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Examination Thesis, 2002, 116 Pages
Author: Christian Mersmann
Subject: Musicology
Details
Tags: Singen, Vocussion, Scaten, Beatbox, Noten, Lieder, Grundschule
Year: 2002
Pages: 116
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13236-7
File size: 821 KB
Inklusive mehrerer Notenbeispiele für den Einsatz in der Primarstufe.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Köln
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Vokales Musizieren - Didaktische Reflexionen und Materialien
Examensarbeit von
Christian Mersmann
28. März 2002
1. Vorwort ... 3
2. Einleitung ... 5
3. Betrachtungen im Voraus ... 7
3.1. Bedingungsfaktor "Schüler" ... 7
3.2. Bedingungsfaktor "Schule" ... 11
4. Vokales Musizieren………didaktisch ... 16
4.1. Didaktische Vorüberlegungen ... 16
4.2. Allgemeine didaktisch-methodische Aspekte ... 17
4.3. Vokales Musizieren als ganzkörperlicher Prozess ... 21
4.3.1. Bewegung ... 21
4.3.2. Ausdruck ... 22
4.3.3. Wahrnehmung ... 24
4.3.4. Kommunikation ... 24
4.4. Zielsetzungen des vokalen Musizierens ... 25
4.4.1. Sensomotorischer Bereich ... 25
4.4.2. Affektiver Bereich ... 26
4.4.3. Kognitiver Bereich ... 26
4.4.4. Sozialer Bereich ... 27
4.5. Die Rolle der Lehrperson ... 27
4.5.1. Auswahl geeigneter Stücke ... 28
4.5.2. Methodisches Repertoire ... 30
4.5.3. Fähigkeiten zur Singleitung ... 33
5. Vokales Musizieren………praktisch ... 35
5.1. Schulung der Stimme ... 35
5.1.1. Stimme als Teil des Körpers ... 37
5.1.2. Atemschulung ... 38
5.1.3. Stimmbildung am Ton ... 40
5.2. Singen mit der Stimme ... 42
5.2.1. Lieder allgemein ... 44
5.2.2. Kanon ... 51
5.2.3. Lieder aus aller Welt ... 55
5.2.4. Lieder zum Tanzen ... 66
5.2.5. Lieder mit Bewegung ... 71
5.3. Sprechen mit der Stimme ... 77
5.3.1. Sprechen als Musik ... 77
5.3.2. Sprechgesang ... 80
5.3.3. Sprechstücke ... 83
5.4. Alternatives Musizieren mit der Stimme ... 85
5.4.1. Scat-Gesang ... 85
5.4.2. Vokale Perkussion ... 86
6. Schlussbemerkung ... 106
7. Literaturverzeichnis ... 108
1. Vorwort
Die Überzeugung, das Thema "Vokales Musizieren" in meiner Examens-arbeit zu behandeln, erhielt ich im Laufe der Mitarbeit an einem hochschuli-schen Projekt, welches die Erstellung einer multimediale CD-Rom für den Ein-satz in der universitären Lehre und das Selbststudium zum Ziel hatte. Das ü-bergeordnete Thema "Klassenmusizieren" wurde in verschiedenen Modulen erarbeitet. Das Modul, an dem ich mitarbeiten durfte, befasste sich mit dem vokalen Klassenmusizieren und legte seinen Schwerpunkt auf die in der Lehre weitgehend vernachlässigten Formen der Vocussion und Body-Percussion. Im Laufe der vertiefenden Beschäftigung mit diesen Bereichen, die auch für mich bis dahin mehr oder weniger musikalisches Neuland waren, wuchs mein Inte-resse und mein Bedürfnis, die Materie auch in meiner Examensarbeit zu vertie-fen. Das Vorhaben wurde zudem von Professor Schneider unterstützt, der mir als Leiter und Initiator des Multimediaprojekts somit schon im Vorfeld Hilfe-stellungen geben konnte, die mir für die Arbeit nützlich waren. Ihm soll an dieser Stelle gedankt werden.
Einen Bezug zum vokalen Musizieren erhielt ich aber auch an anderer Stelle. In meiner Tätigkeit als Gitarrenbegleitung diverser Kinder- und Jugend-chöre machte ich selbst viele Erfahrungen im Umgang mit einer singenden Gruppe. So durfte ich mit 80 Kindern meiner Kirchengemeinde ein Musical aufführen, welches ich für diesen Anlass komponiert und mit ihnen einstudie-ren durfte. Die Erlebnisse, die ich an die dort empfundene Macht des Gesangs knüpfe, haben meine Einstellung zum Umgang mit der Stimme entscheidend geprägt. Die wichtigste Erkenntnis, die ich während dieser Zeit gewonnen hat-te, ist, dass Singen nicht nur ein Lächeln in jedes Kindergesicht zaubern kann, sondern auch auf kurz oder lang aus jeder noch so heterogenen Gruppe eine Gemeinschaft bildet. Es verbindet die Singenden in der Lust am gemeinsamen Singen.
