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Scholary Paper (Seminar), 2003, 11 Pages
Author: Michael Westerberg
Subject: Sport - Miscellaneous
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Sportwissenschaftliches Institut)
Tags: Definitionen, Sport, Seminar, Sport, Gesundheit
Year: 2003
Pages: 11
Grade: 2
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48562-3
File size: 192 KB
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Abstract
Alle Menschen haben eine spezifische Vorstellung davon, was Sport ist. Wahrscheinlich wird aber jeder von ihnen ein etwas anderes Verständnis von Sport haben. Diese Tatsache zeigt auch ein von OPASCHOWSKI 1987 im Verlauf einer Studie. Er befragte 2000 Probanden, ob es sich bei verschiedenen Betätigungen ihrer Meinung nach um Sport handle. Die Antworten variierten sehr stark. Für verschiedene Menschen hat der Sport sehr verschiedene Bedeutungen und Inhalte. Die Problematik einer bisher unzureichenden und allgemein anerkannten Definition von Sport hat verschiedenste Ursachen. Im Laufe seiner Entwicklung, vor allem in den letzten Jahrzehnten, hat der Sport an Farbigkeit und Vielfalt zugenommen. Allerdings ist er auch vieldeutiger geworden, und dies löst Irritationen und Spannungen aus. Die Probleme, die sich auftun, wenn man auch nur auf nationaler Ebene bestimmen will, was unter Sport verstanden wird, sind immens. Das Handlungsfeld "Sport" soll insbesondere hinsichtlich einer Definition in dieser Arbeit näher betrachtet werden.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Freizeitsport, Sportwissenschaftliches Institut
Seminar: „Sport und Gesundheit“, Studienschwerpunkt
WS 2003/2004, Fachsemester: 7
Definitionen von Sport – interdisziplinär gesehen
von: Michael Westerberg
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Ein Beobachter kann nicht sehen, was er nicht sehen kann 1
3. Die Problematik einer Definition des Sports 2
4. Der Sport im Austausch mit seiner Umwelt 3
5. Die Sportwissenschaft und ihr Gegenstandsbereich 4
Schlussbetrachtung 7
Literaturverzeichnis 8
Anhang 9-10
1. Einleitung
„Definition (von lateinisch definire: abgrenzen), im allgemeinen Sprachgebrauch die konkrete Bestimmung des Definiendums, des zu Definierenden, durch Angabe der es wesentlich kennzeichnenden Merkmale (Definiens).“1 Definitionen sind Aussagen, mit deren Hilfe ein Ausdruck in Text, Sprache und Kontext genau bestimmt werden soll. Sie sollen Begriffe mit einem solchen Maß an Genauigkeit bestimmen, dass sie für wissenschaftliches Argumentieren verwendbar („operabel“) werden. Zugleich sollen sie die Begriffe so fassen, dass ähnliche Gegenstände, für die gleiche Regeln gelten, unter denselben Begriff fallen.
Somit sind Definitionen ein unverzichtbarer Bestandteil von Kommunikation und insbesondere wissenschaftlicher Methode. Indem sie die verwendeten Begriffe festlegen, schaffen sie eine notwendige Voraussetzung, die Basis, für folgerichtiges und nachprüfbares Argumentieren und Beweisen. Folglich muss erst einmal ein einheitliches Bild darüber geschaffen werden, was unter einem Begriff verstanden wird, damit effektiv über diesen Begriff und seine Wechselwirkungen im System diskutiert werden kann.
2. Ein Beobachter kann nicht sehen, was er nicht sehen kann
Ein allgemeines Problem insbesondere bei Definitionen sollte allerdings stets beachtet werden. Es ist das Problem des „blinden Flecks“ eines Beobachters, das BETTE in seinem Buch „Systemtheorie und Sport“ aufführt. BETTE schreibt hierzu: „Keine Beobachtung kommt ohne die Selbstbezüglichkeit desjenigen zustande, der als Beobachter auftritt und die Welt mit Hilfe spezifischer Unterscheidungen markiert und teilt. Die Wirklichkeit ist immer die Wirklichkeit eines Beobachters und nicht etwa eine Größe, die in einem Akt einzig richtiger Interpretation wert- und beobachterneutral wiedergegeben werden könnte.“2 Der Beobachter (Autor) ist immer in seiner Beobachtung enthalten, da er aus einem bestimmten Blickwinkel und mit einem prägenden Vorverständnis eine Sache untersucht. Unter diesem Gesichtspunkt sollten alle Aussagen von Personen und diesbezüglich Definitionen von Sport kritisch betrachtet werden.
