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Lessings "Emila Galotti" als aristotelisches Drama

Hauptseminararbeit, 2005, 23 Seiten
Autor: Annika Freise
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: Tragödie und Tragödientheorie
Institution/Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Tags: Lessings, Emila, Galotti, Drama, Tragödie, Tragödientheorie
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 23
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V53626
ISBN (E-Book): 978-3-638-49022-1

Dateigröße: 194 KB


Textauszug (computergeneriert)

Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Hauptseminar: Tragödie und Tragödientheorie

Lessings „Emilia Galotti“ als
aristotelisches Drama

eingereicht von::
Annika Freise

2005

Inhaltsverzeichnis

Einleitung  ... 3

1 Die Tragödientheorie des Aristoteles ... 4

2 Die Tragödientheorie Lessings ... 8
2.1 „Briefwechsel über das Trauerspiel“ ... 8
2.2 „Hamburgische Dramaturgie“ ... 10
2.2.1 Naturnachahmung ... 11
2.2.2 Phobos / Eleos und Katharsis ... 11
2.2.3 Charakter ... 12
2.2.4 Die drei Einheiten ... 13

3 Vergleich der beiden Tragödientheorien  ... 14
3.1 Gemeinsamkeiten ... 14
3.2 Unterschiede ... 14

4 Emilia Galotti ... 15
4.1 Virginia-Motiv ... 15
4.2 Aufbau ... 15
4.3 Naturnachahmung ... 16
4.4 Mitleid / Furcht und Katharsis ... 17
4.5 Charakter ... 18
4.6 Die drei Einheiten ... 19
4.6.1 Einheit der Handlung ... 19
4.6.2 Einheit der Zeit ... 19
4.6.3 Einheit des Ortes ... 20
4.7 Sprache ... 21

5 Schluss ... 22

6 Bibliographie S. 23

 

Einleitung

Die vorliegende Hauptseminararbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit die Tragödientheorie Lessings mit der von Aristoteles übereinstimmt bzw. von dieser abweicht. Veranschaulicht wird dies an Lessings „Emilia Galotti“. Die Arbeit ist in vier Blöcke gegliedert.

Zunächst wird die Tragödientheorie des Aristoteles dargestellt. Im zweiten Abschnitt findet sich die Darstellung der Tragödientheorie Lessings. Es folgt eine kurze tabellarische Gegenüberstellung der beiden Tragödientheorien. Im letzten Abschnitt werden die zuvor herausgearbeiteten Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede am Beispiel der „Emilia Galotti“ aufgezeigt.

Der zweite und vierte Abschnitt sind weitestgehend begrifflich gleich untergliedert, so dass ein Vergleich leicht möglich ist. Es wird bei der Darstellung der aristotelischen Tragödientheorie auf die „Poetik“ (nach Fuhrmann) zugegriffen, bei Lessings Theorie der Tragödie auf den „Briefwechsel über das Trauerspiel“ sowie auf die „Hamburgische Dramaturgie“.

Von einer umfassenden Darlegung der unterschiedlichen Interpretationen der von Aristoteles gebrauchten Termini wird abgesehen, da dies den Rahmen der Seminararbeit überschreiten würde.

1. Die Tragödientheorie des Aristoteles

Die Tragödientheorie des Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.) ist hauptsächlich seinem fragmentarisch erhaltenem Werk „Poetik“ zu entnehmen.

Die „Poetik“ des Aristoteles gliedert sich in 3 Komplexe. In den Kapiteln 1-5 geht es um die Dichtung allgemein, die Kapitel 6- 22 umfassen die Behandlung der Tragödie und die Kapitel 23-26 die des Epos.

Aristoteles definiert die Tragödie wie folgt: „Die Tragödie ist Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung von bestimmter Größe, in anziehend geformter Sprache, wobei diese formenden Mittel in den einzelnen Abschnitten je verschieden angewandt werden – Nachahmung von Handelnden und nicht durch Bericht, die Jammer und Schaudern hervorruft und hierdurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen bewirkt.“1

In der Aussage „Die Tragödie ist Nachahmung“ findet sich das Mimesis-Postulat. Durch eine mimetische Darstellung kann sich der Zuschauer in die Handlung einfühlen und mit den Figuren mitfühlen. Wenig später sagt Aristoteles weiter, dass: „ [... ] die Tragödie nicht Nachahmung von Menschen, sondern von Handlung und Lebenswirklichkeit [ist].“2. Im Vordergrund steht bei Aristoteles die Handlung, während die Charaktere zurückstehen, da diese für ihn lediglich eine Art Handlungsträger sind. Mit einer „guten Handlung“ ist gemeint, dass ein Stoff Anfang, Mitte und Ende haben muss. „Demzufolge dürfen Handlungen, wenn sie gut zusammengefügt sein sollen, nicht an beliebiger Stelle einsetzen noch an beliebiger Stelle enden [... ].“3 Das die Handlung „in sich geschlossen“ sein muss, besagt, dass es keine Nebenhandlungen geben darf, sondern nur einen klaren Strang.

[...]


1 Aristoteles: Poetik. Griechisch/Deutsch, hrsg. u. übers. v. Manfred Fuhrmann, Reclam Verlag, Stuttgart 1982. Kap. 6, 1449b (S. 19)

2 Ebd. Kap. 6, 1450a (S. 21)

3 Ebd. Kap. 7, 1450b (S. 25)


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