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Termpaper, 2005, 14 Pages
Author: Christian David Köbel
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present
Details
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Michel, Foucaults, Geburt, Klinik, Archäologie, Strukturalismus, Michel, Foucaults, Philosophie, Moderne
Year: 2005
Pages: 14
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 2 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48308-7
ISBN (Book): 978-3-638-74773-8
File size: 181 KB
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Abstract
Was ist „Die Geburt der Klinik“? Bei dem Werk „Die Geburt der Klinik“ handelt es sich um eines der frühen Werke von Michel Foucault. Es war seine dritte große Veröffentlichung und erschien 1963, zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches „Gesellschaft und Wahnsinn“. Das Buch sucht hinsichtlich seiner Eigentümlichkeit und inhaltlichen Dunkelheit an einigen Stellen wohl Seinesgleichen. „Die Geburt der Klinik“ gilt gemeinhin als stärkste Annäherung Foucaults an die moderne Strömung des Strukturalismus, obgleich der Autor stets verneinte, Strukturalist zu sein. Dennoch darf dieses Werk - neben „Die Ordnung der Dinge“- als Foucaults am meisten von der um die Zeit der Veröffentlichung herum in Frankreich in den Humanwissenschaften weithin grassierenden Welle beeinflussten Arbeiten gelten. Nie wieder sollte ein solch starker Einfluss in einer seiner Arbeiten spürbar werden. Das Werk behandelt die Thematik der Veränderungen im französischen Medizinwesen vor dem Hintergrund der französischen Revolution, mit besonderem Augenmerk auf die Rolle des Individuums im Fokus des „ärztlichen Blicks“ und den Veränderungen des „Werkzeugs“ Sprache im semantischen Feld der Medizin, dass als deutlichstes Merkmal eines Wandels im gesellschaftlichen Bewusstsein einer detaillierten Betrachtung unterworfen wird. Foucault wendet hier seine Methode der „Archäologie“ an, welche zumindest vordergründig an die Methodik des Strukturalismus erinnert, auch wenn, wie sich zeigen wird, nicht zu verkennende Unterschiede zwischen beiden Verfahrensweisen bestehen.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit:
Michel Foucaults „Die Geburt der Klinik“ –
Archäologie oder Strukturalismus?
Seminar:
Michel Foucaults Philosophie der Moderne
SS 2005
eingereicht von:
Christian Köbel
Philosophie/Neuere Geschichte (M.A.)
2. Semester
03.11.2005
Abschnitt
I. Einleitung
1. Was ist „die Geburt der Klinik“? 3
1.1 Quellen und Methode der Untersuchung 3
II. Hauptteil
2. Inhalt von „Die Geburt der Klinik“ 4
2.1 Welche methodische Vorgehensweise kennzeichnet die „Geburt der Klinik“? 9
2.2 Analogien und Differenzen zur strukturalistischen Methode 10
2.3 Probleme der archäologischen Methode 12
III. Ergebnisse 13
IV. Bibliographie 14
I. Einleitung
1. Was ist „Die Geburt der Klinik“?
Bei dem Werk „Die Geburt der Klinik“ handelt es sich um eines der frühen Werke von Michel Foucault. Es war seine dritte große Veröffentlichung und erschien 1963, zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches „Gesellschaft und Wahnsinn“. Das Buch sucht hinsichtlich seiner Eigentümlichkeit und inhaltlichen Dunkelheit an einigen Stellen wohl Seinesgleichen. „Die Geburt der Klinik“ gilt gemeinhin als stärkste Annäherung Foucaults an die moderne Strömung des Strukturalismus, obgleich der Autor stets verneinte, Strukturalist zu sein. Dennoch darf dieses Werk - neben „Die Ordnung der Dinge“- als Foucaults am meisten von der um die Zeit der Veröffentlichung herum in Frankreich in den Humanwissenschaften weithin grassierenden Welle beeinflussten Arbeiten gelten. Nie wieder sollte ein solch starker Einfluss in einer seiner Arbeiten spürbar werden. Das Werk behandelt die Thematik der Veränderungen im französischen Medizinwesen vor dem Hintergrund der französischen Revolution, mit besonderem Augenmerk auf die Rolle des Individuums im Fokus des „ärztlichen Blicks“ und den Veränderungen des „Werkzeugs“ Sprache im semantischen Feld der Medizin, dass als deutlichstes Merkmal eines Wandels im gesellschaftlichen Bewusstsein einer detaillierten Betrachtung unterworfen wird. Foucault wendet hier seine Methode der „Archäologie“ an, welche zumindest vordergründig an die Methodik des Strukturalismus erinnert, auch wenn, wie sich zeigen wird, nicht zu verkennende Unterschiede zwischen beiden Verfahrensweisen bestehen.