3. Die Problematik einer Definition des Sport
Alle Menschen haben eine spezifische Vorstellung davon, was Sport ist, aber wahrscheinlich wird jeder von ihnen ein etwas anderes Verständnis von Sport haben. Diese Tatsache zeigt auch ein von OPASCHOWSKI 1987 im Verlauf einer Studie erstelltes Diagramm, welches im Anhang abgebildet ist. OPASCHOWSKI befragte 2000 Probanden, ob es sich bei verschiedenen Betätigungen ihrer Meinung nach um Sport handle. Die Antworten variierten, wie in dem Diagramm sehr schön visualisiert, sehr stark.3 Für verschiedene Menschen hat der Sport sehr verschiedene Bedeutungen und Inhalte.
Die Problematik einer bisher unzureichenden und allgemein anerkannten Definition von Sport hat verschiedenste Ursachen. Im Laufe seiner Entwicklung, vor allem in den letzten Jahrzehnten, hat der Sport an Farbigkeit und Vielfalt zugenommen. Allerdings ist er auch vieldeutiger geworden, und dies löst Irritationen und Spannungen aus.4 Die Probleme, die sich auftun, wenn man auch nur auf nationaler Ebene bestimmen will, was unter Sport verstanden wird, sind immens.5 Die Welt des Sports ist heute so vielfältig geworden, dass es schwer fällt, auch nur annähernd den Überblick zu behalten, geschweige denn neue Sportarten auch nur kennen zu lernen und vielleicht sogar zu erlernen. Hauptgrund ist schlicht der gesellschaftliche Wandel im Laufe der Zeit. Alleinstehende, Erwachsene mit den spezifischen Sorgen und Belastungen der heutigen Arbeitswelt, Vorruheständler, ältere, oft einsame Menschen bestimmen in zunehmendem Maße unsere Bevölkerungsstruktur. Viele von ihnen suchen im Sport aktive Lebenshilfe, Ausgleich zur Arbeitswelt, emotionale und soziale Bindung, kurzum eine Befriedigung ihrer individuellen Bedürfnisse. Das traditionelle Sportkonzept verliert zunehmend an Bedeutung. Gesucht werden weniger Leistungsoptimierung und Wettkampf, dafür mehr Gesundheit, körperliche Fitness und Unversehrtheit. „Spaß haben“ bestimmt immer mehr die Interessen am Sport.6 So kann man den heutigen Sport inzwischen aufgliedern in höchst unterschiedliche Erscheinungsformen. Wir unterscheiden mittlerweile zwischen vielen Sportmodellen und mittels verschiedenster Kriterien in beispielsweise organisierten und nicht-organisierten Sport, kommerziellen und nicht-kommerziellen, in Spitzensport und Profisport, Breiten- und Freizeitsport, wettkampfgebunden oder ungebunden, Mediensport, Alltagssport und viele mehr. Aber auch die bestehenden Gliederungen werden immer wieder aufs neue umlagert von einer Fülle neuer Erscheinungsformen die sich nicht immer eindeutig zuordnen lassen, wie z.B. Capoeira, Bioning, Aikido, Hapkido, Wushu und viele mehr. „In unserer Gesellschaft ist der einzelne zunehmend bestrebt, seinen Lebensstil individuell zu gestalten und damit von anderen abzuheben.“7
[...]
1 VIERECKE, A.: Definition, In: Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional. Redmond 2003
2 BETTE, K.-H.: Systemtheorie und Sport. Frankfurt am Main 1999, S.47
3 vgl. OPASCHOWSKI, H.: Sport in der Freizeit. Hamburg 1987, S. 40
4 vgl. GRUPE, O.: Von der Verantwortung der Person und der Verpflichtung der Organisation In: Gieseler, K.: Menschen im Sport 2000. Schorndorf 1988, S. 63
5 vgl. HEINEMANN, K.: Einführung in die Soziologie des Sports. Schorndorf 1998, S.33
6 vgl. HEINEMANN, K.: Sind Einheit und Selbstbestimmung des Sports in Gefahr? In: Gieseler, K. (Hrsg.): Menschen im Sport 2000. Schorndorf 1988, S. 71
7 HEINEMANN, K.: Sind Einheit und Selbstbestimmung des Sports in Gefahr? In: GIESELER, K. (Hrsg.): Menschen im Sport 2000. Schorndorf 1988, S. 71
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