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Die Frauenbewegung - ihre Erfolge und die Frage nach ihrer Existenz im 21. Jahrhundert

Scholary Paper (Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Saskia Tremmel
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Event: Seminar Geschlechtersoziologie
Institution/College: Technical University of Munich
Tags: Frauenbewegung, Erfolge, Frage, Existenz, Jahrhundert, Seminar, Geschlechtersoziologie
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V54033
ISBN (E-book): 978-3-638-49321-5
ISBN (Book): 978-3-638-82686-0
File size: 200 KB

Abstract

Vor über 100 Jahren war die Rolle der Frau klar definiert. Beispielsweise in der bürgerlichen Familie war sie für die „Innenwelt“ zuständig, also für Familie, Kindererziehung und häusliche Gemütlichkeit. Dem Mann dagegen wurde die Rolle des Ernährers zugeschrieben. Dieses Bild der dienenden Frau spiegelte sich auch in den Bildungszielen für Mädchen in der damaligen Zeit wieder. Die Hauptversammlung von Dirigenten und Lehrenden der höheren Mädchenschulen definierten folgendes Ziel: „Es gilt dem Weibe eine der Geistesbildung des Mannes in der Allgemeinheit der Art und der Interessen ebenbürtige Bildung zu ermöglichen, damit der deutsche Mann nicht durch die geistige Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit seiner Frau an dem häuslichen Herde gelangweilt und in seiner Hingabe an höhere Interessen gelähmt werde“.(Bäumer und Lange: Handbuch der Frauenbewegung; S. 64f) Ende des 20. Jahrhunderts wurde in einer Umfrage versucht zu ermitteln, ob sich die traditionelle Frauenrolle verändert hat, das heißt bleibt sie primär zu Hause und kümmert sich um die Kindererziehung, den Haushalt oder aber stellt sie ihre eigenen Karrierebedürfnisse in den Vordergrund ? Bei dieser Befragung wurden Personen ab 18 Jahren folgender Satz zur Beurteilung gegeben: „Für eine Frau ist es wichtiger, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen, als selbst Karriere zu machen.“ 1982 stimmten in Westdeutschland 52 % der Befragten dieser Aussage zu. Im Jahr 2000 verändert sich das Bild, nur noch 32 % bejahten dies. In beiden Jahren sind keine markanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern erkennbar. (vgl. Datenreport 2002) Somit stellt sich die Frage, was die Frauenbewegung bewirkt hat, und ob es diese Bewegung im 21. Jahrhundert noch gibt.


Excerpt (computer-generated)

Universität – TU München
Seminararbeit im Fach Soziologie
Seminar: Geschlechtersoziologie, WS 2003/04

Die Frauenbewegung

von: Saskia Tremmel

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 4

Die alte Frauenbewegung  5

Die Entdeckung der Frauenfrage und die Entstehung der 1. Frauenbewegung 5

Errungenschaften der alten Frauenbewegung 6

Rückschlag für die 1. Frauenbewegung  7

Die neue Frauenbewegung  8

Die Entstehung der neuen Frauenbewegung und die erste Phase 8

Die zweite Phase der Frauenbewegung: Selbsterfahrungs- und Theoriegruppen 11

Die dritte Phase der Frauenbewegung: Feministische Projekte  13

Die vierte Phase der Frauenbewegung: Zunehmende Institutionalisierung und die Gegenwart  15

Fazit  18

Literaturverzeichnis:  20
 

 


 

Einleitung

Vor über 100 Jahren war die Rolle der Frau klar definiert. Beispielsweise in der bürgerlichen Familie war sie für die „Innenwelt“ zuständig, also für Familie, Kindererziehung und häusliche Gemütlichkeit. Dem Mann dagegen wurde die Rolle des Ernährers zugeschrieben.1 Dieses Bild der dienenden Frau spiegelte sich auch in den Bildungszielen für Mädchen in der damaligen Zeit wieder. Die Hauptversammlung von Dirigenten und Lehrenden der höheren Mädchenschulen definierten folgendes Ziel: „Es gilt dem Weibe eine der Geistesbildung des Mannes in der Allgemeinheit der Art und der Interessen ebenbürtige Bildung zu ermöglichen, damit der deutsche Mann nicht durch die geistige Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit seiner Frau an dem häuslichen Herde gelangweilt und in seiner Hingabe an höhere Interessen gelähmt werde“.2