1.1 Zweck, Quellen und Methode der vorliegenden Untersuchung
Zweck dieser Arbeit ist neben der ausgiebigen inhaltlichen Betrachtung der „Geburt der Klinik“ die Klärung der Verbindungen des Werks mit dem Strukturalismus. Inwieweit ließ sich Foucault von dieser Strömung beeinflussen? Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Foucaultschen „Archäologie“ und dem Strukturalismus? Kann man Foucault gar als Strukturalisten bezeichnen?
Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und um einen klaren Fokus auf das Wesentliche zu erreichen, wird sich diese Untersuchung auf das absolut grundlegende und notwendige Material als Quelle beschränken. Neben dem Werk „die Geburt der Klinik“ wird als Sekundärliteratur das Buch „Michel Foucault – Jenseits von Hermeneutik und Strukturalismus“ von Hubert L. Dreyfus und Paul Rabinow als Hilfsmittel dienen, welches als eines der Standardwerke über den Philosophen gelten darf.
Zunächst soll eine inhaltliche Zusammenfassung von Foucaults Werk einen Überblick und eine Orientierungsmöglichkeit schaffen. Anhand dessen sollen Foucaults Grundthesen deutlich gemacht, Besonderheiten klargestellt, unterschwellige Tendenzen zutage gefördert und schließlich ein tieferer Einblick in Foucaults Methodik ermöglicht werden. Nachdem so das „Skelett“ der Archäologie freigelegt wurde, soll eine Erläuterung dieser Methode erfolgen. Foucaults Betrachtung des gesellschaftlichen Wandels und des damit einhergehenden Wandels der ärztlichen Sprache und des ärztlichen Blicks sollen Analogien und Differenzen zur Methode des Strukturalismus verdeutlichen. Daneben sollen die mit dem Strukturalismus einhergehenden Problematiken zur Sprache kommen, insbesondere bezüglich des Begriffs des Individuums und der individuellen Absicht. Zuletzt wird ein Fazit der Untersuchung gezogen werden, in dem die schlichten aber dennoch überaus kontroversen Fragestellungen, inwieweit Michel Foucault hier Strukturalist war und sich in „Die Geburt der Klinik“ der Vorgehensweise des Strukturalismus bedient, zumindest teilweise beantwortet werden sollen.
II. Hauptteil
2. Inhalt von „Die Geburt der Klinik“
„In diesem Buch ist die Rede vom Raum, von der Sprache und vom Tod. Es ist die Rede vom Blick“ (GK 7). Präziser und knapper als es Foucault im ersten Satz seiner Vorrede tut, kann der Inhalt des Buches kaum formuliert werden. Man könnte das Werk als ein Durchexerzieren der Entwicklung der Klinik und der Medizin kurz vor, während und kurz nach der französischen Revolution als Schwelle der einschneidenden Restrukturierung des medizinischen Bewusstseins und als Übergang des klassischen Zeitalters in das moderne Zeitalter unter besonderer Berücksichtigung der dabei vollzogenen Veränderungen des „ärztlichen Blicks“, der Suche nach dem Sitz der Krankheit im menschlichen Körper und im späteren Teil des Buches der Entwicklung der klinischen Anatomie und dem Sezieren von Leichen als Mittel zur Anwendung des ärztlichen Blicks auch in den vormals verborgenen Regionen des Körpers bezeichnen. All dies führt nach Foucault schließlich zum ersten gesellschaftlichen Diskurs über das Individuum. Ein Individuum, dessen Bedeutung für Foucaults Methode selber nicht überaus eindeutig auf Anhieb zu klären ist.
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