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"Systemtheorie: Funktional differenzierte Gesellschaft" v. N. Luhmann und K. E. ... close

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"Systemtheorie: Funktional differenzierte Gesellschaft" v. N. Luhmann und K. E. Schorr

Termpaper, 2003, 26 Pages
Author: Claudia Hoffs-Langhans
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V53988
ISBN (E-book): 978-3-638-49285-0

File size: 213 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Flensburg
Veranstaltung: Einführung in die Systemtheorie
SoSe 2003, V. Semester

"Systemtheorie: Funktional differenzierte Gesellschaft"
v. N. Luhmann und K. E. Schorr

von: Claudia Hoffs-Langhans

 


Gliederung

Einleitung

1. Biografie der Autoren

2. Einführung in die Systemtheorie

2.1. Funktionale Differenzierung (Ausdifferenzierung / Interne Differenzierung)
2.2. Operative Schließung
2.3. Autopoiesis
2.4. Codierung und Programmierung
2.5. Beobachtung
2.6. Strukturelle Kopplung

3. Triviale / Nicht-Triviale Maschinen

Hauptteil

4. Technologiebegriff

4.1. Subsumtionstechnologie
4.1.2. Ego und Alter

5. Ablehnung der Technologie

6. Technologiedefizit innerhalb des Erziehungssystems

6.1. Selbstreferenz
6.2. Kausalität

6.2.1. Variable / Konstante Faktoren

6.3. Rationalität

7. Inputs / Outputs / Strategien

Schluss

8. Fazit



 

 

Einleitung

1. Biografie

Niklas Luhmann wurde am 08. Dezember 1927 in Lüneburg geboren und betrieb von 1946–1949 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Verwaltungsbeamter und Landtagsreferent in Niedersachsen, ließ er sich für ein Jahr beurlauben, um von 1960–1961 Soziologie an der Harvard-Universität bei Talcott Parsons zu studieren. 1968 erhielt er die Professur für Soziologie an der Universität in Bielefeld. Niklas Luhmann verstarb am 06. November 1998 nach schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren. Karl Eberhard Schorr wurde 1919 geboren, studierte Philosophie und Naturwissenschaften und war bis zu seiner Professur für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg, in der Wirtschaft tätig. Er untersuchte die Bedeutung des systemtheoretischen Denkens für die pädagogische Praxis und die Erziehungswissenschaft, wodurch die nahe Zusammenarbeit mit Niklas Luhmann, dem Begründer des systemtheoretischen Denkens, entstand. 1996 starb Karl Eberhard Schorr im Alter von 77 Jahren.

2. Einführung in die Systemtheorie

Zunächst werde ich in meinen Ausführungen auf das 1984 erschienene Hauptwerk Niklas Luhmanns „Soziale Systeme“, in welchem Luhmann seine Systemtheorie zusammenfassend darstellt, eingehen. Dieses Buch ist nach seinen eigenen Worten der Entwurf einer universalistischen Supertheorie. Er erhebt den Anspruch die Welt insgesamt zu beschreiben und knüpft in seiner Theoriekonstruktion an die Arbeiten Talcott Parsons an. Luhmann`s Bestreben ist es, mit seiner Theorie sozialer Systeme, eine für die Soziologie einheitliche Gesellschaftstheorie darzulegen. Diese Theorie soll auf möglichst viele Sachverhalte anwendbar sein, woraus sich die hohe Abstraktheit und Vielschichtigkeit erklärt. Seine Systemtheorie geht von einer unendlich komplexen Welt aus, die sich aus einer Vielzahl von Handlungen, Ereignissen und Zuständen zusammensetzt. Ziel ist eine Reduzierung dieser Komplexität und eine Ordnung der Welt. Aus diesem Grunde strukturiert Niklas Luhmann die Welt mit Hilfe von Systemen und die Gesellschaft, als eines dieser Systeme mit Hilfe von sozialen Systemen.