Ende des 20. Jahrhunderts wurde in einer Umfrage versucht zu ermitteln, ob sich die traditionelle Frauenrolle verändert hat, das heißt bleibt sie primär zu Hause und kümmert sich um die Kindererziehung, den Haushalt oder aber stellt sie ihre eigenen Karrierebedürfnisse in den Vordergrund ? Bei dieser Befragung wurden Personen ab 18 Jahren folgender Satz zur Beurteilung gegeben: „Für eine Frau ist es wichtiger, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen, als selbst Karriere zu machen.“ 3 1982 stimmten in Westdeutschland 52 % der Befragten dieser Aussage zu. Im Jahr 2000 verändert sich das Bild, nur noch 32 % bejahten dies. In beiden Jahren sind keine markanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern erkennbar. 4 Somit stellt sich die Frage, was die Frauenbewegung bewirkt hat und ob es diese Bewegung im 21. Jahrhundert noch gibt.

Die alte Frauenbewegung

Die Anfänge dieser Bewegung sind Mitte des 19. Jahrhunderts zu sehen, obwohl der Gedanke des Feminismus älter ist5. In der Französischen Revolution wurde die Forderung nach Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit laut, und dies ist als Ursprung und Hoffnung der entstehenden Frauenbewegungen in ganz Europa zu sehen.6

Die Entdeckung der Frauenfrage und die Entstehung der 1. Frauenbewegung

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Frauenfrage in gebildeten Kreisen diskutiert, aufgrund von Schriften von sozialen Utopisten wie St. Simon und Fourier. Eine Frau, die sich in der Phase des Vormärzes spezifischen Frauenproblemen zuwandte war Louise Otto (später Otto-Peters, 1819-1895). Sie war eine der Gründerinnen der deutschen Frauenbewegung, aber auch eine große Kritikerin der einzelnen Strömungen.7 In ihrer 1849 gegründeten Zeitschrift „Frauen-Zeitung“ teilt Frau Otto die „Genossinnen“ 8 in vier Kategorien ein:

„ 1) Die Forcierten oder Gemachten, die, in Äußerlichkeiten sich gefallend, vor allen Dingen Aufsehen erregen wollen.
2) Die Isolierten oder Zurückgezogenen, das offenbare Gegenstück von jenen, wirken sie doch nur da, wo sie sicher sind, nicht bemerkt zu werden.
3) Die Frivolen oder Unsittlichen, welche teils die Demokratie zum Deckmantel eines wüsten Lebens brauchen möchten, teils sogar meinen, zu solchem Leben als Demokratinnen berechtigt zu sein.
4) Die Enthusiasmierten oder Begeisterten, die dem Geiste, der sie treibt, folgen [...]“9

[...]


1 vgl. Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands; S. 45

2 Bäumer und Lange: Handbuch der Frauenbewegung; S. 64f

3 Datenreport 2002, S. 538

4 vgl. Datenreport 2002, S. 538

5 vgl. Schenk: Die feministische Herausforderung; S. 22 und 23

6 vgl. Hervé: Geschichte der deutschen Frauenbewegung; S. 15

7 vgl. Holland-Cunz: Die alte neue Frauenfrage; S. 29

8 Gerhard: „Dem Reich der Freiheit werb` ich Bürgerinnen“. Die Frauen-Zeitung von Louise Otto

9 Gerhard: „Dem Reich der Freiheit werb` ich Bürgerinnen“. Die Frauen-Zeitung von Louise Otto


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