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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 29 Pages
Author: M.A, Monika Koncz
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Institution/College: University of Bonn (Seminar für Soziologie)
Tags: Diversity, Management, Integration, Grenzgängern, Unternehmen, Grenzgänger, Gesellschaft
Year: 2006
Pages: 29
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 18 + 15 Internet Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48635-4
ISBN (Book): 978-3-638-66252-9
File size: 485 KB
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Abstract
Diversity Management ist eine geeignete Strategie, die - aufgrund der gesellschaftlichen und demographischen Veränderungen - immer notwendiger wird und zur verbesserten Integration von Minderheiten und „Grenzgängern“ in Unternehmen beiträgt. Basierend auf dieser Annahme, sollte im Rahmen dieser Hausarbeit sowohl die Notwendigkeit der Integration, als auch die Art der Realisierung untersucht werden.Die demographischen Veränderungen haben aufgezeigt, wie sich die Bevölkerungsstruktur in den nächsten Jahrzehnten verändern wird. Frauen soll z.B. in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen, da sie einen steigenden Prozentsatz des Hochqualifizierten Arbeitsmarktes darstellen und somit den prognostizierten Rückgang des Arbeitskräfterückgangs verbessert abfedern könnten. Dass es notwendig sein wird, auch in Zukunft der Integration von Minderheiten Beachtung zu schenken und zu realisieren, steht meines Erachtens außer Frage, da auch in der Postmoderne „die Phänomene von Dominanz und Diskriminierung“ zu bewältigen sein werden. Die zentrale Frage ist, wie erfolgreich Diversity Management die Integration unterstützen kann. Die Betrachtungsweise von Diversity birgt nämlich auch das Risiko, dass Minderheiten und „Grenzgänger“ nun ein ‚Label’ erhalten und damit aus unterschiedlichen Gründen auch Außenseiter bleiben. Aus diesem Grunde ist es für den Erfolg dieser Strategie besonders wichtig, dass bei der Einführung und Implementierung von Diversity Maßnahmen auch gleichzeitig ein tieferes Verständnis geschaffen werden kann, dass es sich bei Diversity eben nicht nur um die sichtbaren Aspekte von Vielfalt handelt. Diversity Management kann nur dann die Integration von „Grenzgängern“ erfolgreich fördern, wenn Unternehmen auch den tieferen Ebenen von Vielfalt mehr Stellenwert beimessen und diese anhand konkreter Maßnahmen auch in die Unternehmensstrategie und in die Arbeitsprozessen einfließen lassen. Die Berücksichtigung der vermehrt differenzierteren Subjektbildung und Bildung von „Grenzgänger“ durch die Individualisierung, würde damit auch mehr Beachtung geschenkt werden. Erst dann wäre Diversity Management in der Lage Minderheiten und „Grenzgänger“ im Unternehmen erfolgreich zu integrieren.
Excerpt (computer-generated)
Rheinische Friedrich Wilhelms Universität
Seminar für Soziologie
Thema der Hausarbeit:
Diversity Management - Die Integration von „Grenzgängern“ im Unternehmen
Hauptseminar: Grenzgänger der Gesellschaft
WS 2005/2006
Teilnehmerin:
Monika Koncz
Abgabedatum: 15.03.2006
1. Einleitung 3
2. Was ist Diversity? 4
2.1. Begriffserläuterung Diversity 4
2.2. Begriffserläuterung Diversity Management 6
2.3. Dimensionen von Diversity 7
3. Gesellschaften und Organisationen im Wandel der Zeit 8
3.1. Globalisierung 10
3.2. Demographische Entwicklungen in Deutschland 10
3.3. Individualisierung der Gesellschaft 17
3.4. Veränderungsprozesse in Organisationen unter Berücksichtigung des Diversity Ansatzes 20
4. Diversity Management als Integrationsfördernde Maßnahme 22
5. Fazit und Ausblick 25
6. Literaturverzeichnis 27
1. Einleitung
Das Thema Diversity Management gewinnt langsam aber stetig immer mehr an Bedeutung in Europa, jedoch gibt es in Deutschland nur wenige, und dann meist international orientierte Unternehmen, die sich mit Diversity Management beschäftigen.1
In dieser Hausarbeit möchte ich aufzeigen, wie „Grenzgänger“2 - im Rahmen eines sich vollziehenden Individualisierungsprozesses – entstehen, warum es immer notwendiger wird diese steigende Anzahl von „Grenzgängern“ in Unternehmen zu integrieren und darauf folgend vor allem auf die Frage eingehen, wie diese durch die Implementierung von Diversity Management, in Unternehmen stärkere Berücksichtigung, Anerkennung und Integrationsmaßnahmen in Arbeitsprozesse vorfinden.
Das allgemein vorherrschende Idealbild eines erfolgreichen Diversity Managements ermöglicht beiden Gruppen, Organisation und Mensch, bzw. Mitglied einer Organisation, durch die Integration individueller Aspekte, eine win-win Situation herzustellen. Der Vorteil ergibt sich für das Individuum zusammengefasst in einer Verbesserung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz und die Möglichkeit sein Potenzial zu entfalten und für das Unternehmen in einer Steigerung des wirtschaftlichen Erfolges.
