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Rassismus in den britischen Printmedien

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 41 Pages
Author: Marion Klotz
Subject: Politics - International Politics - Region: Western Europe

Details

Event: Politik und Gesellschaft im Vereinigten Königreich
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Rassismus, Printmedien, Politik, Gesellschaft, Vereinigten, Königreich
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 41
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 41  Entries
Language: German
Archive No.: V53279
ISBN (E-book): 978-3-638-48778-8
ISBN (Book): 978-3-638-68820-8
File size: 282 KB
Notes :
Inwiefern ist die Berichterstattung in den Britischen Printmedien von Rassismus geprägt? Welche Themen stehen hierbei im Vordergrund und wie beteiligen sich auch die Broadsheets am expliziten und impliziten Rassismus? In dieser Arbeit befasse ich mich zuerst mit dem Begriff des Rassismus und seinen unterschiedlichen Ausprägungen. Dann analysiere ich das Auftreten von Rassismus in der britischen Presse vor dem Hintergrund der genannten Aspekte. Viel Spaß beim Lesen!


Abstract

Nach dem Wahlerfolg der Labour Party 1997 titelte der Observer in seiner Hauptbericht-erstattung: "GOODBYE XENOPHOBIA!". Die Zeitung wähnte mit dem Regierungswechsel ebenso einen Richtungswechsel weg von einer allgemeinen Fremdenfeindlichkeit eingeläutet wie der Kolumnist Brian McNair, der in Bezug auf die Berichterstattung der Printmedien mutmaßte: "Racism is dying. Racists are increasingly isolated, finding no endorsement of their views from the media". Nur drei Jahre später jedoch kritisierte die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) die britischen Printmedien mit dem folgenden Kommentar: "Particular concern is expressed at the consistent inflammatory attacks on asylum seekers and migrants coming to the UK, which have appeared in local but also in some national mainstream newspapers". Sind in den britischen Printmedien nun also rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen festzustellen oder lassen sie sich in McNairs Sinne weitestgehend als rassismusfreier Raum interpretieren? Mit anderen Worten: Lassen sich die Printmedien tatsächlich als "Great Anti- Racist Show" bezeichnen oder erfolgt mit ihrer Hilfe eher, wie von Kritikern behauptet, eine Perpetuierung von real existierenden Vorurteilen und Stereotypen oder, im Extremfall, sogar überhaupt erst die Schaffung dieser Vorurteile?


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
Hauptseminar: Politik und Gesellschaft im Vereinigten Königreich
SoSe 2005

Rassismus in den Britischen Printmedien

vorgelegt von:

Marion Klotz

Studienfächer:
Sozialkunde (HF) 6. FS
Englisch (HF) 6. FS

 

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG ... 2

2 TYPEN VON RASSISMEN ... 4
2.1 WHITECENTRISM ... 5
2.2 EUROZENTRISMUS... ... 5
2.3 KULTURALISMUS ... 7
2.4 VERANDERUNG ... 8
2.5 XENOPHOBIE ... 10
2.5.1 Islamophobie ... 10
2.5.2 Germanophobie ... 11
2.5.3 Francophobie ... 11

3 AUFTRETEN UND CHARAKTERISTIKA VON RASSISMUS IN DER BRITISCHEN PRESSE ... 12
3.1 NEGATIVE ASPEKTE ... 12
3.1.1 Hauptthemen der Berichterstattung ... 12
3.1.1.1 Kriminalitätssyndrom ... 12
3.1.1.2 Aktualitätssyndrom ... 14
3.1.1.3 Negativsyndrom ... 15
3.1.2 Gefahrensemantik ... 15
3.1.3 Quellen ... 16
3.1.4 Repräsentation von ethnischen Minderheiten ... 17
3.1.4.1 (Nicht-) Beachtung von minderheitsrelevanten Themen ... 18
3.1.4.2. Ethnische Minderheiten bei den Medienangestellten ... 18
3.2 POSITIVE ASPEKTE ... 19
3.3 UNTERSCHIEDE ZWISCHEN TABLOIDS UND BROADSHEETS ... 20

4 FALLBEISPIELE ... 22
4.1 IMMIGRANTEN UND ASYLSUCHENDE ... 22
4.1.1 Gesundheit ... 22
4.1.2 Kriminalität ... 23
4.1.3 Kosten ... 25
4.2 RROMA ...    25
4.3 ANDERE NATIONEN ... 26
4.4 ANDERE ETHNISCHE MINDERHEITEN ... 30

5 FAZIT ... 32

6 LITERATUR ... 34

 

 

1 Einleitung

Nach dem Wahlerfolg der Labour Party 1997 titelte der Observer in seiner Hauptbericht-erstattung: "GOODBYE XENOPHOBIA!" (zitiert nach Law 2002: 36). Die Zeitung wähnte mit dem Regierungswechsel ebenso einen Richtungswechsel weg von einer allgemeinen Fremdenfeindlichkeit eingeläutet wie der Kolumnist Brian McNair, der in Bezug auf die Berichterstattung der Printmedien mutmaßte: "Racism is dying. Racists are increasingly isolated, finding no endorsement of their views from the media" (zitiert nach Law 2002: 43).

