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Alice Salomon - Begründerin des sozialen Frauenberufes in Deutschland?

Scholarly Research Paper, 2004, 19 Pages
Author: Christine Haindl
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 2
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V52909
ISBN (E-book): 978-3-638-48489-3

File size: 238 KB


Excerpt (computer-generated)

Alice Salomon –
Begründerin des sozialen Frauenberufes in Deutschland?

von: Christine Haindl

 


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort  03

II. Alice Salomon - Leben & Werk  04

1. Biographie  04

a) Einleitung
b) Alice Salomon

2. Entstehung der sozialen Frauenschule in Berlin  09

a) Einleitung
b) Entstehungsgeschichte der sozialen Frauenschule in Berlin

III. Persönliche Stellungnahme  16

IV. Literaturverzeichnis  17

V. Bildquellenverzeichnis  18


 


 

I. Vorwort

Da ich gerade im ersten Semester Sozialwesen an der Fachhochschule in München studiere habe ich natürlich besonderes Interesse an den Wurzeln dieser Studienrichtung, daran von wem die Soziale Arbeit in ihren Anfängen maßgebend geprägt wurde und warum soziale Arbeit ein typischer Frauenberuf ist. Zu Beginn des ersten Semesters in einer meiner ersten Vorlesungen im Fach Geschichte, Theorie, Werte und Normen der Sozialen Arbeit wurde Alice Salomon als „Begründerin des sozialen Frauenberufes“ angeführt. Diese These will ich in meiner Studienarbeit in eben diesem Fach aufgreifen und zur Fragestellung machen. Im Laufe meiner Arbeit werde ich anhand von einschlägiger Fachliteratur darlegen, warum Alice Salomon die Begründerin des sozialen Frauenberufes in Deutschland ist.

II. Alice Salomon - Leben und Werk

1. Biographie

a) Einleitung

Schon ihre Biographie macht deutlich, was für eine ungewöhnliche und herausragende Persönlichkeit Alice Salomon war. Deshalb wird an dieser Stelle mit ausführlichen biographischen Angaben von Alice begonnen, um die Hintergründe und persönlichen Verhältnisse, aus denen Alice Salomon stammte zu verdeutlichen. Die folgenden Ausführungen beziehen sich insbesondere auf Salomon A (1997a), Salomon A (1999), Salomon A (2000); zwar veröffentlichten Lautenschläger G und Salomon A (1983) ebenfalls ansprechende Texte zum Leben von Alice Salomon, allerdings erschienen mir die erstgenannten Texte detaillierter und vollständiger.

b) Alice Salomon

· 1872 Berlin, † 1948 New York

Alice Salomon wurde am 19.04.1872 in Berlin geboren, sie hatte fünf Geschwister. Ihr Vater, Albert Salomon (*1832, †1886), war ein wohlhabender jüdischer Kaufmann aus der Lederbranche. Ihre Mutter, Anna Salomon (*1838, †1914), stammte aus der Breslauer Bankiersfamilie der Potocky-Nelken. Die Familie gehörte damals der emanzipierten und assimilierten jüdischen Mittelschicht an. Doch in diesen Kreisen war damals die Erziehung zum Beruf für ein Mädchen nicht zulässig.

Abb. 1: Portrait. [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Im Alter von 6 Jahren wurde Alice neun Jahre lang (1878 – 1887) in eine höhere Töchterschule in der Nachbarschaft geschickt. Mit 15 Jahren war ihre Schulbildung abgeschlossen. Nun wollte Alice Salomon gerne einen Beruf erlernen, doch da es damals nicht üblich war, dass eine Tochter aus guter Familie einen Beruf erlernte, war ihre Familie dagegen und verbot ihr die Teilnahme an einem Lehrerinnenseminar. Als 1886 Alices Vater nach schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren und nur drei Jahre später eine von Alices Schwestern starb, verfiel die Mutter in eine tiefe Trauer, von der sie sich nie wieder erholte.

Alice kam sich in ihrer Jugend ihren eigenen Bekundungen nach als ein „nutzloses Wesen“ vor und wusste nicht wohin mit ihrer überschüssigen Energie. „Schon damals war in mir der Gedanke wach, daß eine Frau irgendwie imstande sein müßte, auf eigenen Füßen zu stehen. Gegen das „Warten“ auf den Mann lehnte sich etwas in mir auf. Ohne es so zu bezeichnen, empfand ich es als unwürdig, daß man als Frau mit seinem Schicksal davon abhängen sollte, ob man durch äußere Vorzüge einen Mann fesseln konnte und ob man einen fand, der bereit war, das Mädchen „zu versorgen“. Auch in der Familie empörte ich mich dagegen, daß der einzige, sehr viel ältere Bruder von den Schwestern Dienste erwartete und auch von ihnen als höheres Wesen bewundert wurde. Die Frauenbewegung fiel, als ich später von ihr hörte, auf bereiten Boden.“ (Salomon 1999, S. 109)

[...]


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