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Hauptseminararbeit, 2002, 24 Seiten
Autor: Phillip Gläsel
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Details
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tags: Adelungs, Wörterbuch, Mundart, Vergleichung, Mundarten, Oberdeutschen, Deutsche, Sprachgeschichte, Reformation, Aufklärung
Jahr: 2002
Seiten: 24
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-48538-8
ISBN (Buch): 978-3-638-66245-1
Dateigröße: 213 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Durch sein Engagement in der Sprachforschung ist Johann Christoph Adelung ein wesentlicher Bestandteil der germanistischen Sprachwissenschaft und aufgrund der großen Bedeutung und der weitreichenden Auswirkungen des ersten einheitlichen deutschen Wörterbuches auf die Sprachentwicklung, beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Analyse der Materie und den daraus resultierenden Ergebnissen. Adelung selbst weist in der Vorrede der ersten Auflage darauf hin, daß zwar „seit zweyen Jahrhunderten verschiedene Werke dieser Art zum Vorscheine gekommen“ seien, wobei diese seine Kriterien und auch die Anderer nicht zufriedenstellend behandeln würden und „daß dadurch das Verlangen nach einem, besonders aber nach einem grammatischen Wörterbuche“ nicht „befriedigt“, bzw. „unterdrückt“ worden wäre. Mehrere sprachwissenschaftliche und -historische Quellen datieren die moderne Lexikographie des Deutschen auf Adelung, sodass er wohl als erster moderner Lexikograph der deutschen Standardsprache tituliert werden muß. Selbige Quellen bezeichnen sein Wörterbuch auch als das repräsentative Bedeutungswörterbuch des schriftlichen und mündlichen Gebrauchs der deutschen Hochsprache. Es wird im Folgenden geklärt werden, wie die Entstehung eines Wörterbuches, welches diese Kriterien besser behandeln sollte als die bis dato bereits existierenden, vonstatten ging und unter welchen Voraussetzungen das Nachschlagewerk letztendlich entstanden ist. Die enorme Wichtigkeit des Adelung’schen Wörterbuches lässt sich in der großen Akzeptanz und Benutzung desselben erkennen. „Alle benutzten sein Wörterbuch“, darin „war sich das gelehrte und literarische Deutschland einig“; so lautet das Urteil in der Einführung der zweiten Auflage.1 Unumstritten ist, daß selbst Koryphäen auf dem Gebiet der Philosophie und Poesie sich auf Adelung’s Werk stützten und Rat darin suchten; so zum Beispiel Goethe, Schiller und auch Wieland. Auch Jacob Grimm äußerte sich noch 1854 im Vorwort zu seinem „Deutschen Wörterbuch“ lobend gegenüber Adelung: „seine stärke lag in dem [...] durch grosze ordnung reich aufgespeicherten, jede vorausgegangene samlung übertreffenden wortvorrat [...].“
Textauszug (computergeneriert)
Universität: Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
Seminar: Auf dem Weg zur Spracheinheit: Deutsche Sprachgeschichte
zwischen Reformation und Aufklärung
Semester: Sommer 2002
Adelungs grammatisch-kritisches Wörterbuch der
hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung
der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen
von: Phillip Gläsel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Kriterien für die Themenwahl und Vorstellung des Themas
1.1 Hintergrundinformationen und Beiwerk 2
1.2 Entstehungsgeschichte des Wörterbuches 4
1.3 Biographie Adelung‘s 12
2. Hauptteil
Sprachliche Aspekte in Adelungs „grammatisch – kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“
2.1 Lemmatisierung 15
2.2 Grammatik 17
3. Schlussteil
Auswirkungen des Werkes auf die Zeit „danach“: Eine Rezension über Adelung 18
Literaturverzeichnis
1.1: Hintergrundinformationen und Beiwerk:
Durch sein Engagement in der Sprachforschung ist Johann Christoph Adelung ein wesentlicher Bestandteil der germanistischen Sprachwissenschaft und aufgrund der großen Bedeutung und der weitreichenden Auswirkungen des ersten einheitlichen deutschen Wörterbuches auf die Sprachentwicklung, beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Analyse der Materie und den daraus resultierenden Ergebnissen. Adelung selbst weist in der Vorrede der ersten Auflage darauf hin, daß zwar „seit zweyen Jahrhunderten verschiedene Werke dieser Art zum Vorscheine gekommen“ seien, wobei diese seine Kriterien und auch die Anderer nicht zufriedenstellend behandeln würden und „daß dadurch das Verlangen nach einem, besonders aber nach einem grammatischen Wörterbuche“ nicht „befriedigt“, bzw. „unterdrückt“ worden wäre. Mehrere sprachwissenschaftliche und -historische Quellen datieren die moderne Lexikographie des Deutschen auf Adelung, sodass er wohl als erster moderner Lexikograph der deutschen Standardsprache tituliert werden muß. Selbige Quellen bezeichnen sein Wörterbuch auch als das repräsentative Bedeutungswörterbuch des schriftlichen und mündlichen Gebrauchs der deutschen Hochsprache.
