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Buchanalyse: Torberg, Der Schüler Gerber

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 24 Pages
Author: Maike Reiter
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Schulkritik in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
Institution/College: University of Münster (Deutsche Sprache, Literatur und ihre Didaktik)
Tags: Buchanalyse, Torberg, Schüler, Gerber, Schulkritik, Literatur, Jahrhunderts
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 24
Grade: keine Benotung
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V52994
ISBN (E-book): 978-3-638-48560-9
ISBN (Book): 978-3-638-66248-2
File size: 265 KB

Abstract

Der Roman "Der Schüler Gerber" von Friedrich Torberg schildert die Probleme des 19- jährigen intelligenten aber faulen Gymnasiasten Kurt Gerber, der im letzten Jahr vor der Reifeprüfung vom herrschsüchtigen und sadistischen Professor Kupfer tyrannisiert wird. Nicht nur die bevorstehende Matura, auch die erste Liebe, und die Krankheit seines Vaters machen ihm zu schaffen. Er bekommt in Kupfers Fächern zwei „Nichtgenügend“. Daraufhin nimmt Kurt Nachhilfestunden, wodurch er sich auch verbessert. Kupfers Tyrannei wird immer stärker. Wegen einer Unterschriftenfälschung will er Kurts Vater sprechen. Infolge der Aufregung muss dieser in ein Sanatorium eingewiesen werden, und darf sich unter keinen Umständen aufregen. Kurts Druck, die Matura zu bestehen wächst. Bei der Matura fällt er in Mathe durch, bringt ansonsten jedoch passable Leistungen. Während er die Prüfungsergebnisse abwartet kommen ihm Zweifel, ob er die Matura bestanden hat. Sie werden immer stärker. Er begeht Selbstmord. Die Prüfungskommission hätte ihn für reif erklärt. In der Buchanalyse wird neben der Charakteristik der einzelnen Personen genauer auf den Protagonisten Kurt Gerber und die Ereignisse, die ihn schließlich zum Selbstmord führen eingegangen. Stilistische Mittel des Buches werden aufgeführt und zudem wird über die Biografie und Intention des Autors Torberg berichtet.


Excerpt (computer-generated)

Buchanalyse: Torberg, Der Schüler Gerber

von: Maike Reiter

 


Inhaltsverzeichnis

Zur Schulkritik in der Literatur 3

Inhaltsübersicht  4

Kurze Personencharakteristik:  5

Kurt Gerber:  5
Lisa Berwald:  5
Herr Gerber:  5
Professor Kupfer:  5

Zu den Charakteren Kurt Gerber und Arthur Kupfer:  5

Das Dilemma Kurts 7

Ereignisse, die zum Selbstmord führen:  8

Zu den stilistischen Mitteln 15

Zum Leben Torbergs 18

Zu autobiographischen Aspekten aus dem Buch:  19

Zur Intention des Autors:  21



 


 

Zur Schulkritik in der Literatur

Es gibt grundsätzliche Überlegungen unter denen Schultexte gelesen werden: Die Geschichte der Schule, ist eine Geschichte der Disziplinierung von Kindern; Zu einem literarischen Bild gehören zum Einen die Figuren und Themen, (Schüler, Lehrer…) und zum anderen die Beschreibungsobjekte und die Autoren; Schultexte sind kleine Gesellschaftsanalysen mit prognostischer Schärfe. Wenn es um das Thema Schule geht, geht es immer auch um gesellschaftliche und kulturelle Phänomene, und nicht um individuelle Bewusstseins- und Darstellungsformen. Über Schule zu sprechen heißt demzufolge über Inszenierungen der Macht zu sprechen. 1890 und 1910 fand man über das Thema Schule in der Literatur nur humoristische Darstellungen.

