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Autor: Stephanie Meyer
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Tags: Liebe, Widerspruch, Gesellschaft, Herz, Beispiel, Leben, Gräfin, G***, Gellert
Jahr: 2006
Seiten: 24
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 186 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-49122-8
ISBN (Buch): 978-3-638-68823-9
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Gellerts Roman „Die schwedische Gräfin von G***“. Gellert wollte mit seinem Werk nicht nur unterhalten, sondern verfolgte auch pädagogische Absichten, die ich mit dieser Hausarbeit herausarbeiten möchte. Um dies zu gewährleisten ist es unter anderem notwendig, die Begründung formaler Aspekte im Handlungsstrang des Werkes wiederzufinden. Ich werde darüber hinaus die für Gellert geltenden Ideale anhand seiner moralischen Vorlesungen und Quellen anderer Autoren historisch und kritisch darstellen, um den Roman auf dieser Grundlage zu untersuchen. Weiterhin möchte ich die Charakteristika der Empfindsamkeit vorstellen, die die Grenze der tradierten Moralnormen im Gegensatz zur anschließenden Strömung des Sturm und Drang noch nicht überschreiten. Im Mittelpunkt soll hierbei die Einheit von Herz und Vernunft und ihre Bewährung stehen. Der Focus wird vorwiegend auf dem ersten Teil des Romans liegen, da die pädagogische Absicht in diesem wesentlich ausgeprägter ist. Auffallend ist außerdem, dass der Roman über eine Haupt- und zahlreiche Nebenhandlungen verfügt. Ich werde in der vorliegenden Arbeit zum einen untersuchen, was Gellert mit dieser großen Anzahl von handelnden Personen bezwecken wollte und welche Bedeutung den Sterbensszenen zukommt. Anhand ausgesuchter Episoden möchte ich anschließend die spezielleren Absichten Gellerts darstellen und hierbei auch die Sichtweise eines heutigen Lesers einbeziehen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg, Institut für Germanistik II
Stationen des Romans in Deutschland 1700-1750-1780
Fachsemester: 5, Seminar II WS 2005/2006
Liebe im Widerspruch zwischen Gesellschaft und Herz
am Beispiel von „Leben der schwedischen
Gräfin von G***“ von C. F. Gellert
von: Stephanie Meyer
Gliederung
1. Einleitung 1
2. Formale Aspekte und Erzählformen 1
2.1. Ich-Erzählerin und Ansprache des Lesers 1
2.2. Die Episodenstruktur des ersten Teils 2
2.3. Der Einsatz von Briefen im Roman 3
3. Gellert als Pädagoge der Aufklärung 4
4. Gellerts Ideale 6
4.1. Gellerts Moral- und Tugendideal 6
4.2. Gellerts Liebes- und Eheideal 7
4.3. Gellerts Ideal der Einheit von Herz und Vernunft – Affekttransformation 9
5. Ausgewählte Episoden zur exemplarischen Darstellung Gellerts Intention 11
5.1. Marianenepisode als Antithese zur gelungenen Affekttransformation 11
5.2. Heirat mit Herrn R*** 13
5.3. Rückkehr des Grafen 14
5.4. Ehe zu viert als Ausweg 15
5.5. Die Episode des Prinzen 16
6. Neudefinition der Funktion des Todes 17
7. Schlussbetrachtung 19
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Gellerts Roman „Die schwedische Gräfin von G***“. Gellert wollte mit seinem Werk nicht nur unterhalten, sondern verfolgte auch pädagogische Absichten, die ich mit dieser Hausarbeit herausarbeiten möchte.
Um dies zu gewährleisten ist es unter anderem notwendig, die Begründung formaler Aspekte im Handlungsstrang des Werkes wiederzufinden. Ich werde darüber hinaus die für Gellert geltenden Ideale anhand seiner moralischen Vorlesungen und Quellen anderer Autoren historisch und kritisch darstellen, um den Roman auf dieser Grundlage zu untersuchen. Weiterhin möchte ich die Charakteristika der Empfindsamkeit vorstellen, die die Grenze der tradierten Moralnormen im Gegensatz zur anschließenden Strömung des Sturm und Drang noch nicht überschreiten. Im Mittelpunkt soll hierbei die Einheit von Herz und Vernunft und ihre Bewährung stehen. Der Focus wird vorwiegend auf dem ersten Teil des Romans liegen, da die pädagogische Absicht in diesem wesentlich ausgeprägter ist. Auffallend ist außerdem, dass der Roman über eine Haupt- und zahlreiche Nebenhandlungen verfügt. Ich werde in der vorliegenden Arbeit zum einen untersuchen, was Gellert mit dieser großen Anzahl von handelnden Personen bezwecken wollte und welche Bedeutung den Sterbensszenen zukommt. Anhand ausgesuchter Episoden möchte ich anschließend die spezielleren Absichten Gellerts darstellen und hierbei auch die Sichtweise eines heutigen Lesers einbeziehen.
