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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Marcel Korge
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Leipzig (Historisches Seminar)
Tags: Soziale, Struktur, Wirken, Nürnberger, Patriziats, Familien, Stromer, Mendel, Tucher, Städtische, Volksbewegungen, Europa
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48953-9
File size: 172 KB
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Abstract
Das 14. Jahrhundert gilt als Zeit des Umbruchs und der Wandlung in Europa, in der sich in der Reichsstadt Nürnberg Entwicklungen abzeichneten, die bis zum Ende der Frühen Neuzeit ihre Wirkungsmächtigkeit behielten und somit gleichzeitig ein Stabilitäts- und Stillstandselement beinhalteten. Dabei fällt das Augenmerk fast zwangsläufig auf eine Schicht der Bevölkerung, welche die Geschicke dieser Stadt zum Großteil bestimmte: das Patriziat. Diese Arbeit stellt sich die Aufgabe, die Bedeutung der Patrizier Nürnbergs im sozialen und politischen, aber auch im wirtschaftlichen Bereich herauszustellen. Wie wirkten dabei die Bürger über die Stadtgrenzen hinaus bis auf die Reichsebene und in die „Große“ Politik? Dabei kommt man freilich nicht umhin, eine Selektion der zu betrachtenden Personen vorzunehmen. Es soll so der Rahmen der Übersichtlichkeit nicht gesprengt werden. Nach der Einleitung werde ich im 2. Kapitel kurz allgemein zur Bedeutung der Patrizier in der fränkischen Reichsstadt schreiben, um danach die soziale Schichtung und die Ratsherrschaft zu beleuchten. Im folgenden 3. Kapitel betrachte ich sowohl die Ursprünge als auch die wirtschaftliche Seite der Nürnberger Oberschicht. Dann folgt der Schwerpunkt der Arbeit im 4. Kapitel, in dem ich einzelne Patrizierfamilien näher vorstellen werde. Insbesondere die Familie der Stromer hat einen breiten Raum dieses Abschnittes der Arbeit eingenommen, was nicht zuletzt an ihrem Gewicht im politischen Bereich liegt. So wird auch auf das Verhältnis zu Kaiser Karl IV. einzugehen sein. Nachdem die Familien der Mendel und Tucher (5. und 6. Kapitel), freilich in engerem Rahmen betrachtet wurden, wird die patrizische Oberschicht als solche charakterisiert. Es schälen sich hierbei zwei, wie es scheint, konträre Ansichten heraus (7. Kapitel). Ein Resümee fasst die gewonnenen Einsichten in die Geschichte der Nürnberger Patrizier hilfreich zusammen (8. Kapitel). Eine Literaturliste bildet als 9. Kapitel den Abschluss der Arbeit.
Excerpt (computer-generated)
Universität Leipzig
Historisches Seminar, SS 2003
Lehrstuhl: Mittelalterliche Geschichte
Hauptseminar: Städtische Volksbewegungen im spätmittelalterlichen Europa
Soziale Struktur und politisches Wirken des Nürnberger Patriziats im 14. Jahrhundert –
Die Familien der Stromer, Mendel und Tucher
eingereicht von:
Marcel Korge
Mittlere und Neuere Geschichte 5. Semester
Politikwissenschaft 4. Semester
2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Soziale und politische Ordnung ... 4
2.1. Nürnberg, der Rat und die Patrizier ... 4
2.2. Soziale Schichtung und Ratsherrschaft ... 5
3. Die Patrizier ... 7
3.1. Ursprünge ... 7
3.2. Wirtschaftliche Aspekte ... 7
4. Die Stromer ... 11
4.1. Ulmans Familie ... 11
4.2. Ulmans politisches Wirken ... 12
4.3. Ulrich Stromer ... 12
4.4. Die Beziehungen zu Kaiser Karl IV... 14
4.5. Stiftungen und Bautätigkeit ... 17
4.6. Das Ende des Stromerkonzerns ... 17
5. Die Mendel ... 18
6. Die Tucher ... 19
7. Charakterisierung ... 20
7.1. Der Nürnberger Patrizier - ein moderner „Homo ökonomicus“ ? ... 20
7.2. Der Nürnberger Patrizier - ein mittelalterlicher Stadtadliger? ... 21
8. Resümee ... 22
9. Literaturliste ... 23
1. Einleitung
Das 14. Jahrhundert gilt als Zeit des Umbruchs und der Wandlung in Europa, in der sich in der Reichsstadt Nürnberg Entwicklungen abzeichneten, die bis zum Ende der Frühen Neuzeit ihre Wirkungsmächtigkeit behielten und somit gleichzeitig ein Stabilitäts- und Stillstandselement beinhalteten. Dabei fällt das Augenmerk fast zwangsläufig auf eine Schicht der Bevölkerung, welche die Geschicke dieser Stadt zum Großteil bestimmte: das Patriziat.
Diese Arbeit stellt sich die Aufgabe, die Bedeutung der Patrizier Nürnbergs im sozialen und politischen, aber auch im wirtschaftlichen Bereich herauszustellen. Wie wirkten dabei die Bürger über die Stadtgrenzen hinaus bis auf die Reichsebene und in die „Große“ Politik? Dabei kommt man freilich nicht umhin, eine Selektion der zu betrachtenden Personen vorzunehmen. Es soll so der Rahmen der Übersichtlichkeit nicht gesprengt werden.
