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Desertifikation, Desertation und Dürren - Ursachen und Wirkungen von Problemen der Trockenräume der Erde

Subtitle: Die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Trockenräume der Erde

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 30 Pages
Author: Lars Wartenberg
Subject: Geography / Earth Science - Physical Georgraphy, Geomorphology, Env. Studies

Details

Institution/College: RWTH Aachen University
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 30
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 28  Entries
Language: German
Archive No.: V53903
ISBN (E-book): 978-3-638-49225-6
ISBN (Book): 978-3-638-93761-0
File size: 365 KB

Abstract

1 EINLEITUNG Die Trockenräume der Erde nehmen insgesamt eine Fläche von 48 Mio. km² ein. Dies entspricht ungefähr 36 % der Festlandsregionen. Charakteristisch für diese Gebiete sind eine Verdunstung, die höher ist als die jährliche Niederschlagsmenge. Folglich können je nach Temperatur und Windverhältnissen Gebiete mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen arid sein. Diese Gebiete der Erde sind einer akuten Gefährdung durch den Desertifikationsprozess ausgesetzt. Insgesamt sind weltweit Gebiete mit über 3,6 Mrd. ha Fläche, das entspricht ungefähr der Fläche Nord- und Südamerikas zusammen, in 110 Staaten mit einer Gesamtbevölkerung von ca. 1 Mrd. Menschen von Trockenheit und Desertifikation bedroht (DICHORÈ, 2002, 20). Dabei gehen jährlich um die 6 Mio. ha Land unwiederbringlich verloren. Weitere 21 Mio. ha werden in solch einem Maße degradiert, dass eine landwirtschaftliche Nutzung unwirtschaftlich geworden ist. Insgesamt gehen pro Jahr ca. 24 Mrd. t Oberboden (entspricht in etwa der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA) irreversibel verloren. Die dadurch entstehenden jährlichen Einkommensverluste werden auf ca. 42. Mrd. US-$. Da Desertifikation durch menschliche Aktivitäten bzw. durch menschliche Passivität hervorgerufen worden ist, sollte durch ein verändertes Verhalten auch ein Aufhalten oder zumindest eine Verlangsamung der Desertifikationsprozesse möglich sein (UNEP 1987, 1). Diese Arbeit beginnt mit der geographischen Verbreitung der Trockenräume auf der Erde. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen der Verbreitung der Trockenräume mit unterschiedlichen Klimaten herausgestellt. Danach folgt eine Erörterung der Ursachen von Desertifikation. Am Ende werden Gegenmaßnahmen vorgestellt, die der (Fortschreitung der) Desertifikation entgegenwirken sollen. Als Schlussfazit wir die Arbeit mit einem Ausblick in die Zukunft beendet. Ziel der Arbeit ist es, einen allgemeinen, einführenden Überblick über die Probleme und Ursachen der Desertifikation zu geben und die Einflüsse des Klimas darzulegen.


Excerpt (computer-generated)

Desertifikation, Desertation und Dürren. Ursachen und
Wirkungen von Problemen der Trockenräume der Erde.
Die Auswirkungen des globalen Klimawandels
auf die Trockenräume der Erde

von: Lars Wartenberg

 


INHALT

1 Einleitung 4

1.1 Zum Begriff der Desertifikation  5
1.2 Definitionen  5
1.3 Entwicklung und Stand der Forschung  7

2 Degradation – Desertifikation  8

3 Die geographische Verbreitung der Trockenräume der Erde  9

4 Der geomorphologische Formenschatz der Trockenräume der Erde 11

5 Klimatische Bedingungen  12

5.1 Geomorphologie und Klimagenese  12
5.2 Die Bedeutung der Niederschläge 13
5.3 Der Strahlungshaushalt  14
5.4 Auswirkungen globaler Klimaschwankungen 14

6 Ursachen der Desertifikation  17

6.1 Klimatische Ursachen 17
6.2 Anthropogen bedingte Ursachen 17

6.2.1 Überweidung  18
6.2.2 Überanbau 19
6.2.3 Entwaldung 19
6.2.4 Versalzung  19

7 Stufen der Desertifikation  21

8 Indikatoren der Desertifikation 22

8.1 Pedologische Indikatoren  22
8.2 Vegetationsindikatoren  22
8.3 Hydrologische Indikatoren  22
8.4 Morphodynamische Indikatoren 23

8.4.1 Dünenbildung  23
8.4.2 Fluviale Aktivität 23

9 Gegenmaßnahmen/Fazit 25

Literatur 27
 

 


 

