Sozialkompetenz gefördert werden soll. Ziel des sozialen Lernens ist es, Handlungsfähigkeit, d.h. die Fähigkeit mit allen Lebenssituationen und Problemen annäherungsweise selbständig fertig werden zu können, zu erwerben. In meiner Hausarbeit werde ich eingangs den Begriff „soziales Lernen“ definieren, die Ziele und die Bedeutung des sozialen Lernens in der Grundschule darstellen und mich mit den zentralen Inhalten im Primärbereich auseinandersetzen. Weiterhin werde ich im Kapitel 2 zwei verschiedene Arten des sozialen Lernens darstellen: Was ist spontanes soziales Lernen? Was kann man sich unter gestaltetes soziales Lernen vorstellen?

In Kapitel 3 beschäftige ich mich mit didaktischen und methodischen Möglichkeiten des sozialen Lernens, die sich auf alle Inhalte anwenden lassen. Die intensivste und effektivste Methode ist der Gesprächskreis. Welche Fähigkeiten werden durch ihn gefördert? Wie sollte er organisiert werden und wie ist der Ablauf zu strukturieren? Antworten auf diese und andere Fragen werde ich geben.

Auch die szenische Darstellung, Bewegung und Körperarbeit sowie Interaktionsspiele werde ich ausführlich darstellen. Für Kapitel 4 und 5 habe ich mir zwei Schwerpunktthemen des sozialen Lernens in der Grundschule zur Bearbeitung ausgewählt: Die Förderung der Gruppendynamik und den Umgang mit Konflikten. In beiden Kapiteln werde ich zunächst den Gegenstandsbereich näher bestimmen: Welche neuen Anforderungen kommen auf Schüler bei Eintritt in eine Gruppe Fremder zu? Welche „Problemfälle“ gibt es innerhalb der Gruppe „Schulklasse“? Wo kommt es in der Schule zu Konflikten? Im weiteren Verlauf werde ich konkrete Ansätze und Übungen zur Förderung der Gruppendynamik und zur Konfliktlösung vorstellen. Dazu gehört zum Beispiel die sog. Dilemmamethode. Es gibt viele weitere Bereiche, die in dieser Hausarbeit Beachtung finden könnten (z.B. Förderung des Einfühlungsvermögens). Die Bearbeitung weiterer Themenschwerpunkte würde allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

2. Begriffsbestimmung

2.1 Definition und Zielsetzung des Begriffes „Soziales Lernen“

Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen des Begriffes „ Soziales Lernen“. Ich beschränke mich auf zwei Definitionen, die mir am sinnvollsten erscheinen. „ Soziales Lernen ist der Erwerb von Fähigkeit und Bereitschaft zu solchen zwischenmenschlichen Verhaltensweisen, die zu einem sozial akzeptablen Kompromiß zwischen eigenen Bedürfnissen und Normalanforderungen bzw. Fremdbedürfnissen führen. Es geht um die Verfügbarkeit, aber auch die Anwendung solcher Verhaltensweisen und zwar auf der kognitiven, emotionalen und motorischen Ebene.“1 (= soziale Kompetenz) „Soziales Lernen (...) meint den Prozess des indirekten Erwerbs von Handlungsqualifikation in der Dimension des Umgangs mit Subjekten der sozialen Realität (im Unterschied zu den Handlungsqualifikationen, die sich auf den Umgang mit Objekten der Natur, also auf Gegenstände und Sachen) beziehen.“2

Ziel sozialen Lernens ist der Erwerb emotionaler Intelligenz. Der kindliche Verstand besteht aus der rationalen Intelligenz, die für das Denken zuständig ist und somit das fachlich- stoffliche Lernen bestimmt und aus der emotionalen Intelligenz, zu der die Fähigkeit gehört, mit eigenen und fremden Gefühlen und Bedürfnissen umzugehen. Gefördert wird durch das soziale Lernen also die emotionale Intelligenz. „Emotionale Intelligenz meint das geistige Fassungsvermögen, mit dem Informationen emotionaler Art aufgenommen und verwertet werden, auf Grund dessen wir emotionale empfinden und reagieren können.“3

[...]


1 Dettenborn,H./ Schmidt- Denter, U.: Soziales Lernen. In: Lompscher, J. u.a. (Hrsg.). Leben, Lernen und Lehren in der Grundschule. Neuwied: 1997., S.188

2 Knoll-Jokisch, H. : Sozialerziehung und soziales Lernen in der Grundschule. Klinkhardt: Bad Heilbronn, 1981, S.67

3 Schilling, Diane. Soziales Lernen in der Grundschule- 50 Übungen, Aktivitäten und Spiele. Verlag an der Ruhr: Mühlheim an der Ruhr, 2000. S.12


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