Im ersten Teil der Hausarbeit, gebe ich zunächst einen Einblick in die Begrifflichkeiten und Dimensionen von Diversity und Diversity Management, um das nötige Grundverständnis für die weiteren Ausführungen in den folgenden Kapiteln zu schaffen. Es sollen die Fragen geklärt werden, was Diversity Management bedeutet und die Hauptbereiche dieses Management Ansatzes aufgezeigt werden.
Im anschließenden Kapitel Gesellschaften und Organisationen im Wandel der Zeit werde ich auf die Aspekte Globalisierung, Demographische Entwicklungen in Deutschland, Individualisierung der Gesellschaft und die daraus resultierenden Veränderungsprozesse in den Organisationen (unter besonderer Berücksichtigung des Diversity Ansatzes) eingehen. Die einzelnen Themenpunkte dieses Kapitels, die alle einen riesigen Bereich für sich darstellen, werden daher nur in aller Kürze vorgestellt. Anhand dieser äußeren Einflussfaktoren soll der nötige Kontext geschaffen werden zwischen eben diesen, der Bildung von „Grenzgängern“ und deren Integration in Unternehmen anhand Diversity Management.
Das Kapitel Diversity Management als Integrationsfördernde Maßnahme beschreibt, anhand von Beispielen, wie dieser Management Ansatz in Unternehmen bereits umgesetzt wird. Die Risiken und Herausforderungen von Diversity Management, dessen Betrachtungen für eine erfolgreiche Integration ebenfalls von Bedeutung sind, können im Rahmen dieser Arbeit leider nicht angesprochen werden.
Zum Ende werden noch mal die wichtigsten Punkte der vier Kapitel zusammengefasst und anhand der dargelegten Informationen und Argumentation ein abschließendes Fazit gezogen, inwiefern Diversity Management sich nun tatsächlich eignet „Grenzgänger“ erfolgreich in Unternehmen zu integrieren.
2. Was ist Diversity?
In den 80er Jahren, des vorigen Jahrhunderts entstand in den USA ein neuer Management Ansatz – Diversity Management, welcher die demographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Gesellschaft adressiert und „als Konzept zur Bewältigung sozialer Unterschiede in Organisationen bereits erfolgreich angewendet“ wird.3
Zu Beginn der Auseinandersetzung mit Diversity bzw. Diversity Management soll eine getrennte begriffliche Differenzierung vorgenommen werden, daher werde ich im Folgenden zunächst die beiden Begriffe kurz erläutern.
2.1. Begriffserläuterung Diversity
Diversity bezeichnet im Hinblick auf die Human-Ressourcen die Verschiedenheit, Ungleichheit, Andersartigkeit und Individualität der Menschen, die sich durch zahlreiche Unterschiede bemerkbar machen.4 Die meisten Organisationen bzw. Unternehmen legen das Hauptaugenmerk auf vier bis fünf Bereiche von Diversity, z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Nationalität/ Ethnie und manchmal auch sexuelle Orientierung. Nichtsdestotrotz beschreibt Diversity im Grunde genommen jede Art von Unterschiedlichkeit, der sich z.B. durch persönliche Interessen und Fertigkeiten, den Studienbackground, den Familien- und Freundeskreis, usw. geprägt wird.
[....]
1 Vgl. Hansen, Katrin und Ursula Müller: Arbeits- und Bildungsorganisationen. Aspekte von Globalisierung, Geschlecht und Organisationsreform. In: Eszter Belinszki, Katrin Hansen und Ursula Müller (Hrsg.); Diversity Management. Best Practises im internationalen Feld, 2003, S. 155
2 „Grenzgänger“ sind Menschen, die häufig Grenzen überschreiten.
In: http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&qu=grenzg%C3%A4nger&last_corpus=DWDS. Im Rahmen dieser Hausarbeit bezeichne ich mit dem Begriff „Grenzgänger“, Individuen, die in ihrem Arbeitsumfeld oder in der Gesellschaft nicht einer dominanten Gruppe angehören, somit also auch als Minderheit bezeichnet werden können. Dies führt dazu, dass „Grenzgänger“ zwischen verschiedenen Gruppen pendeln und somit regelmäßig Grenzen überschreiten.
3 Vgl. Iris Koall, Grundlegungen des Weiterbildungskonzeptes Managing Gender & Diversity/DiVersion. In: Iris Koall, Verena Bruchhagen, Frederike Höher (Hrsg.), Vielfalt statt Lei(d)tkultur. Managing Gender und Diversit, 2002, S.1
4 Vgl. Hans-Jürgen Aretz und Katrin Hansen: Diversity und Diversity Management im Unternehmen. Eine Analyse aus systemtheoretischer Sicht, 2002, S. 10
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