Während der Erarbeitung des Themas setzte ich viele Aspekte zur Stim-me und ihrer Bildung und Funktion auch auf mich um. Die Arbeit inspirierte mich selbst, einen bewussteren Umgang mit der Stimme zu entwickelten. Das setzte ich nicht nur in entspannenden Atemübungen während der angespannten Stunden vor dem Computer und vor dem Schlafengehen um, sondern auch in spontanem Gesang. Ich entdeckte die Freude und den Nutzen stimmlicher Ak-tivität wieder und hoffe, dass sich dieses wiedergewonnene Bewusstsein hält. Eine andere Hoffnung ist, dass auch zukünftige Leser einen Erkenntnisgewinn aus dieser Arbeit erzielen können. Wenn das ermöglicht werden kann, hat die Arbeit eine wichtige Zielsetzung erfüllt.
2. Einleitung
Etymologisch betrachtet stammt "vokal" von dem lateinischen Wort "vox" für "die Stimme" ab. Mit vokalem Musizieren ist folglich das Musizie-ren mit der Stimme gemeint.
Viele, die sich mit diesem Bereich nicht näher gehend beschäftigen, ver-stehen darunter in der Regel nur das "Singen".
Der damit angedeutete eingeschränkte Blickwinkel, die Stimme als Organ zu betrachten, mit dem man lediglich singend Musik machen könnte, soll an-hand dieser Arbeit erweitert werden. Es soll dem Leser vermittelt werden, dass neben dem Singen von Liedern auch andere Ausdrucksformen der Stimme als musikalisch angesehen werden können. Außerdem soll erörtert werden, was für Auswirkungen vokales Musizieren abgesehen von seinem hörbaren Ergebnis sowohl auf die Entwicklung des vokal aktiven Individuums als auch auf grup-pendynamische Prozesse haben kann. So werden alle Betrachtungen in einen direkten Zusammenhang mit der Einbeziehung und Eingliederung in schulische Vermittlungsformen im Bereich der Primarstufe gebracht.
Grob unterteilt sich die Arbeit demnach in einen didaktischen und einen praktischen Teil. Dem didaktischen Teil vorangestellt wird in zusammenfas-senden Betrachtungen zum vokalen Musizieren zunächst eine Basis geschaf-fen, auf die sich die nachfolgenden Untersuchungen aufbauen. In diesen Be-trachtungen werden die Faktoren analysiert, welche eine objektive Arbeit mit der Materie "Vokales Musizieren" bedingen.
Der didaktische Teil gliedert sich in fünf Kapitel, die allgemeine Aspekte zur Vermittlung vokaler Unterrichtsinhalte behandeln und diskutieren. Im Ein-zelnen werden hier Wege einer modernen und sachgemäßen Didaktik themati-siert, die dem Lernenden und dem allgemeinen Anspruch an die Lehre gerecht werden sollen. Dazu bedarf es einer Formulierung von Lernzielen und der Er-arbeitung geeigneter Methoden mit denen diese Ziele verfolgt werden können.
Im praktischen Teil soll die Arbeit dem Anspruch genüge tun, einen um-fassenden Überblick über musikalische Ausdrucksformen der Stimme zu ge-ben, die im schulischen Bereich Verwendung finden können und sollen. Er gliedert sich in vier Bereiche, die jeweils eine Form der Stimmnutzung im Mu-sikunterricht darstellen. Ferner liefert der Teil zu jedem dieser Bereiche Mate-rialien, die eine spezifische Sicht auf die Inhalte zulassen und sich für eine un-terrichtliche Behandlung anbieten. Sie sind didaktisch kommentiert und wenn erforderlich mit Notationen veranschaulicht.
3. Betrachtungen im Voraus
Um vokales Musizieren als Gegenstand eines aktuellen Musikunterrichts betrachten und analysieren zu können, ist es zunächst notwendig, sich die Be-dingungen, unter denen ein solcher Unterricht stattfinden soll, vor Augen zu führen. Zahlreiche Autoren (Klausmeier, Ansohn, Brünger, Gruhn, Schütz, Koperski, Gies, Küntzel u. a.) haben sich in den letzten Jahren sehr kritisch mit der Frage auseinandergesetzt, welchen Stellenwert das vokale Musizieren in der heutigen Schule und Gesellschaft einnimmt und welche Rückschlüsse dar-aus zu ziehen sind. Nachfolgend werden die Ergebnisse in Bezug auf die Be-dingungsfaktoren "Schüler" und "Schule" zusammengefasst.
3.1. Bedingungsfaktor "Schüler"
Die Schülerinnen und Schüler sollten im Zentrum aller didaktischen Ü-berlegungen und Fragestellungen stehen. Zu diesem Zweck ist es von entschei-dender Bedeutung, die Umstände, in denen die Kinder heutzutage aufwachsen, zu berücksichtigen. Das Wissen über die Voraussetzungen, mit denen Kinder in die Schule kommen, dient nicht nur im vokalen Musikunterricht als Ansatz für eine schülerorientierte Ausrichtung der Unterrichtsinhalte, sondern ist auch Teil allgemeiner didaktischer Überlegungen.
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