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Herstellen von Visitenkarten - ein projektorientiertes Vorhaben in einem 8. Schuljahr

Examination Thesis, 2002, 110 Pages
Author: Stephan Burg
Subject: Technology

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2002
Pages: 110
Grade: gut (11 Punkte)
Language: German
Archive No.: V5404
ISBN (E-book): 978-3-638-13288-6

File size: 12273 KB
Notes :
Die Arbeit wurde im Rahmen der 2. Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen abgelegt (Referendariat). Sie enthält eine Unterrichtseinheit, die mit dem Lehrplan des Landes Rheinland - Pfalz für das Fach Wirtschafts- und Arbeitslehre berücksichtigt. Im Anhang sind Arbeitsblätter und Fotos über den Unterrichtsverlauf anhängig. Zusätzlich ist auch die Notenfestsetzung im Anhang zu finden. Die Arbeit umfasst insgesamt 13 Unterrichtsstunden.



Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit

gemäß § 19 der LVO über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen vom 27.08.1997 (GVBl. 1997, S. 335 / GABl. 1997, S. 669) geändert durch LVO in der Fassung vom 02.02.2000 (GABl. 2000, S. 262)

des Lehramtsanwärters Stephan Burg

des Staatlichen Studienseminars für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Trier

Fach:: Wirtschafts- und Arbeitslehre / Technik

Thema:

Herstellen von Visitenkarten - Ein projektorientiertes Vorhaben in einem 8. Schuljahr

Erstgutachter: Herr Klaus Nellinger

Zweitgutachter: Herr Werner Krüger

Abgabetermin: 06. Februar 2002

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 4

THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2. Projektorientiertes Vorhaben - Versuch einer
Einordnung ... 6
   
2.1. Abgrenzung: Projekt - projektorientiertes Vorhaben ... 6
    2.2. Merkmale und Verlaufsphasen des projektorientierten
    Vorhabens ... 6
    2.3. Didaktische Relevanz ... 9

3. Zur Sache: Herstellen von Visitenkarten am
Computer ... 11
   
3.1. Verwendung von "Microsoft Word" ... 12
    3.2. Nutzung der Software "Microsoft Publisher" ... 13

UNTERRICHTSPRAKTISCHER TEIL

4. Die Unterrichtseinheit "Herstellen von Visitenkarten -
Ein projektorientiertes Vorhaben in einem 8. Schuljahr" ... 15
   
4.1. Gesamtüberblick ... 15
    4.2. Didaktische Analyse ... 16
        4.2.1. Begründung der Thematik ... 16
            4.2.1.1. Aussagen des Lehrplans ... 16
            4.2.1.2. Gegenwarts-/ Zukunftsbedeutung ... 17
            4.2.1.3. Exemplarität ... 18
    4.3. Analyse der Lernbedingungen ... 18
    4.4. Erste Unterrichtssequenz (Phasen der Entscheidung und
    Planung) ... 21
        4.4.1. "Wir planen unser Vorhaben" (1./2. Stunde) ... 22
            Lernziele ... 22
            Geplanter Unterrichtsverlauf ... 22
            Reflexion ... 23
        4.4.2. " Entscheidung für ein Softwareprogramm"
        (3. Stunde) ... 24
            Didaktische Analyse ... 24
            Analyse der Sachstruktur ... 24
            Analyse der Lernbedingungen ... 25
            Begründung der methodischen Entscheidungen ... 26
            Arbeits-/ Sozialformen ... 26
            Medien ... 27
            Lernziele ... 27
            Verlaufsplanung ... 28
            Reflexion ... 28
    4.5. Zweite Unterrichtssequenz (Phase der Durchführung) ... 30
        4.5.1. "Lehrgang zu "Publisher" und Herstellung von
        Visitenkartenvorlagen" (4./5. Unterrichtsstunde) ... 31
            Lernziele ... 31
            Geplanter Unterrichtsverlauf ... 32
            Reflexion ... 33
        4.5.2. "Wir vermarkten unsere Visitenkarten"
        (6. - 8. Unterrichtsstunde) ... 34
            Lernziele ... 34
            Geplanter Unterrichtsverlauf ... 35
            Reflexion ... 37
        4.5.3. "Wir produzieren die bestellten Visitenkarten"
        (9. - 11. Stunde) ... 39
            Lernziele ... 39
            Geplanter Unterrichtsverlauf ... 40
            Reflexion ... 41
    4.6. Dritte Unterrichtssequenz (Phase der Auswertung) ... 42
        4.6.1. " Wir reflektieren unser Vorhaben" (12. - 13. Stunde) ... 42
            Lernziele ... 42
            Geplanter Unterrichtsverlauf ... 43
            Reflexion ... 44