Es wird im Folgenden geklärt werden, wie die Entstehung eines Wörterbuches, welches diese Kriterien besser behandeln sollte als die bis dato bereits existierenden, vonstatten ging und unter welchen Voraussetzungen das Nachschlagewerk letztendlich entstanden ist. Die enorme Wichtigkeit des Adelung’schen Wörterbuches lässt sich in der großen Akzeptanz und Benutzung desselben erkennen. „Alle benutzten sein Wörterbuch“, darin „war sich das gelehrte und literarische Deutschland einig“; so lautet das Urteil in der Einführung der zweiten Auflage.1 Unumstritten ist, daß selbst Koryphäen auf dem Gebiet der Philosophie und Poesie sich auf Adelung’s Werk stützten und Rat darin suchten; so zum Beispiel Goethe, Schiller und auch Wieland. Auch Jacob Grimm äußerte sich noch 1854 im Vorwort zu seinem „Deutschen Wörterbuch“ lobend gegenüber Adelung: „seine stärke lag in dem [...] durch grosze ordnung reich aufgespeicherten, jede vorausgegangene samlung übertreffenden wortvorrat [...].“
Der Tod Kaiser Friedrichs II. ließ das damalige Reichsgebiet in mehrere Einzelterritorien zerfallen, welche mit der Zeit immer selbständiger wurden, sowohl politisch, als auch sprachlich, da jedes Fürstentum an seinen Sprachgewohnheiten festhielt. Martin Luther ließ darüber in seinen Tischreden verlauten: „Deutschland hat so viele Dialekte, daß die Leute in einem Abstand von 30 Meilen einander nicht verstehen.“ Um 1500 ließen sich fünf große Schreibsprachen unterscheiden:
die mittelniederdeutsche Schreibsprache
die Kölner Schreibsprache
die ostmitteldeutsche Schreibsprache
die südöstliche Schreibsprache
die südwestliche Schreibsprache.2
Eine Äußerung Adelung’s bezüglich der verschiedenen Sprachformen lautet: „Die Sprache eines Volkes muß [...] zu verschiedenen Zeiten nothwendig sehr verschieden seyn. Allein es gibt auch noch Gründe, warum sie unter den verschiedenen Theilen eines und eben desselben Volkes zu einerley Zeit verschieden seyn kann und muß. Diese Verschiedenheiten machen das aus, was man Dialecte [sic] oder Mundarten einer Sprache nennt.“3 Adelung’s Wörterbuch bildet einen Meilenstein in der Vereinheitlichung der deutschen Sprache und hat u.a. wahrscheinlich den Weg zu unserer heutigen Sprache geebnet, weshalb dieser Thematik ein so großes sprach- wissenschaftliches Interesse gebührt. So soll diese Arbeit zwar nicht den ganzen Weg zu unserer heutigen Sprache aufzeigen, doch erläutert sie einen wesentlichen Abschnitt dieser Entwicklung im späten 18., bzw. im frühen 19. Jahrhundert. Die Entwicklung der Sprache verläuft nach Auffassung von Adelung über drei Stufen:
1. „dunkle Empfindung des Hörbaren“ (Nachahmung der Naturlaute)
2. „dunkle Empfindung des Ähnlichen“
3. „Befolgung klarer Vorstellungen“4
Diese Stufen deuten zwar auf Etappen in der historischen Entstehungsabfolge von Sprache hin, sie bauen jedoch aufeinander auf und lösen die vorherige nicht einfach ab.5
1.2 Entstehungsgeschichte des Wörterbuches:
[...]
1 Adelung, Johann Christoph: Grammatisch – kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. Erster Theil, von A – E. Einführung. Zweyte vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig, bey Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Compagnie. 1793.
2 Vgl. Stedje, Astrid: Deutsche Sprache gestern und heute; Einführung in Sprachgeschichte und Sprachkunde. 3. Auflage. Wilhelm Fink Verlag München 1996. S. 122f.
3 Adelung, Johann Christoph: Über die Geschichte der Deutschen Sprache, über Deutsche Mundarten und Deutsche Sprachlehre. Leibzig 1781. Minerva GmbH, unveränderter Nachdruck – Frankfurt/Main 1975. S. 9.
4 Adelung, Johann Chrisoph: Umständliches Lehrgebäude der Deutschen Sprache, zur Erläuterung der Deutschen Sprachlehre für Schulen, 2 Bde., Leipzig 1782. S. 702. Aus: Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Philologisch – historische Klasse , Band 70, Heft 4. Sprache und Kulturentwicklung im Blickfeld der deutschen Spätaufklärung. Hrsg.: Werner Bahner. Akademie Verlag Berlin 1984. S. 136f.
5 vgl. ebda. S. 137.
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