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Termpaper, 2006, 28 Pages
Author: Diplom-Kaufmann Manuel Löbach
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Tags: Auswirkung, Basel, Finanzierungssituation, Unternehmen
Year: 2006
Pages: 28
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48312-4
ISBN (Book): 978-3-638-70418-2
File size: 420 KB
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Abstract
In der modernen Volkswirtschaft haben die Banken eine zentrale Rolle als Finanzintermediäre. Sie nehmen Einlagen entgegen (Geldsammelfunktion), vergeben Kredite (Geldverteilungsfunktion) und verwahren Wertpapiere und andere Wertgegenstände (Verwahrungs- und Verwaltungsfunktion). Neben dem Ausgleich von Geldangebot und Geldnachfrage transformieren die Banken diese beiden Größen räumlich, zeitlich und betragsmäßig derart, dass die finanziellen Bedürfnisse aller am Wirtschaftsleben Beteiligten optimal befriedigt werden können. Auch die Finanzierung von Unternehmen wird im kontinental-europäischen Raum überwiegend über Bankkredite dargestellt. Im Gegensatz hierzu steht der angelsächsische Raum, der einen deutlich stärker entwickelten Kapitalmarkt für die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital besitzt. Um die Stabilität dieses auf der Kreditvergabe von Banken basierenden Systems sicherzustellen, bedarf es einer wirksamen Steuerung und Kontrolle von Kreditrisiken. Hier kommt der Bankenaufsicht eine zentrale Rolle zu. Insbesondere durch die Aufstellung von international harmonisierten Eigen-kapitalregeln soll eine ausreichende Stabilität der internationalen Finanzmärkte erreicht werden. Ein zentraler Punkt hierbei sind die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht neu aufgestellten Regeln zur Eigenkapitalausstattung von Finanz-instituten (Basel II). In Zukunft wird die Bonität der Kreditnehmer eine weit größere Rolle bei der Konditionen-gestaltung spielen. Viele Mittelständler haben nun vor diesem Hintergrund Befürchtungen, dass sich ihre Finanzierungssituation verschlechtern wird, dass sie mehr für ihre Kredite bezahlen müssen oder gar keine Kredite mehr bekommen werden. In dieser Arbeit sollen nun diese neuen Regeln und ihre Entstehung im Detail beleuchtet werden. Anschließend soll untersucht werden, welche Auswirkungen diese neuen Regeln auf die Finanzierungssituation von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, konkret haben.
Excerpt (computer-generated)
Hamburger Fern-Hochschule, Studienzentrum Düsseldorf
Studienschwerpunkt Betriebliches Finanzmanagement
Frühjahrssemester 2006
Die Auswirkung von Basel II auf die Finanzierungssituation
bei kleinen und mittelständischen Unternehmen
von: Manuel Löbach
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 6
2 Der Mittelstand und seine Finanzierungssituation 7
3 Rating 9
3.1 Externes Rating 9
3.2 Bankinternes Rating 11
4 Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung 12
4.1 Historische Entwicklung (Basel I) 13
4.2 Neuere Entwicklung (Basel II) 14
4.3 Die drei Säulen von Basel II 15
4.4 Die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung 17
4.4.1 Standardansatz 18
4.4.2 IRB-Ansatz 19
4.4.3 Operationelles Risiko 19
5 Konsequenzen für den Mittelstand 20
5.1 Auswirkungen auf die Finanzierungssituation 20
5.2 Auswirkungen auf unternehmerische Entscheidungen 22
5.3 Alternative Finanzierungsmöglichkeiten 23
6 Resümee 26
Literaturverzeichnis 27
1 Einleitung
In der modernen Volkswirtschaft haben die Banken eine zentrale Rolle als Finanzintermediäre. Sie nehmen Einlagen entgegen (Geldsammelfunktion), vergeben Kredite (Geldverteilungsfunktion) und verwahren Wertpapiere und andere Wertgegenstände (Verwahrungs- und Verwaltungsfunktion). Neben dem Ausgleich von Geldangebot und Geldnachfrage transformieren die Banken diese beiden Größen räumlich, zeitlich und betragsmäßig derart, dass die finanziellen Bedürfnisse aller am Wirtschaftsleben Beteiligten optimal befriedigt werden können. Auch die Finanzierung von Unternehmen wird im kontinentaleuropäischen Raum überwiegend über Bankkredite dargestellt. Im Gegensatz hierzu steht der angelsächsische Raum, der einen deutlich stärker entwickelten Kapitalmarkt für die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital besitzt (vgl. BRUCKNER/HAMMERSCHMIED 2003, 32 ff.).
