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Die Funktion des Hässlichen im Expressionismus und in der frühen Lyrik Gottfried Benns

Scholary Paper (Seminar), 2004, 24 Pages
Author: Benedikt Fuchs
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German

Archive No.: V53440
ISBN (E-book): 978-3-638-48895-2

File size: 149 KB


Excerpt (computer-generated)

Rheinische Friedrich Wilhelms Universität Bonn
Abteilung für neuere deutsche Literatur
Studienfächer: Neuere deutsche Literatur,
Deutsche Sprache und ältere deutsche Literatur ,Medienwissenschaft
Hausarbeit für das Proseminar I
„ Gottfried Benn “

„ Die Funktion des Hässlichen im Expressionismus
und in der frühen Lyrik Gottfried Benns “

eingereicht von:
Benedikt Fuchs
( 3. Fachsemester )

WS 2003/2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort: Inhalt, Aufbau und Intention der Arbeit ... 1

2. Zur Funktion des Hässlichen im Expressionismus und in der frühen Lyrik Gottfried Benns ... 2
2.1 Eine neue Ästhetik: Das Hässliche in Umkreis des Expressionismus ... 2
2.2 Die Funktion des Hässlichen in der frühen Lyrik Gottfried Benns ... 7
2.2.1 Der hässliche Mensch in der frühen Lyrik ... 8

3. Fazit ... 19

4. Bibliothek ... 21

 

1. Vorwort: Inhalt, Aufbau und Intention der Arbeit

In meiner Hausarbeit „Die Funktion des Hässlichen im Expressionismus und in der frühen Lyrik Gottfried Benns“ möchte ich, wie der Titel schon andeutet, eine Ästhetik des Hässlichen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen, die in der Kunst des Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie in keiner anderen Kunstrichtung zuvor ihren Ausdruck fand, und damit dem Lebensgefühl und der Wirklichkeitserfahrung einer ganzen Generation von Künstlern Ausdruck verlieh, sowie viele der nachfolgenden Generationen entscheidend in ihrer Wahrnehmung beeinflusste.

Als einer der bedeutendsten, wenn nicht sogar der bedeutendste dieser Künstler, die sich im expressionistischen Umfeld bewegten und das Hässliche programmatisch in ihr Werk einfließen ließen, war es der junge Gottfried Benn, der in seiner frühen Lyrik in krassen, schonungslosen Bildern, wie kein anderer das ästhetisch Hässliche verarbeitete und zum zentralen Objekt der Darstellung machte.

In meine Ausführungen möchte ich dementsprechend zunächst versuchen die Funktion des Hässlichen in der Kunst des Expressionismus im allgemeinen darzustellen, um dann auf dieser Grundlage zu einer Betrachtung der Verwendung und Funktion des Hässlichen in der frühen Lyrik Gottfried Benns zu gelangen. Diese Betrachtung wird im wesentlichen mit Textbeispielen aus der frühen Lyrik arbeiten und versuchen, anhand der Analyse dieser Beispiele, so viel wie möglich über die Funktion des Hässlichen im lyrischen Frühwerk Benns auszumachen.

Ziel eines abschließenden Fazits soll es dann sein, zu resümieren was sich über die Funktion des Hässlichen im Expressionismus und in Benns früher Lyrik aussagen lässt, und zu überprüfen inwieweit Gemeinsamkeiten oder Unterschiede dieser Funktion bei Benn im Vergleich zum Expressionismus feststellbar sind.

2. Zur Funktion des Hässlichen im Expressionismus und in der frühen Lyrik Gottfried Benns

2.1 Eine neue Ästhetik: Das Hässliche im Umkreis des Expressionismus

Es ist eine althergebrachte ästhetische Doktrin in der Geschichte der Literatur bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts, dass das Wesen und Ziel der Kunst auf die Schönheit ausgerichtet sein sollen.

Der Expressionismus sowie die ihm verwandten, nach der Jahrhundertwende entstandenen künstlerischen Richtungen allerdings, stellen eine neue Perspektive in den Vordergrund: Die Kunst soll nicht mehr nur das Schöne betonen und dessen Darstellung als Ziel haben. Sie soll „nicht eines Verschönerers Sache, sondern das Amt eines Offenbarenden, eines Vorgestaltenden sein.“1

Die Kunst soll eine tiefere Bedeutungsebene erlangen, „der gegenüber das Verschönern nur als äußerliches und oberflächliches verzieren gilt.“2

Das Schöne repräsentiert in den Augen der Expressionisten, neben dem Oberflächlichen im allgemeinen, die klassische Ästhetik der Antike, welche diese als überkommen und konservativ ansehen, und dementsprechend zu bekämpfen suchen.

So bringt man zunächst nur zum Ausdruck, von Äußerlichkeit und Oberflächlichkeit des „ästhetisch Schönen“ abkehren zu wollen, ohne jedoch genauer zu definieren wohin der Willen der neuen Kunstform eigentlich tendiert bzw. was ihre Inhalte und Ziele sind. Ein rebellischer Geist wird sichtbar, der „allem Klassischen, Harmonischen [...], dem sogenannten „guten Geschmack“3 den Kampf ansagt.

Die „Revolutionäre“ sehen den guten Geschmack als etwas Aufgedrängtes, Erlerntes an, das einer ästhetischen Doktrin entstammt, die den Menschen in Fesseln hält und von der er sich befreien muss.

[...]


1 Otto Fischer: Das neue Bild. Veröffentlichung der Neuen Künstlervereinigung München. München 1912, S.11; zit. Nach: EK , S.109

2 EK, S.109/110

3 EK S.111


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