Die Darstellungen der Schule in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts reichen von affirmativem Kitsch bis zur kritischen Analyse, zwischen Anpassung und Anklage bewegen sich die Autorinnen und Autoren. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt ein literarischer Boom eines neuen Genres das sogar noch bis heute andauert.1 Nachdem Ellen Key 1900 „Das Jahrhundert der Kinder“ ausgerufen hat, reagiert der deutsche Roman mit einer Häufung von Schülerselbstmorden, so Robert Minder. Dieses Genre der Schülerselbstmordgeschichten wurde als unrealistisch und als Zeugnis einer dekadenten „Kränklichkeit“ abgetan. Andere deuteten die vielfach autobiographisch veranlassten Texte als Hinweis auf einen zeittypischen „Kult isolierter Individualität“. Die Schülerselbstmordgeschichten waren jedoch durchaus nicht unrealistisch. In den 20er, 30er Jahren erschienen in den Zeitungen vermehrt Artikel über Schülerselbstmorde. 2 „Die Abrechnung mit dem Gewesenen“ und als „Sinnbild“ einer von „kleinen Tyrannen“ und überlebten Traditionen beherrschten Gesellschaft war dem 1930 erschienenen Roman „der Schüler Gerber“ von Friedrich Torberg anzusehen. Friedrich Torberg richtet sich mit seinem Roman „Der Schüler Gerber“ gegen das alte autoritäre Schulsystem aus den Zeiten der untergegangenen Monarchie.3

Inhaltsübersicht

Der Roman "Der Schüler Gerber" von Friedrich Torberg schildert die Probleme des 19- jährigen intelligenten aber faulen Gymnasiasten Kurt Gerber, der im letzten Jahr vor der Reifeprüfung vom herrschsüchtigen und sadistischen Professor Kupfer tyrannisiert wird. Nicht nur die bevorstehende Matura, auch die erste Liebe, und die Krankheit seines Vaters machen ihm zu schaffen. Zu allem Unglück bekommt er Professor Kupfer als Klassenvorstand. Kupfer, von den Schülern wegen seiner Unfehlbarkeit und Strenge "Gott Kupfer" genannt, ist auf Gerber nicht gut zu sprechen. Er unterrichtet in Kurts Klasse Mathematik und Darstellende Geometrie. Die Mathematik ist Kurts Schwäche. Sein Vater rät ihm die Schule zu wechseln, was er aber nicht tut. Die Rivalitäten zwischen ihm und Kupfer nehmen immer mehr zu. Sein Vater drängt ihn mehr zu lernen, und Nachhilfestunden zu nehmen. Kurt will dies nicht, lernt aber mit zwei Mitschülern. Ein Mitschüler Kurts stirbt unerwartet. Niemand trauert um ihn. Kurt kommt auf den Gedanken, wenn er sterben würde, würde auch niemand trauern. Seine schulische Einstellung wird negativer. Er bekommt in Kupfers Fächern zwei „Nichtgenügend“. Daraufhin nimmt Kurt Nachhilfestunden, wodurch er sich auch verbessert. Kupfers Tyrannei wird immer stärker. Wegen einer Unterschriftenfälschung will er Kurts Vater sprechen. Infolge der Aufregung muss dieser in ein Sanatorium eingewiesen werden, und darf sich unter keinen Umständen aufregen. Kurts Druck, die Matura zu bestehen wächst. Bei der Matura fällt er in Mathe durch, bringt ansonsten jedoch passable Leistungen. Während er die Prüfungsergebnisse abwartet kommen ihm Zweifel, ob er die Matura bestanden hat. Sie werden immer stärker. Er begeht Selbstmord. Die Prüfungskommission hätte ihn für reif erklärt.

Kurze Personencharakteristik:

Kurt Gerber:

Der Schüler Kurt Gerber ist ein intelligenter, nicht sehr fleißiger, aber gewandter und beliebter Schüler. Er ist verliebt in seine ehemalige Mitschülerin Lisa Berwald. Kurt sorgt sich sehr um seinen todkranken Vater und möchte diesen nicht enttäuschen.

Lisa Berwald:

Lisa Berwald ist nicht besonders intelligent. Die Gefühle die Kurt ihr entgegenbringt, kann sie nicht erwidern. Lisa ist zu allen Leuten sehr freundlich, so auch zu Kurt. Sie lässt ihn im Unklaren, was ihre Gefühle zu ihm betreffen.

[...]


1 Matthias Luserke: Schule erzählt; Literarische Spiegelbilder im 19. und 20. Jhds. S. 7-12

2 Frank Tichy:Friedrich Torberg-Ein Leben in Widersprüchen S.49

3 York-Gothart Mix: Die Schule der Nation; Bildungskritik in der Literatur der frühen Moderne S.1-2,93-94


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