1 EINLEITUNG

Die Trockenräume der Erde nehmen insgesamt eine Fläche von 48 Mio. km² ein. Dies entspricht ungefähr 36 % der Festlandsregionen. Charakteristisch für diese Gebiete sind eine Verdunstung, die höher ist als die jährliche Niederschlagsmenge. Folglich können je nach Temperatur und Windverhältnissen Gebiete mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen arid sein. Diese Gebiete der Erde sind einer akuten Gefährdung durch den Desertifikationsprozess ausgesetzt. Insgesamt sind weltweit Gebiete mit über 3,6 Mrd. ha Fläche, das entspricht ungefähr der Fläche Nord- und Südamerikas zusammen, in 110 Staaten mit einer Gesamtbevölkerung von ca. 1 Mrd. Menschen von Trockenheit und Desertifikation bedroht (DICHORÈ, 2002, 20). Dabei gehen jährlich um die 6 Mio. ha Land unwiederbringlich verloren. Weitere 21 Mio. ha werden in solch einem Maße degradiert, dass eine landwirtschaftliche Nutzung unwirtschaftlich geworden ist. Insgesamt gehen pro Jahr ca. 24 Mrd. t Oberboden (entspricht in etwa der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA) irreversibel verloren. Die dadurch entstehenden jährlichen Einkommensverluste werden auf ca. 42. Mrd. US-$. Da Desertifikation durch menschliche Aktivitäten bzw. durch menschliche Passivität hervorgerufen worden ist, sollte durch ein verändertes Verhalten auch ein Aufhalten oder zumindest eine Verlangsamung der Desertifikationsprozesse möglich sein (UNEP 1987, 1).

Diese Arbeit beginnt mit der geographischen Verbreitung der Trockenräume auf der Erde. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen der Verbreitung der Trockenräume mit unterschiedlichen Klimaten herausgestellt. Danach folgt eine Erörterung der Ursachen von Desertifikation. Am Ende werden Gegenmaßnahmen vorgestellt, die der (Fortschreitung der) Desertifikation entgegenwirken sollen. Als Schlussfazit wir die Arbeit mit einem Ausblick in die Zukunft beendet. Ziel der Arbeit ist es, einen allgemeinen, einführenden Überblick über die Probleme und Ursachen der Desertifikation zu geben und die Einflüsse des Klimas darzulegen.

1.1 ZUM BEGRIFF DER DESERTIFIKATION

Das Wort Desertifikation wurde erstmals von AUBREVILLE (1949) in seiner Veröffentlichung „Climats, forêts et désertification de l’Afrique tropicale“ benutzt. Die Aufmerksamkeit der United Nations gilt seit 1952, mit der Gründung des UNESCO Arid Zone Programme, den Trockengebieten der Erde (THOMAS & MIDDLETON 1994, 2).

Seit dem Jahre 1977 spricht man in Zusammenhang mit der “lokalen oder regionalen Ausweitung von Wüstenflächen“ (MENSCHING 1990, 7) nicht mehr von Verwüstung: Auf der Weltwüstenkonferenz (UNCOD, United Nations Conference on Desertification) in Nairobi wurde der Begriff Desertifikation offiziell eingeführt. Er setzt sich zusammen aus den Worten „desert“ (Wüste) und „ficare“ (lat. für „machen“). Aufgrund der Erkenntnis, dass der Mensch mit seinen falschen Bodenbewirtschaftungsweisen verantwortlich für die Ausbreitung von Wüsten ist, wurde damals auch die Grundlage für viele Ressourcenschutzprojekte geschaffen (DICHORÈ 2002, 21; THOMAS & MIDDLETON 1994, 2). Obwohl der Begriff Desertifikation in seiner heutigen Verwendung die Kenntnis über einen erheblichen Anteil menschlicher Schädigungen am Ökosystem beinhaltet, bleibt „der Ursachenkomplex Klima/Mensch [..] in seiner Interaktion“ vielfach unklar (BRUNK 2000, 9). Mittlerweile wird Desertifikation als eines der größten Umweltprobleme der letzten drei Jahrzehnte angesehen und spielt auch eine große politische Rolle. Außerdem ist Desertifikation ein häufiges und beliebtes Thema in der Welt der (akademischen) Forschung geworden (THOMAS & MIDDLETON 1994, 3).

1.2 DEFINITIONEN

In der Literatur sind weit mehr als 100 unterschiedlich Definitionen des Begriffes Desertifikation zu finden (GLANTZ & ORLOVSKY 1983). Dabei kommt es immer darauf an, in welchem Zusammenhang Desertifikation steht. Rein geomorphologische Definitionen unterscheiden sich von solchen, die beispielsweise in eine sozio-ökonomische, kulturelle oder politische Richtung gehen (THOMAS & MIDDLETON 1994, 6ff.). Zumeist wird der Begriff der Desertifikation als Prozess betrachtet, obwohl er sich sowohl auf einen Prozess der Veränderung, als auch auf einen Zustand der Umwelt beziehen muss (THOMAS & MIDDLETON 1994, 6,8). Nach GOUDIE (1991) ist Desertifikation eher eine Abfolge vereinzelter Vorstöße als eine sich kontinuierlich „vorschiebende Strömung“. Die Definition des Begriffes Desertifikation ist laut UNCOD (1977) folgende:

Die Verringerung oder Zerstörung des biologischen Potenzials von Land, welches letzten Endes zu wüstenähnlichen Bedingungen führen kann. Es handelt sich um eine Erscheinung weitreichender Verschlechterung von Ökosystemen, die das biologische Potenzial verringert oder zerstört, z.B. Produktion von Tieren und Pflanzen, die für eine vielfache Verwendung beabsichtigt ist, und zwar zu einer Zeit, in der eine zunehmende Produktivität benötigt wird, um die wachsende Bevölkerung beim Streben nach Entwicklung zu unterstützen (UN 1977). Hier handelt es sich um eine allgemeine Definition für alle möglichen Formen von Degradation, welche die Produktivität herabsetzt. Diese Definition wurde durch die FAO/UNEP (1984) überholt, die das Problem eher aus der Sicht des Menschen betrachtet:

[...]


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