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Das Arena-Modell der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen

Scholary Paper (Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Christian Ritter
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V52578
ISBN (E-book): 978-3-638-48252-3

File size: 256 KB


Excerpt (computer-generated)

Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft
Sommersemester 2004
Proseminar: Theorien der Kommunikation

Hausarbeit

Das Arena-Modell der Öffentlichkeit
Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen

Referent:

Christian Ritter

M.A.
Anglistik Literaturwissenschaft (HF)
Kommunikationswissenschaft (NF)
Anglistik Sprachwissenschaft/Mediävistik (NF)
2. Semester
Referat:
„Das Arena-Modell der Öffentlichkeit“, gehalten am 14.07.2004

 

 

Gliederung

1. Einleitung Seite 3

2. Theoretische Grundlagen des Arena-Modells Seite 3
2.1. Verschiedene Formen der Öffentlichkeit Seite 3
2.2. Das kybernetische Funktionsmodell nach Etzioni Seite 4
2.3. Definition und Abgrenzung öffentlicher Meinung Seite 5

3. Forum, Arena, Galerie Seite 6
3.1. Arena und Galerie - Interessen und Bedürfnisse Seite 6
3.2. Die Rollenverteilung im Forum Seite 7

4. Die Strategien der Öffentlichkeitsakteure Seite 9
4.1. Kommunikationsmuster in öffentlichen Arenen Seite 9
4.2. Öffentlichkeitsrhetorik Seite 10
4.3. Praktisches Beispiel: Fernsehduelle 2002 Seite 10

5. Öffentliche Meinung - Fiktion und Realität Seite 11
5.1. Erscheinungsformen der öffentlichen Meinung Seite 11
5.2. Die Fiktion öffentlicher Meinung Seite 12

6. Soziale Bewegungen Seite 12

7. Vergleich mit anderen Öffentlichkeitsmodellen Seite 13
7.1 Das Spiegelmodell nach Luhmann Seite 14
7.2. Das Diskursmodell nach Habermas Seite 14
7.3. Die Schweigespirale nach Noelle-Neumann Seite 15

8. Schluss Seite 15

 

 

1. Einleitung

Wie funktioniert das komplexe System Öffentlichkeit? Wer hat das Sagen in der öffentlichen Kommunikation? Wem wird Glauben geschenkt und warum? Was ist öffentliche Meinung und unter welchen Voraussetzungen kann sie entstehen? Wie kann Otto Normalbürger seine Interessen in den Fokus der öffentlichen Kommunikation rücken (falls überhaupt möglich)?

Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt versuchen nicht nur, auf diese Fragen Antwort zu geben. Sie behandeln das breite Spektrum Öffentlichkeit und interpretieren den in der Kommunikationstheorie fast überstrapazierten Terminus "öffentliche Meinung" auf ihre Weise. Die Beziehungen zwischen Öffentlichkeitsakteuren und deren Publikum stellt den Kern des sogenannten "Arena-Modells" dar, wobei, da es sich hierbei um eine öffentlichkeitssoziologische Analyse handelt, besonders den Sprechern, die sich einem breiten Publikum präsentieren, Beachtung gebührt.

Im Folgenden werde ich durch Beleuchtung der verschiedenen Teilaspekte - theoretische Grundlagen, Definitionen der Fachtermini, Darstellung der Interaktionen in der öffentlichen Kommunikation mit Schwerpunkt auf den Öffentlichkeitsakteuren, Erscheinungsformen der "öffentlichen Meinung", das Zustandekommen sozialer Bewegungen und Vergleiche zu anderen Öffentlichkeitsmodellen - versuchen, einen möglichst breiten und klaren Überblick über die Idee hinter dem Arena-Modell zu geben.

2. Theoretische Grundlagen des Arena-Modells

2.1. Verschiedene Formen der Öffentlichkeit

Grundsätzlich wird zwischen drei unterschiedlichen Formen von Öffentlichkeit unterschieden: "Kommunikation au trottoir", öffentliche Veranstaltungen und massenmedial vermittelte Öffentlichkeit (vergl. Gerhards/Neidhardt 1990).

Auf unterster Ebene findet die "Kommunikation au trottoir" (Luhmann) statt, die von Erving Goffman auch als "Encounters" bezeichnet wird. Sie beinhaltet die alltägliche ungezwungene Kommunikation zwischen sich (zufällig) begegnenden Menschen heterogener Herkunft. Bei derartigen Kommunikationen, die zwangsläufig auftreten, bilden sich sogenannte "kleine Öffentlichkeiten", die allerdings nur Episodencharakter besitzen und durch ihre Zerbrechlichkeit und Strukturlosigkeit gekennzeichnet sind. In dieser Kommunikation, face-to-face, lassen sich die Akteure also in keine Rollen einordnen. Sie wird im Episodenmodell nach Luhmann beschrieben (vergl. Gerhards/Neidhardt 1990). Das Arena-Modell befasst sich nicht mit der "Kommunikation au trottoir".

Öffentliche Veranstaltungen weisen im Gegensatz eine klare Struktur auf. Es bilden sich Rollen unter den Teilnehmern heraus und auch ein übergreifendes Thema ist gegeben. Auf der einen Seite stehen Referenten, die ihre Meinung äußern und ihre Interessen vertreten, in Form der Leistungsrollen. Ihnen gegenüber steht das Publikum, das nicht in die Diskussion miteinbezogen wird, also nur passiv teilhat und die stattfindende Kommunikation der Sprecher verfolgt. Öffentliche Veranstaltungen sind also "thematisch zentrierte Interaktionssysteme" (Gerhards/Neidhardt 1990) mit eindeutiger Rollenverteilung, klar strukturiert. Somit entsprechen sie dem Seminarmodell nach Habermas und das Arena-Modell ist auf sie anwendbar.

Massenmedial vermittelte Veranstaltungen laufen ebenso strukturiert ab, entsprechen im Grunde genommen der öffentlichen Kommunikation. Jedoch ist der Ortsfaktor nicht existent. Nicht wie bei Veranstaltungen müssen Sprecher und Publikum tatsächlich physisch an einem Ort zusammentreten, um zu kommunizieren. Die Massenmedien nehmen eine Chronistenrolle ein, dienen als Kommunikateure und übermitteln die öffentliche Kommunikation.

Ergo: Ein weitaus größeres Publikum kann angesprochen werden, das jedoch durch seine in Folge der Größe vorhandene Heterogenität weniger einschätzbar ist als bei einer Veranstaltung.
In modernen Gesellschaften ist die massenmedial vermittelte Kommunikation dominierend, durch sie kann sich Öffentlichkeit entwickeln. Das Arena-Modell behandelt deshalb in erster Linie diese Form der Öffentlichkeit.

2.2. Das kybernetische Funktionsmodell nach Etzioni

In seinen Grundzügen beruht das Arena-Modell auf dem kybernetischen Funktionsmodell nach Amitai Etzioni, das folgendermaßen aufgebaut ist:

[....]


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