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Essay, 2005, 13 Pages
Author: Christian Gräber
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Tags: Polenpolitik, Heinrichs
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48595-1
ISBN (Book): 978-3-638-75172-8
File size: 146 KB
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Abstract
Die vorliegende Arbeit will die Grundzüge der Polenpolitik Heinrichs II. darstellen, denn vor allem außenpolitisch stellt der Übergang von Otto III. zu Heinrich II. eine tiefgreifende Zäsur dar. Während der jugendliche Kaiser Otto vorwiegend freundschaftliche Beziehungen zu Polen pflegte, zeichnet sich die Regierungszeit Heinrichs durch eine aggressive und auf Auseinandersetzungen basierende Außenpolitik aus. Doch worin sind die Gründe für den Wandel in den Beziehungen zu suchen? Ein zentrales Element bildet wahrscheinlich Böhmen, denn die poltische Konstellation änderte sich mit dem Tod Ottos III. schlagartig. Heinrich II. blieb, im Gegensatz zu Otto, den traditionellen Bindungen der bayrischen Herzöge zu Böhmen treu, was ihn fortan zum Gegner des mit Böhmen verfeindeten polnischen Herrschers Boleslaw machte. Doch greift dieser monokausale Erklärungsansatz zu kurz, denn bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass neben den politischen, ebenso gesellschaftliche und religiöse Aspekte miteinzubeziehen sind. Diesen Versuch möchte die vorliegende Untersuchung unternehmen.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich – Schiller – Universität Jena, Historisches Institut
Übung: „Ein Bayer auf dem deutschen Königsthron – Heinrich II.“
Sommersemester 2005, 2. Fachsemester
Die Polenpolitik Heinrichs II
von: Christian Gräber
Vor Allem außenpolitisch stellt der Übergang von Otto III. zu Heinrich II. einen Wendepunkt dar. Denn nicht zuletzt die Politik im Osten sorgte in der Nachfolge Ottos für Kontroversen. Während der jugendliche Kaiser Otto mit den Polen eine Politik der Freundschaft führte, war Heinrichs Regierungszeit im Wesentlichen durch kriegerische Auseinandersetzungen im Osten geprägt. In der vorliegenden Arbeit sollen die Grundzüge der Polenpolitik Heinrichs dargestellt werden, wobei der erste Teil einen kurzen Abriss zur Ausbreitung der Slawen und der damit untrennbar verbundenen Entstehung des Staates Polen darstellt. Die Etablierung der Piastenherrschaft auf polnischer Seite und die freundschaftlichen Beziehungen zu Otto III. sollen einerseits den weiteren Verlauf der Arbeit bilden, andererseits aber auch eine Art Vergleichsbasis bezüglich der Polenpolitik Heinrichs II. Abschließend wird versucht zu klären, worin die Ursachen des Wandels in den Beziehungen zu Polen zu suchen sind.
Um Christi Geburt lebten die Völker slawischer Sprache in Osteuropa, vor Allem im Stromgebiet des mittleren und oberen Dnjepr.1 In den folgenden Jahrhunderten aber drangen sie bis an die Elbe, bis in die Alpen und bis an die Adria vor und besiedelten dabei viele Gebiete, die in der Völkerwanderungszeit von germanischen Stämmen verlassen worden waren. Die gewaltige räumliche Ausdehnung der Slawen in der Zeit nach der Völkerwanderung führte zu ihrer Aufgliederung in Ost,- Süd- und Westslawen. Die nördliche Gruppe der Westslawen bestand im frühen Mittelalter aus den Elb- und Ostseeslawen sowie aus den Stämmen, die dann seit dem 10. Jahrhundert zum polnischen Volk zusammenwuchsen. Der wichtigste dieser Stämme war der der Polanen, dem Polen auch seinen Namen verdankt. Er saß im Bereich der Warthe, in der Landschaft, die seit dem Mittelalter „Großpolen“ heißt. Östlich von den Polanen, an der mittleren Weichsel, waren die Masowier ansässig, weiter südlich, am Oberlauf des Stromes, die Wislanen. In Niederschlesien lebten hauptsächlich die Slenzanen, in Oberschlesien die Opolanen und Golensizen. Nördliche Nachbarn der Polanen – zwischen unterer Weichsel und Oder – waren die Pomoranen, ein ostseeslawischer Stamm. Durch das Gebiet der Pomeranen und Polanen führten seit etwa 900 Handelswege, die Skandinavien mit dem Schwarzen Meer und weiterhin mit dem Orient verbanden. Manche Mittelpunkte des Fernhandels in den slawischen Ländern wurden zu Keimzellen von Herrschaftsbildungen.
[...]
1 Meyer, Enno, Grundzüge der Geschichte Polens, 3. erweiterte Auflage, Darmstadt 1990, S. 1.
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