Um die Stabilität dieses auf der Kreditvergabe von Banken basierenden Systems sicherzustellen, bedarf es einer wirksamen Steuerung und Kontrolle von Kreditrisiken. Hier kommt der Bankenaufsicht eine zentrale Rolle zu. Insbesondere durch die Aufstellung von international harmonisierten Eigenkapitalregeln soll eine ausreichende Stabilität der internationalen Finanzmärkte erreicht werden. Ein zentraler Punkt hierbei sind die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht neu aufgestellten Regeln zur Eigenkapitalausstattung von Finanzinstituten (Basel II) (vgl. DEUTSCHE BUNDESBANK 2001, 15). In Zukunft wird die Bonität der Kreditnehmer eine weit größere Rolle bei der Konditionen-gestaltung spielen. Viele Mittelständler haben nun vor diesem Hintergrund Befürchtungen, dass sich ihre Finanzierungssituation verschlechtern wird, dass sie mehr für ihre Kredite bezahlen müssen oder gar keine Kredite mehr bekommen werden (vgl. DIHK 2003, 51). Im weiteren Verlauf sollen nun diese neuen Regeln und ihre Entstehung im Detail beleuchtet werden. Anschließend soll untersucht werden, welche Auswirkungen diese neuen Regeln auf die Finanzierungssituation von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, konkret haben.
2 Der Mittelstand und seine Finanzierungssituation
Für den Begriff des kleinen oder mittelständischen Unternehmens existieren in der Literatur vielfältige Definitionen. Es wird meistens nach Größe (Mitarbeiterzahl), Bilanzsumme und Umsatz unterschieden. Aber auch qualitative Aspekte wie z.B. Eigentümerstruktur werden zur Abgrenzung herangezogen. Die europäische Union beschloss z.B. am 6. Mai 2003 folgende Definition, die in der Empfehlung 2003/361/EG veröffentlich wurde und ab dem 1. Januar 2005 angewendet wird (vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2003):
Tabelle 1: Unternehmensklassifizierung der EU, Quelle: EUROPÄISCHE [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]
Das Institut für Mittelstandsforschung (IFM) in Bonn verwendet hingegen die folgende Einteilung (vgl. IFM 2002, 21):
Tabelle 2: Unternehmensklassifizierung des IFM, Quelle: IFM 2002, 21) [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]
Unter Zugrundelegung der Definition des IFM gab es 2000 in Deutschland rund 3,3 Millionen mittelständische Unternehmen mit rund 20,1 Millionen Beschäftigten. Diese tätigen 43,2 % aller steuerpflichtigen Umsätze in Deutschland, beschäftigen 69,7 % aller Arbeitnehmer und bilden 83,0 % aller Lehrlinge aus. Der Mittelstand stellt somit das Rückgrat der deutschen Wirtschaft dar (vgl. IFM 2002, 21 f.). Betrachtet man die Finanzierungssituation des Mittelstands so kann man folgende Punkte feststellen (vgl. EVERLING 2002, 38 f.):
• geringe Kapitalmarktorientierung
• wenig Möglichkeiten zur Innenfinanzierung mittels thesaurierter Gewinne
• geringe Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei unter 20%. D.h., dass die restlichen rund 80% über Fremdkapital finanziert werden. Der daraus resultierende Kapitaldienst kann für die Unternehmen insbesondere in wirtschaftlich schlechten Zeiten ein bedeutendes Hindernis sein (vgl. WIRTSCHAFTSMINISTERIUM NRW 2002, 5).
Die aus den o.g. Zahlen resultierende Notwendigkeit einer überwiegenden Finanzierung über Bankkredite manifestiert sich in der oftmals sehr engen Bindung an eine Hausbank. Durchschnittlich konzentriert sich rund 75% der Verschuldung bei KMU auf die Hausbank. Gar 40% der Unternehmen haben nur eine einzige Bankverbindung (vgl. STARK 2002, 38 f.). Die Bedeutung des Bankkredits nimmt mit zunehmender Unternehmensgröße ab (siehe Abb. 1). Große Unternehmen nehmen zur Finanzierung auch den Kapitalmarkt in Anspruch und decken sich dort mit Eigen- (mittels der Emission von Aktien) und Fremdkapital (mittels der Emission von Anleihen) ein. Auch wenn den KMU prinzipiell der Weg an den Kapitalmarkt ebenfalls offen steht, wird dieser eher selten genutzt. Als Hürde sind hier u.a. die damit verbundenen Kosten, Transparenz- und Publizitätspflichten und ungewollte Veränderungen in der Eigentümerstruktur anzusehen (vgl. BUNDESBANK 2000, 36 ff.).
Die überwiegende Finanzierung mit Fremdkapital erfolgt bei vielen KMUs auch aus dem Bestreben, zur Minimierung der Steuerlast einen möglichst niedrigen Gewinn auszuweisen. Die FK-Zinsen sind in voller Höhe absetzbar und mindern so voll den zu versteuernden Gewinn (vgl. DIHK 2003, 43 f.). Ausschüttungen an die EK-Geber (als Entlohnung für die Kapitalüberlassung) erfolgen hingegen aus dem bereits versteuerten Gewinn (vgl. WÖHE 2002, 291 ff.). Die geringe EK-Quote der meisten KMU ist dahingehend problematisch, dass in Zukunft die Kreditvergabe der Banken immer mehr von Rating-Ergebnissen abhängen wird (siehe hierzu die Ausführungen weiter unten). Hierbei spielt die EK-Quote eine entscheidende Rolle. Im Zeitalter des Ratings wird also ein Strategiewechsel hin zu höheren EK-Quoten notwendig werden (vgl. DIHK 2003, 44)
Abb. 1: Bankkredite nach Unternehmensgröße [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
3 Rating
[...]
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