2. Formale Aspekte und Erzählformen
Es ist auffällig, dass Gellert versucht hat, seine inhaltlichen Intentionen durch die gewählten Formalien zu stützen:
2.1. Ich-Erzählerin und Ansprache des Lesers
Der Roman ist wie eine Autobiographie erzählt. Durch die Ich-Erzählerin wird dem Leser die Fiktion von Authenzität des Erzählten vermittelt. Der Leser fühlt sich stärker angesprochen, weil ihm durch die Erzählerin als ansprechbare Persönlichkeit das Gefühl vermittelt wird, dass die Geschichte seinetwegen erzählt wird.1 Im Anschluss an den Erziehungsbericht wird dem Leser sogar die Rolle des Richters über die Tugendhaltung der Protagonisten zugewiesen: „Es wird am besten sein, wenn ich mich weder lobe noch tadle und es auf die Gerechtigkeit der Leser ankommen lasse, was sie sich aus meiner Geschichte für einen Begriff von meiner Gemütsart machen wollen.“2 Dem Leser wird durch diese Aufforderung Mündigkeit zugesprochen, was ihn aufwertet und so seine Rezeptionsbereitschaft für die zu vermittelnden Auffassungen erhöht. Es ist zu erkennen, dass sich der Roman an kundige, belesene Leser richtet, denn die Erzählerin deutet die galanten Motive nur an und verzichtet auf ausführliche Erläuterungen. Die gesamte Erzählsituation spiegelt somit das Autonomisierungsstreben der Aufklärung wider.
2.2. Die Episodenstruktur des ersten Teils
Der behandelte Roman gliedert sich in zahlreiche, mehr oder weniger abgeschlossene Episoden, deren Anfang und Ende meist durch abschließende, zeitraffende Überleitungen deutlich markiert sind.3 In jeder dieser Episoden wird beispielhaft aufgezeigt, wie durch die Befolgung von Tugendidealen Konfliktsituationen bewältigt werden können. Die personen- und handlungsreichen Episoden werden durch die übergreifende Konzeption des Lebensberichtes der Gräfin zusammengehalten. Als Haupthandlung kann man demnach den Lebensbericht der Gräfin bezeichnen, neben der eine Vielzahl antithetisch oder parallel verlaufender Nebenhandlungen existieren. Auch in diesen kleineren Handlungen entfaltet Gellerts Herz- und Vernunftideal zur Affekttransformation, auf das später noch eingegangen wird, seine Wirksamkeit. Die Romanfiguren werden in allen Episoden mit Extremsituationen hauptsächlich unerfreulicher Art konfrontiert, in denen die Betroffenen entweder gefasst und besonnen oder irrational und leidenschaftlich reagieren, wobei nur die erste Verhaltensweise ins Glück führt. Generell versucht Gellert durch seine Episodenstruktur zu erreichen, dass so viele Situationen der bürgerlichen Lebenskultur wie möglich erprobt werden, um die Bewährung des Ideals von Herz und Vernunft zu demonstrieren.
2.3. Der Einsatz von Briefen im Roman
[...]
1 Meyer-Krentler, E. (1974): Der andere Roman. Gellerts „Schwedische Gräfin“. Von der aufklärerischen Propaganda gegen den „Roman“ zur empfindsamen Erlebnisdichtung. Göppingen: Verlag Alfred Kümmerle, S.30f.
2 Gellert, C.F. (1968): Leben der schwedischen Gräfin von G***. Bibliographisch ergänzte Ausgabe. Stuttgart: Reclam, S.7, Z.19-23.
3 Meyer-Krentler, E. (1974): Der andere Roman. Gellerts „Schwedische Gräfin“. Von der aufklärerischen Propaganda gegen den „Roman“ zur empfindsamen Erlebnisdichtung. Göppingen: Verlag Alfred Kümmerle, S.37f.
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