5. Gesamtreflexion ... 46

Literaturverzeichnis ... 50

ANHANG

ANLAGE

Abkürzungsverzeichnis
MFBWW Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung, Mainz

1. Einleitung
Projektorientierter Unterricht ist "die Planung des Nichtplanbaren" (RÖSELER, 1976, S. 44). Projektorientierte Vorhaben "setzen bei den Lehrpersonen [...] eine Reihe von Kenntnissen, Einstellungen und Fähigkeiten voraus [...]: Kooperationsfähigkeit, Kompromissbereitschaft, [erhöhte] Frustrationstoleranz, [...]" (CHOTT, 1990, S. 87 f). Projektorientierter Unterricht "[...] ist die Möglichkeit, sich auf [...] [die] veränderte bildungspolitische Situation [Individualisierung, Insulation, Vereinzelung der Kindheit] sowohl in der Allgemeinen Schule wie auch in der Förderschule vorzubereiten" (HEIMLICH, 1999, S. 15). "Der vorliegende Lehrplan [...] schafft [...] einen Rahmen, der den Schulen größere Freiräume zur Gestaltung eines projekt-orientierten Unterrichts lässt." (MFBWW, 2000, S. 3).
Die aufgeführten Zitate aus diversen Quellen belegen zweierlei: Einerseits können eindrucksvoll die unterschiedlichen Einstellungen zu "projektorientierten" Konzepten herausgelesen werden, andererseits aber auch eine veränderte Grundhaltung dem Unterrichtsverfahren gegenüber entnommen werden. Während bei RÖSELER im Jahre 1976 noch stärker auf die Gefahren und Bedenken des Konzeptes hingewiesen wird und CHOTT auch 1990 noch die "unabdingbaren" Qualifikationen des Lehrers nennt, erklärt HEIMLICH neun Jahre später bereits die Vorzüge des projektorientierten Verfahrens als eine Möglichkeit, auf die veränderte schulische Situation Einfluss zu nehmen. Unter anderem diesem Gedankengang zu folgen scheint auch der Lehr-plan des Landes Rheinland - Pfalz des MINISTERIUMS FÜR BILDUNG WISSENSCHFT UND WEITERBILDUNG im Jahre 2000, der den projektorientierten Unterricht nun stärker als zuvor betont und ermöglicht. In mehr als 25 Jahren "Diskussion" um das Thema "Projekt - projektorientierter Unterricht" und rund 100 Jahren Existenz dieses Verfahrens, scheint sich also ein Umdenken anzubahnen, das auch diese Unterrichtsform schulisch legitimiert. Dabei geht das letzte Zitat, entnommen aus dem Lehrplan des Faches Arbeitslehre, aber noch weiter: Es empfiehlt dem Lehrer dieses Fachbereiches eingehend, sich mit dem "projektorientierten Unterricht" auseinanderzusetzen, ihn in den "herkömmlichen" Unterricht zu integrieren und somit praktisch umzusetzen.
Sich dieser Aufforderung zu stellen, ist das Ziel der Arbeit. Dabei soll zu ergründen versucht werden, inwiefern die Umsetzung projektorientierten Unterrichts im wöchentlichen Dreistundenturnus überhaupt sinnvoll ist und ob das Vermitteln von fachwissenschaftlich bezogenen Inhalten, die zum Gelingen des Vorhabens notwendig sind, sinnvoll zu integrieren ist. Daher wurde auch die Benennung "projektorientiertes Vorhaben" gewählt, da dieses Unterrichtsverfahren die Möglichkeit von ein-geschobenen Lehrgängen zulässt (vgl. 2.1.). Weiterhin wurde der thematische Inhalt "Herstellen von Visitenkarten in einem achten Schuljahr" deshalb ausgesucht, da der Lehrplan für diese Klassenstufe als zentrales Thema die Erstellung eines Druckerzeugnisses vorsieht (vgl. 4.2.1.1.) und die in diesem Zusammenhang vorauszusetzenden Softwarekenntnisse seitens der Schüler zunächst in einem Lehrgang erworben (Microsoft "Publisher") oder vertieft (Microsoft "Word") werden müssen.
Die zu untersuchenden Arbeitshypothesen im Zusammenhang dieser Hausarbeit lauten daher:

  1. Die Umsetzung eines projektorientierten Vorhabens im zeitlichen Rahmen von drei Unterrichtsstunden pro Woche im Fach Arbeitslehre ist sinnvoll.
  2. Lehrgänge können an geeigneter Stelle und in einem angemessenen zeitlichen Rahmen integriert werden.
  3. Die ins Vorhaben integrierten Lehrgänge können hinsichtlich der Methodenwahl so arrangiert werden, dass die Schüler sich möglichst selbst-ständig das hier vermittelte Wissen aneignen können und somit kein Bruch zum selbstständig ausgerichteten Gesamtvorhaben entsteht.

Dem ersten Kapitel obliegt es dabei, zunächst das projektorientierte Vorhaben einzugrenzen und in seinen wesentlichen Inhalten darzulegen. Dabei sollen an möglichst vielen Stellen bereits Bezüge und Überlegungen zur im zweiten Kapitel dargelegten, praktischen Umsetzung gesucht werden. Eine Verknüpfung der beiden Kapitel soll also angestrebt werden.
Die Unterrichtsstunden des zweiten, unterrichtspraktischen Teils sind dabei nach den Phasen des projektorientierten Unterrichts (Phasen der Entscheidung, Planung, Durchführung, Auswertung) gegliedert, wobei hier eine Unterrichtsstunde der Planungsphase detailliert beschrieben wird. Das Ergebnis dieses Kapitels soll es dann zum Ende der Arbeit ermöglichen, die oben aufgestellten Hypothesen zu verifizieren oder falsifizieren.

A. THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2. Projektorientiertes Vorhaben - Versuch einer Einordnung
Der Begriff "Projekt" erscheint hinsichtlich seiner Verwendung in durchaus unter-schiedlichen Bedeutungszusammenhängen, so dass das, "was im einzelnen Fall unter ‚Projekt′ verstanden wird, offensichtlich beträchtlich [voneinander divergiert]" (LAUBIS, 1976, S. 15). CHOTT (1990) spricht in Bezug auf den Projektbegriff gar von "Definitionsproblemen" (S. 7) und auch WILKENING (1982) glaubt einen "inflationären Gebrauch" (S. 104) zu erkennen. Diese Beobachtungen machen es für diese Arbeit zunächst nötig, das "projektorientierte Vorhaben" genauer zu eruieren und von dem reinen Projektbegriff zu differenzieren.

2.1. Abgrenzung: Projekt - projektorientiertes Vorhaben
LAUBIS (1976) versucht das Problem der Abgrenzung Projekt versus Vorhaben inhaltlich vor allem an der Eigenschaft festzumachen, "[...] dass die Intensität der Führung und Steuerung durch den Lehrer bei den Projekten geringer ist" (S. 10). WILKENING (1982) ergänzt diese Darstellung unter Verweis auf die Berliner Arbeitslehrekonzeption dahingehend, als dass ein Vorhaben ‚"neben seinem Kern, dem eigentlichen Projekt, auch die zu dessen Realisierung notwendigen Lehrgänge und Übungen′, gelegentlich [...] auch notwendige Erkundungen [miteinbezieht]" (S. 104). Somit beeinflusst der Lehrer in Vorhaben in gewisser Weise die Themenwahl des Unterrichts, indem er "das Ganze" im Auge behält, obgleich das Vorhaben "ein die Interessen der Schüler berücksichtigendes, ernsthaftes Unternehmen" (PÜTT, 1978, S. 24) ist, das im vorliegenden Falle ein geplantes und bestimmtes, vorweisbares Ergebnis, eben die Herstellung von Visitenkarten mittels Computer, erzielen soll.

[...]


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