Nach der Einleitung werde ich im 2. Kapitel kurz allgemein zur Bedeutung der Patrizier in der fränkischen Reichsstadt schreiben, um danach die soziale Schichtung und die Ratsherrschaft zu beleuchten. Im folgenden 3. Kapitel betrachte ich sowohl die Ursprünge als auch die wirtschaftliche Seite der Nürnberger Oberschicht. Dann folgt der Schwerpunkt der Arbeit im 4. Kapitel, in dem ich einzelne Patrizierfamilien näher vorstellen werde. Insbesondere die Familie der Stromer hat einen breiten Raum dieses Abschnittes der Arbeit eingenommen, was nicht zuletzt an ihrem Gewicht im politischen Bereich liegt. So wird auch auf das Verhältnis zu Kaiser Karl IV. einzugehen sein.
Nachdem die Familien der Mendel und Tucher (5. und 6. Kapitel), freilich in engerem Rahmen betrachtet wurden, wird die patrizische Oberschicht als solche charakterisiert. Es schälen sich hierbei zwei, wie es scheint, konträre Ansichten heraus (7. Kapitel). Ein Resümee fasst die gewonnenen Einsichten in die Geschichte der Nürnberger Patrizier hilfreich zusammen (8. Kapitel). Eine Literaturliste bildet als 9. Kapitel den Abschluss der Arbeit.
2. Soziale und politische Ordnung
2.1. Nürnberg, der Rat und die Patrizier
Die Stadt Nürnberg konnte im Verlauf des Spätmittelalters zahlreiche andere Städte, darunter auch das vormals in Oberdeutschland mächtige Regensburg in seiner Bedeutung zurückdrängen1. Zeitweilig galt die Stadt als wichtigste Reichsstadt des späten Mittelalters wie Peter Moraw schreibt2.
Dabei wurde Nürnbergs Geschick im späten 13. und dann vor allem ab dem 14. Jahrhundert von einigen wenigen ratsfähigen Familien geleitet, welche in der bedeutendsten politischen Institution der Stadt, dem Kleinen Rat, saßen3. Dieser Kleine Rat hatte bei allen ausschlaggebenden Angelegenheiten ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, auch wenn der Kompetenzbereich der Städter ursprünglich nicht so weit ging. Noch im 13. Jahrhundert hatten Reichsbeamte und der Nürnberger Burggraf das Regiment in der Hand, wenngleich die Bürgerschaft bereits als Rechtssubjekt anerkannt wurde4. Dies änderte sich im Laufe der Zeit, so dass schließlich die ursprünglich Verantwortlichen aus ihren Schlüsselpositionen herausgedrängt wurden5, ohne dass die Bürger dabei meist auf direkte Konfrontation setzten.
Die entsprechende Entwicklung ging schrittweise vonstatten. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Komplexe erfasst, doch soll dies nicht das bestimmende Thema dieser Ausarbeitung sein. Nur so viel sei gesagt, dass der Rat zum Beispiel die Bildung von Zünften und Innungen unterdrückte, die Handwerker bevormundete6, Kleiderordnungen und Verhaltensregeln aufstellte, um sich so besser gegenüber anderen Ständen abgrenzen zu können. Er übernahm selbst die Verwaltung der Kirchen der Stadt, die niedere Gerichtsbarkeit auch im Umland und vieles andere mehr7. Die vom Rat mitunter hart bekämpften Zünfte, die nichtzunftfähigen Handwerker und erst recht die Unterschichen konnten keinen bedeutenden Einfluss auf die politischen Entscheidungen nehmen, sieht man einmal vom Aufstand von 1348/49 ab.
[...]
1 Waas, Adolf: Der Mensch im deutschen Mittelalter. Graz 1964. S. 182.
2 Moraw, Peter: Monarchie und Bürgertum. In: Seibt, Ferdinand (Hrsg.): Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen. München ²1978. S. 45.
3 Hirschmann, Gerhard: Das Nürnberger Patriziat. In: Deutsches Patriziat 1430-1740. Limburg an der Lahn 1968. S. 257.
4 Hirschmann 1968. S. 259.
5 Hofmann, Hanns Hubert: Nobiles Norimbergenses. Beobachtungen zur Struktur der reichsstädtischen Oberschicht. In: Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte 28/1965. S. 119ff. Äußerst bedeutend für diese Entwicklung war schließlich das Kaiserprivileg von 1313, das einen Großteil der Ratsautonomie festlegt. Vgl. Hofmann 1965. S. 121.
6 So legte der Rat die Zahl der Lehrlinge und Gesellen eines jeden Handwerksmeisters fest, regelte die Preise der Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren und vergab Import- und Exportmonopole. Vgl. Grote, Ludwig: Die Tucher. Bildnis einer Patrizierfamilie. Passau 1961. S. 54; Hofmann 1965. S. 131f. und S. 137.
7 Hofmann 1965. S. 135f.; Pitz, Ernst: Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands im Mittelalter. Wiesbaden 1979. S. 166.
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