Nur drei Jahre später jedoch kritisierte die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) die britischen Printmedien mit dem folgenden Kommentar: "Particular concern is expressed at the consistent inflammatory attacks on asylum seekers and migrants coming to the UK, which have appeared in local but also in some national mainstream newspapers" (zitiert nach ICAR 2004: 80).

Sind in den britischen Printmedien nun also rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen festzustellen oder lassen sie sich in McNairs Sinne weitestgehend als rassismusfreien Raum interpretieren? Mit anderen Worten: Lassen sich die Printmedien tatsächlich als "Great Anti- Racist Show" bezeichnen oder erfolgt mit ihrer Hilfe eher, wie von Kritikern behauptet, eine Perpetuierung von real existierenden Vorurteilen und Stereotypen oder, im Extremfall, sogar überhaupt erst die Schaffung dieser Vorurteile?

In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen, mich dieser Fragestellungen von verschiedenen Seiten aus zu nähern. In einem einleitenden theoretischen Teil werde ich daher zuerst die verschiedenen Typen von Rassismen definieren und erläutern. Dabei möchte ich mich nicht auf einen traditionellen Rassismusbegriff stützen, der auf eine Definition des biologischen Rassismus angelegt ist, sondern vielmehr mit einer modernen Definition arbeiten, die auch die neu entstandenen Formen des rassistischen Denkens mit einschließt.

In einem zweiten Teil werde ich mich dann mit dem generellen Auftreten und den Charakteristika der Rassismen in den Printmedien auseinandersetzen. Hierbei werde ich zuerst die negativen Aspekte der Berichterstattung behandeln, um dann auf die Merkmale von "Best Practice"- Beispielen zu sprechen zu kommen. Des Weiteren möchte ich mich in diesem Kapitel mit den Unterschieden zwischen der Berichterstattung der sensationalistischen Tabloids und den seriöseren Broadsheets befassen. Im Gegensatz zum vierten Kapitel, in dem ich verschiedene Fallbeispiele analysieren werde, liegt der Schwerpunkt des dritten Kapitels dabei vor allem auf den generellen Merkmalen der Berichterstattung, wie sie dann auch anhand der Beispiele in Kapitel 4 nachzuvollziehen sein werden.

In einem abschließenden fünften Kapitel werde ich schließlich ein Fazit der Arbeit ziehen, indem ich die wichtigsten Punkte der Argumentation noch einmal resümieren und zusammenfassend bewerten werde.

Die Untersuchung und Analyse von rassistischen Einstellungen ist ein weites Feld, über das ich in dieser Arbeit leider nur in Ausschnitten berichten kann. Ich bitte deshalb um Verständnis dafür, dass ich sowohl in der Beschreibung der verschiedenen Rassismustypen als auch in den ausgewählten Fallbeispielen lediglich einen kleinen Querschnitt der behandelnswürdigen Themen und Aspekte geben kann. Dabei habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten Felder herausgearbeitet. Abweichende Meinungen über die Prominenz und Interpretation dieser Stellen sind also durchaus möglich.

2 Typen von Rassismen

Es gibt zahlreiche Definitionen des Rassismusbegriffs, die sich in mehr oder weniger starkem Maße unterscheiden. Allen Definitionen ist gemein, dass sie abwertende Denkmuster und daraus resultierende Verhaltensweisen gegenüber einer Gruppe von Menschen voraussetzen, die als fremd oder fremdartig eingestuft wird. Traditionell erfordert die Rassismusdefinition eine Unterteilung der Menschheit aufgrund von (imaginären) biologischen Unterschieden. So entsteht eine Hierarchie der "Rassen", an deren Spitze die eigene "Rasse" steht. Menschen anderer (angeblich biologischer) Herkunft werden als minderwertig eingestuft. Albert Memmi definiert Rassismus 1987 somit als "verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers . . . , mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll" (Memmi 1992: 151). Bei dieser Definition stehen ganz eindeutig die biologische Differenzierung sowie der Gewaltaspekt im Vordergrund.

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