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Termpaper, 2005, 24 Pages
Author: Diplom-Pädagogin Cornelia Suchan
Subject: Ethics
Details
Tags: Freiheitsentziehende, Maßnahmen, Pflegeeinrichtungen
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48834-1
File size: 263 KB
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Excerpt (computer-generated)
Institut für Psychogerontologie
der Friedrich – Alexander – Universität Erlangen – Nürnberg
Studienbereich Ethik
Seminar Ethik
Hausarbeit
„Freiheitsentziehende Maßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen“
Sommersemester 2005
Ein Beitrag von:
Cornelia Suchan
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problematik 3
2. Formen freiheitsentziehender Maßnahmen 5
3. Rechtliche Aspekte 6
3.1. Begriffsbestimmungen 6
3.2. Selbstbestimmungsrecht und Freiheitsanspruch 7
3.3. Rechtliche Grundlagen der Aufsichts- und Betreuungspflicht 8
3.4. Legitimation freiheitsentziehender Maßnahmen 10
4. Empirische Untersuchungen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen 12
5. Ethische Aspekte 15
5.1. Konfliktsituationen in der Pflege und moralische Dilemmata 15
5.2. Paternalistische Ethik 17
5.3. Ethik der Autonomie 17
5.4. Deontologie 18
5.5. Teleologie 19
5.6. Ethik der Verantwortung 19
6. Möglichkeiten zur ethischen Entscheidungsfindung 21
6.1. Moralische Fragen gemeinsam beraten 21
6.2. Der Pflegeprozess als Strategie zur moralischen Entscheidungsfindung 21
7. Fazit 23
8. Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung und Problematik
In der Pflege wird das Pflegepersonal immer wieder mit ethischen Fragen und Problemen konfrontiert. Sehr oft stehen sie vor Situationen, die eine Entscheidung nach dem richtigen Handeln abverlangt und ein Abwägen unterschiedlicher Werte und Interessen nötig macht. Einen solchen Fall stellen die freiheitsentziehenden Maßnahmen dar.
Im pflegerischen Alltag gehören freiheitsentziehende Maßnahmen von Heimbewohnern zu den regelmäßig angewandten Methoden. Auf die BRD hochgerechnet kann man davon ausgehen, dass täglich mit ca. 400.000 freiheitsbeschränkenden und -entziehenden Maßnahmen gerechnet werden muss. Dabei ist zu bedenken, dass Fixierungsmaßnahmen Grundrechte einschränken und die Menschenwürde berühren. Andererseits ist das Pflegepersonal verpflichtet zur Abwendung der Verletzungsgefahr und zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit notwendige Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Dies trifft besonders bei Bewohnern mit kognitiven Einschränkungen zu. Verwirrte Bewohner sind in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt und handeln oft "unvernünftig". Sie können die Folgen ihres Handelns häufig nicht abschätzen oder beurteilen. Erklärungsversuche, die der Gefahrenvermeidung dienen, scheitern dabei oft. Das Pflegepersonal sieht sich dann häufig gezwungen unter dem Aspekt der Sicherheit freiheitsentziehende Maßnahmen durchzuführen.
Somit steht das Pflegepersonal immer wieder im Spannungsfeld zwischen ihren (eigenen) Schutzgedanken und dem Freiheitsanspruch der Bewohner. Freilich gibt es nach dem Gesetz Vorgaben, nach denen das Pflegepersonal zu handeln hat, doch reichen diese oft für eine konkrete Entscheidung für oder gegen eine freiheitsentziehende Maßnahme nicht aus. Das Pflegepersonal ist trotz allem verpflichtet zwischen den zwei Rechtsgütern abzuwägen: der Fürsorgepflicht zur Bewahrung der körperlichen Unversehrtheit und dem Grundrecht auf persönliche Freiheit. Dieses Problem kann bei den Pflegekräften zu einem ethischen Konflikt führen, wobei es keine generelle Lösung geben kann sondern in der konkreten Situation die jeweiligen Interessen ausgehandelt, aber auch die jeweiligen Vor- und Nachteile beachtet werden müssen. Freiheitsentziehende Maßnahmen stellen somit eine Gratwanderung des Pflegepersonals zwischen Schutzpflichten und dem Selbstbestimmungsrecht der Bewohner dar.
Im zweiten Kapitel möchte ich aufzeigen, was unter freiheitseinschränkenden Maßnahmen zu verstehen ist und welche Formen diese annehmen können.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den rechtlichen Grundlagen von freiheitseinschränkenden Maßnahmen. Dabei gehe ich zuerst auf den Begriff von freiheitseinschränkenden Maßnahmen und deren rechtliche Unterscheidung in Freiheitsentziehung, -beraubung und -beschränkung ein. Weiterhin erläutere ich die Rechte der Bewohner und die Pflichten des Pflegepersonals und versuche diese gegenüber zu stellen.
Um das Ausmaß und die Problematik zu verdeutlichen stelle ich im vierten Kapitel verschiedene empirische Untersuchungen zu diesem Thema vor.
Das fünfte Kapitel beinhaltet ethische Aspekte. Zunächst erläutere ich allgemein Konfliktsituationen und moralische Dilemmata in der Pflege und gehe im Anschluss auf verschiedene ethische Theorien ein, die besonders im Pflegebereich eine Rolle spielen können.
Im sechsten Kapitel möchte ich aufzeigen, welche Möglichkeiten es zur ethischen Entscheidungsfindung gibt und im Pflegealltag auch angewandt werden können.
Im siebten Kapitel möchte ich zusammenfassend ein Fazit ziehen.
2. Formen freiheitsentziehender Maßnahmen
Man spricht von freiheitsentziehenden Maßnahmen, wenn ein Bewohner gegen seinen natürlichen Willen durch mechanische Vorrichtungen oder auf andere Weise in seiner Fortbewegungsfreiheit beeinträchtigt wird und er diese Beeinträchtigung nicht ohne fremde Hilfe überwinden kann (vgl. HSK 2002, S. 5).
Freiheitsentziehende Maßnahmen werden unterschieden in (vgl. HSK 2002, S. 5ff):
- Fixieren des Betroffenen durch mechanische Vorrichtungen
- Aufstellen von Bettgittern
- Anlegen von Sitzgurten, Leibgurten oder Bauchgurten
- Anlegen von Schutzdecken, Betttüchern oder Schlafsäcken
- Festigung von Stecktischen am (Roll-)Stuhl
- Anlegen von Handfesseln, Fußfesseln oder Körperfesseln
- Einsperren des Betroffenen
- Absperren der Station oder des Zimmers
- Verriegelung der dem Bewohner bekannten und benutzbaren Ausgänge
- komplizierte Schließmechanismen an Türen
- hoch angebrachte Türgriffe
- gesicherte Aufzüge
[....]
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