Gesellschaft beschreibt i. w. S. die zeitlich andauernde räumliche Gemeinschaft von Lebewesen; i. e. S. das strukturierte und organisierte System menschlichen Zusammenlebens und – wirkens. Der Mensch in der Gesellschaft ist Mitglied mehrerer bestimmter Gruppen, z.B. einer Familie, eines Standes, einer Partei oder eines Vereins. Diese gesellschaftlichen Gebilde schließen einander entweder ein oder überkreuzen sich. Die Gesellschaftsordnung im geschichtlich– konkreten Sinn ist die Gesamtheit der zwischenmenschlichen Ordnungen und Gebilde eines Zeitalters.1

Bei der Betrachtung des Gesellschaftsbegriffes ist zwischen drei geschichtlichen Entwicklungsstufen der Gesellschaft zu unterscheiden:

• Segmentär differenzierte Gesellschaft (archaische Stammes- u. Sippengesell- schaft)
• Stratifikatorisch differenzierte Gesellschaft (Hierarchie nach Herkunft und Klassen)
• Funktional differenzierte Gesellschaft (moderne Gesellschaft)

Die Systemtheorie hat einen völlig neuen Blick auf die vormoderne und moderne Gesellschaft Europas geworfen. Für Niklas Luhmann haben die sozialen Unterschiede (arm/reich ⇒ Klassengesellschaft) als bestimmte Strukturprinzipien der Gesellschaft keine Gültigkeit mehr. Stattdessen gelten für ihn die verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereiche (Wirtschaft, Recht, Politik, Wissenschaft, Erziehung usw.), in denen unabhängig von den jeweils anderen Systemen gehandelt wird. Er entfernt sich somit von den vorangegangenen Entwicklungsstufen der Gesellschaft, also der segmentär differenzierten Gesellschaft (archaische Stammes- und Sippengesellschaft) sowie von der stratifikatorisch differenzierten Gesellschaft (Hierarchie nach Herkunft und Klassen) und erklärt die moderne Gesellschaft als eine funktional differenzierte Gesellschaft (Unterscheidung nach Funktionen).

2.1. Funktionale Differenzierung (Ausdifferenzierung / Interne Differenzierung)

Luhmann unterteilt somit die Gesellschaft in unterschiedliche Systeme, sog. Funktionssysteme und deren systematische Zusammenhänge, die jeweils eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe (Funktion) übernehmen. So hat beispielsweise das Wirtschaftssystem die Aufgabe, knappe Güter zu verteilen, das Rechtssystem formuliert allgemein bindende Rechtsnormen und setzt sie durch usw. Alle diese Systeme sind ähnlich strukturiert und haben die Gemeinsamkeit, dass sie eine bestimmte Funktion erfüllen müssen. Die funktionale Differenzierung in der Gesellschaft erfolgt also durch die Bildung von Funktionssystemen. Grundlegend wird hierbei zwischen System und Umwelt unterschieden. Ein Funktionssystem als sog. Teilsystem des Systems Gesellschaft hat zwei Umwelten; zum einen die Gesellschaft und deren Teilsysteme (innergesellschaftliche Umwelt), zum anderen die Umwelt des Gesellschaftssystems selber (außergesellschaftliche Umwelt). So wird beispielsweise das Teilsystem Politik von der innergesellschaftlichen Umwelt, d.h. von der Gesellschaft und ihren weiteren Teilsystemen wie Recht, Wirtschaft, Kunst usw. und der außergesellschaftlichen Umwelt, d.h. der Umwelt des Gesellschaftssystems selber umschlossen. „Insofern hat jedes Funktionssystem es mit einer anders zusammengesetzten gesellschaftsinternen Umwelt zu tun, und dies genau deshalb, weil jedes Funktionssystem für eine je besondere Funktion ausdifferenziert ist.“ 2

[...]


1 vgl. dtv-Lexikon 1995, S. 322

2 Luhmann, N. 1997, S. 746


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